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15.11.2012 - FREIES WORT - Lokalausgabe Hildburghausen Übersicht | Drucken

Verdienstorden für den Gründer des Künstlerhofs

Aus den Händen von Landesmutter Christine Lieberknecht erhielt Klaus D. Niemann, ihm zur Seite seine Frau Roswitha den Thüringer Verdienstorden. Niemanns hatten ein historisches Haus saniert und die Künstlerhof-Stiftung gegründet.

Von Karin Schlütter


Erfurt/Schleusingen - Der Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei in der Landeshauptstadt gab Mittwochmittag den festlichen Rahmen für die Verleihung des Thüringer Verdienstordens an einen Mann, der in und für Schleusingen Großes geleistet hat, obwohl er in Rheinland-Pfalz zu Hause ist. Klaus D. Niemann, der Gründer und Stifter des Künstlerhofes Roter Ochse, und ihm zur Seite Ehefrau Roswitha.

Einige Schleusinger, darunter Vize-Landrat Helge Hoffmann, Bürgermeister Klaus Brodführer, Stadträte und Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstandes des Künstlerhofes, wohnten dem festlichen Akt bei.

"Unsere Häuser sind unsere Festungen. Sie stehen für leben, Rückhalt aber auch für Zusammenhalt und Gesellschaft - insbesondere wenn wir unsere Pforten Freunden und Fremden öffnen", sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in ihrer Laudatio. "Zur Offenheit, gesellt sich heute Anerkennung und höchster Respekt. Nicht vor den ehrwürdigen Häusern, sondern einem Menschen, der sich für sie einsetzt." Mit jeder Ehrung sei auch ein Werk verbunden, in diesem Fall könne man durchaus von einem Lebenswerk sprechen, betonte sie.

Klaus D. Niemann habe Visionen und die Kraft daran festzuhalten. "Sie haben Steine bewegt, die andere liegen gelassen haben."

Die Ministerpräsidentin erinnerte an den Werdegang des Künstlerhofes von der ersten Idee, ein altes Haus zu sanieren und es zu einem "sehenswerten städtebaulichen Ensemble im Zentrumskern der Stadt Schleusingen zu machen. Und jedes Jahr werden hier Künstlerstipendien für sechs Monate bei freier Unterkunft vergeben, und das ohne öffentliche finanzielle Mittel. "Damit sind Sie der größte private Förderer des kulturellen Lebens in Schleusingen. Sie engagieren sich selbstlos für einen hohen Stellenwert von Kunst und Musik. Damit tragen Sie nachhaltig dazu bei, die Stadt in der Kunst- und Musikszene überregional bekannt zu machen." Selbst aus Polen und der Millionenstadt Tokio lockte es schon junge Künstler in die kleine Stadt.

Mehr als zehn Jahre beispielhaften Engagements für die Gesellschaft tragen nun Früchte. Klaus Niemann erhielt die höchste Auszeichnung, die der Freistaat zu vergeben hat "für seine "Verdienste um das Land Thüringen, die Stadt Schleusingen und das Wohlergehen der Menschen." "Sie haben entscheidend zur Entwicklung und Beförderung einer neuen Kulturszene in der Stadt Schleusingen beigetragen und wir alle sind Ihnen zu Dank, Respekt und höchster Anerkennung verpflichtet", so die Ministerpräsidentin. Ohne Kultur gäbe es keine Entwicklung.

Sie würdigte auch die Unterstützung vieler Menschen an der Seite Klaus Niemann, insbesondere die seiner Ehefrau: "Manche Entscheidung fiel sicher nicht ohne ihr Zutun."

Sichtlich bewegt, dankte Klaus Niemann für die hohe Auszeichnung und auch all jenen, die ihn und die Künstlerhof-Stiftung mit ehrenamtlichen Engagement unterstützten und zehn Jahre erfolgreiche Arbeit ermöglichten, bemerkte aber auch kritisch, dass nicht alle, die in Schleusingen Verantwortung für die Stadtentwicklung tragen, dem Projekt Künstlerhof aufgeschlossen gegenüberstehen.

Schleusingens Bürgermeister sagte gegenüber dieser Redaktion "Ich bin froh, dass wir diese kulturelle Insel in Schleusingen haben. "Ich freue mich, dass meine dreijährigen Bemühungen nun Erfolg zeigen dahingehend, dass der Stifter des Roten Ochsen, Herr Niemann die hohe Auszeichnung erfahren hat und dass wir eine rechtsfähige Stiftung haben."


aktualisiert von Thomas G. Marzian, 20.11.2012, 14:27 Uhr
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