| Fredrich karl aus United Kingdom |
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15.05.2026, 23:04 Uhr |
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| florian hippolt aus Darmstadt |
Ich schreibe diese Online-Kreditanzeige, um Sie vor sogenannten Kreditgebern zu warnen, die Sie kontaktieren werden. Vor zwei Monaten wurde ich nämlich betrogen. Ich bin nur an skrupellose Personen geraten, die meine Notlage ausnutzten und mich um fast 1300 € brachten. Heute habe ich jedoch eine sehr ehrliche Frau namens Justine Blangier kennengelernt, die mir einen Kredit zu sehr guten Konditionen gewährt hat.
Falls Sie weiterhin an einem Kredit interessiert sind, kann ich Sie mit ihr in Kontakt bringen. Hier ist ihre E-Mail-Adresse: justineblangier1@gmail.com
15.05.2026, 16:59 Uhr |
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| Weitere Kriminalhörspiele |
Raymond Chandler: Heißer Wind (BR 1966)
Es war ein unerquicklicher Abend, der Wüstenwind fegte durch Los Angeles, einer jener heißen trockenen Santa Anas, die durch die Gebirgsgpässe der Sierra Nevada herunterstürmen, einem das Haar kräuseln, an den Nerven zerren und auf der Haut jucken, an Abenden wie diesem artet die friedlichste Bierrunde gern in eine wilde Schlägerei aus, ich saß in der Kneipe im Haus gegenüber, der junge Mann hinter der Theke sah aus, als ob er noch nie in seinem Leben einen Schluck zuviel getrunken habe. Ihr Bier bitte. Danke. Hoffentlich ist es zu ihrer Zufriedenheit eingeschenkt. Ganz famos sogar, sie haben das Lokal erst vor kurzem eröffnet, nicht wahr. Vor knapp zwei Wochen, sie waren doch schon einmal hier, nicht. Ja, stimmt
...
Dashiell Hammett: Das Haus in der Turk Street (WDR 1974)
Mein Name ist Tracy, dh. es ist einer von vielen Namen, die ich mir zugelegt habe im Lauf der Jahre, ich gehöre zu den Leuten, die am liebsten incognito reisen der Not gehorchend, wenn sie wissen was ich meine, ich könnte auch sagen es gehört ganz einfach zu meinem Beruf unter falscher Flagge zu segeln, also ich nannte mich Tracy an dem Tag, von dem hier die rede ist und ich war hinter einem jungen Mann her in San Francisco, er war seinen Eltern davongelaufen, sein Vater war Bürgermeister in Tacoma, einem kleinen Nest in Colorado, ich sollte den verlorenen Sohn aufstöbern und zur Heimkehr bewegen, möglichst diskret, keine sehr dankbare Aufgabe für einen Detektiv, aber es lag gerade nichts anders vor, der junge Mann
...
Ross Macdonald: Schwarzes Blut (WDR 1993)
(An einem Mittwochnachmittag flog ich von Mazatlan nach Hause, während des Landeanflugs auf Los Angeles sah ich aus der Mexicana-Maschine zum ersten Mal den Ölfleck auf dem Meer, wie ein unförmiger Teppich, einige Kilometer breit und etliche Kilometer lang, bedeckte er das blaue Wasser vor Pacific Point, unweit der Küste ragte eine Bohrinsel auf wie der Metallgriff eines Dolches, in den Bauch der Erde gerammt, damit sie schwarzes Blut verströme, der mexikanische Flugbegleiter schritt durch den Gang, um zu prüfen, ob wir alle zum Landen bereit waren, ich fragte ihn, was mit dem Meer passiert sei. Der Latino gestikulierte und zuckte nur die Achseln, als erübrige sich die Frage von alleine angesichts des)
...
Leo Malet: Die Brücke im Nebel (SWF 1989)
Mein Wagen war in der Inspektion, also nahm ich die Metro ins 13. Arrondissement, hätte mir auch ein Taxi leisten können, aber bis Weihnachten war es noch eineinhalb Monate, außerdem nieselte es hundsgemein, und dann lösen sich die Taxis in Paris bekanntlich in Luft auf, laufen einfach ein, sobald sie vom ersten Tropfen naß werden, ich nahm also die Metro, setzte mich ins 1.Klasseabteil der Linie Eglise de Pantin - Place dItalie und las noch mal diesen mysteriösen nach billigem Parfüm riechenden Brief, lieber Genosse, ich wende mich an dich auch wenn du flic geworden bist, aber du bist anders als die anderen flics und außerdem kenne ich dich von klein auf, ein Scheißkerl hat ne Schweinerei vor, komm zu mir ins
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Michael Lewin: Der stumme Handlungsreisende (SDR 1998)
Krimizeit aus Studio13: Gut Mr Samson, ich lese ihnen den Text noch mal vor. Schießen sie los. Detektiv zum Spartarif in Großbuchstaben. Ja. Bei Auftragserteilung bis 31. August 10% Rabatt auf alle privaten Ermittlungen auch in Scheidungsangelegenheiten. Finden sie 10% genug. Bitte. Genug Rabatt, würden sie dafür ihre Scheidung vorantreiben. Ich, ich bin nicht verheiratet. Naja aber wenn sies wären. Also. Schreiben sie 20%. Ok also 20%. Und die Anzeige ist morgen drin. Ja Sir, ab morgen eine Woche lang. Ich hoffe der Aufwand lohnt sich. Ja das hoff ich auch. Nicht daß ich kurz vor der Pleite stand, ich doch nicht, es ging um etwas anderes, meine Tochter hatte mir geschrieben daß sie mich besuchen wollte, ich hatte sie
...
