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14.05.2012 - FREIES WORT - Lokalausgabe Hildburghausen Übersicht | Drucken

Verena Hahn: "Brauche Ihre Mitwirkung!"

Verena Hahn heißt die junge Künstlerin, die als Stipendiatin im Roten Ochsen willkommen geheißen wurde. Und ihr Projekt für Schleusingen verspricht, ein ganz spannendes zu werden.

Von Karin Schlütter



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Verena Hahn hat Einzug in den Roten Ochsen gehalten. Für ein halbes Jahr lebt und arbeitet sie hier. Auf ihr Projekt darf man gespannt sein. Foto: frankphoto.de
Schleusingen - Am Ende der Stipendiatenzeit von Verena Hahn in Schleusingen wird eine Ausstellung stehen. Doch eine, die zumindest Schleusingen so noch nicht erlebt hat. "Aber dazu brauche ich Mitwirkende, ich wünsche mir Begegnungen, hoffe, Leute zu treffen, die sich mit Pflanzen gut auskennen, ich habe Lust, mit Menschen wandern zu gehen . . ." Zu Pflanzen hat Verena Hahn eine ganz besondere Beziehung. Im Rahmen des künstlerischen Forschungsprojekts "Wilde Möhre" beschäftige sie sich mit Pflanzen, die Einfluss auf Fruchtbarkeit und Empfängnis nehmen können. Daraus ist eine Installation mit Lauschaer Glaskolben entstanden, aus denen es tropft, je nachdem wie sich die Atmosphäre im Raum verändert.

In einer anderen Ausstellung "sub rosa" (unter der Rose) spielten die Formen und die symbolische Bedeutung von Rosengewächsen eine Rolle. Und aus Leinenstücken eines Brautschatzes und Porzellan hat Verena Hahn in der Ausstellung die "Mitgift" wachsen lassen, in dem sie in befeuchteten Wattetupfen Saat gelegt hat.

Als die Künstlerin am Freitagabend begrüßt und von Kuratoriumsvorsitzenden Klaus D. Niemann vorgestellt wurde, gewann sie aber mit ihrer Vorstellung schon viel Sympathie und weckte Neugierde auf das, was entstehen wird. "Ich freue mich sehr, in Schleusingen arbeiten zu können. Vom Thüringer Wald verspreche sie sich wichtige Impulse. "Ich möchte die Bevölkerung hier in mein Projekt mit einbeziehen. Ich möchte die Träume, Wünsche, Hoffnungen und Ängste der Menschen hier kennen lernen." Sie werde diese Informationen sammeln, auswerten, interpretieren und sie anschließend künstlerisch, voraussichtlich in Form einer Installation verarbeiten. So könnte eine Art Traumkarte entstehen.

Die Besucher am Freitag im Künstlerhof, waren wohl überrascht von den Arbeiten Verena Hahns, die sie anhand der Fotodokumentation zeigte und erklärte. Kunstlehrerin Marianne Didschuneit sagte, es sei der neue Trend in der Kunst, nicht nur zweidimensional wie in Bildern oder dreidimensional wie bei Skulpturen, sondern Kunstwerke auch in Zeit, Raum und Ort, sozusagen in der vierten Dimension zu schaffen.

Bei einem Glas Wein gab es am Freitag noch Gelegenheit, mit Verena Hahn individuell ins Gespräch zu kommen. Ingrid Schlott spielte am Klavier "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus . . . " Nun vielleicht sind es die Bäume, die Verena Hahn inspirieren werden, wer weiß. Man darf gespannt sein auf den Oktober.

Verena Hahn (35)

freischaffende Künstlerin, lebt und arbeitet in Weimar und Idar Oberstein
Studium der Freien Kunst an der Bauhaus Universität Weimar und an der Haute Ecole d'Art et de Disign, Genf

Sie sagt von sich: Ich bin Künstlerin, artiste chercheuse (forschende Künstlerin). Seit Jahren beschäftige ich mich mit Pflanzen. Sie sind für mich der Inbegriff des Lebendigen (Vitalen) und dienen mir als Inspiration und Forschungsobjekt für die Entwicklung von raumgreifenden Installationen, Objekten und Zeichnungen.


aktualisiert von Thomas G. Marzian, 15.05.2012, 18:15 Uhr
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