Jim Thompson: Gefährliche Stadt (NDR/SWF 1996)
...Ich fasse also zusammen Mr Handler, sie haben einen Freund, einen alten, aus der Zeit als sie Wildcatter waren und nach Öl gebohrt haben, und dieser Freund hat es genau wie sie geschafft, er ist die Treppe raufgefallen. Sie wissen so gut wie jeder hier, daß mich das Öl 40m durch die Luft gewirbelt hat und daß ich deswegen nicht mehr laufen kann. Entschuldigen sie Mr Handler, ihr Freund sitzt also nicht im Rollstuhl aber er ist genau wie sie mit einer vielzu hübschen, mit einer viel zu jungen Frau verheiratet und die möchte jetzt so langsam ihr erbe antreten. Das glaubt er zumindest, ja. Aber ihr Mann stirbt nicht und sie hat bisher noch nichts unternommen um seinen Tod zu beschleunigen, die Frage ist also was soll er machen
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Cornell Woolrich: Der Mann gegenüber (HR/SWF 1993)
Er ist tot. Ja. Ja, etwas mehr müssen Sie schon sagen, unter Ihrem Fenster liegt ein toter Mann und alles was sie sagen ist ja, wer ist der Mann. Er wohnt gegenüber, er hat seine Frau umgebracht. Was. Er hat seine Frau umgebracht, vorgestern, vorgestern nacht. Er hat seine Frau umgebracht, woher wissen sie das, haben sies gesehen. Nein, aber ich weiß es, er wollte mich auch umbringen. Aber er ist doch tot, nicht sie. Das ist mir auch lieber so. Also jetzt passen sie mal auf, vor genau, moment, vor genau 16 Minuten bekommen wir einen Anruf daß aus diesem Fenster hier ein Mann auf den Hof gestürzt ist, jemand rief an und sagte, ich habe gerade gesehen wie jemand aus einem Fenster im 3. Stock gestürzt ist, wir stellen noch ein
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Ed McBain: Stirb Kindchen stirb (BR/WDR 1992)
Kriminalhörspiel aus dem 87. Polizeirevier: Mit Detective Steve Carella dem gründlichen. Nochmal von vorne, Minute für Minute, also du steigst die Feuerleiter runter, was siehst du, was hörst du, ich will alles wissen. Detective Bert Kling dem Knallharten. Oh mann als Cop bist du hier nur das Arschloch. Detective Meyer Meyer dem gemütlichen. Ich hab hier ne Hundemarke, Detective Meyer wau wau. Der aber auch anders kann. Hörmal zu du Kinderschänder, du verschaffst mir den Aufenthaltsort von Martin Proctor oder ich laß dich hochgehen, ist das klar. Und Detective Ollie Weeks dem Witzbold. Und denk an die vier großen W, nach dem wo und dem was jetzt das wer und vor allem das wie, hehehe. Happy New Year, Leute
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James M. Cain: Der Postmann klingelt immer zweimal (HR 1994)
Gegen mittag warfen sie mich vom Heuwagen, ich war am abend zuvor aufgesprungen, unten an der Grenze, sackte gleich ab, ich war hundemüde nach den 3 Wochen in Tijuana und als sie hielten, um den Motor abzukühlen, sahen sie meinen Fuß herunterhängen, immerhin sie gaben mir noch eine Zigarette. Sag mal Chef ist nicht zufällig einer in nem hellgelben Cadillac vorbeigekommen. Ich machte mich auf die Socken, um was eßbares aufzutreiben. Heute. Ja. Und so kam ich zu dir Cora nach Twin Oaks. Heute nicht, willst du was essen, tja ich kann ja schon mal anfangen also Orangensaft, Cornflakes, Spiegeleier mit Speck, Enchiladas, Pfannkuchen und Kaffee. Die Spiegeleier kommen sofort. Eins muß ich dir gleich sagen
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Mickey Spillane: Ich, der Richter (WDR 1999)
New York im Jahre 1950, schöne Frauen, harte Kerle und große Kaliber, das ist die Welt des berühmt-berüchtigten Privatdetektivs Mike Hammer, der gnadenlos wie ein schwarzer Ritter durch den Dschungel der Großstadt streift. Niemand sagte etwas, als ich das Zimmer betrat, sie wichen beiseite und ich spürte, wie ihre Blicke auf mir lagen, Chiefdetective Pat Chambers deutete auf die Schlafzimmertür. Dort drin, Mike. Dort drin, dort drin lag mein bester Freund tot auf dem Boden, der beste Freund, den ich jemals hatte. Hast du den Stuhl verschoben, Pat. Nein, warum. Normalerweise steht der Stuhl neben dem Bett. Auf dem Stuhl lag seine 38er Pistole, es war klar, wie es sich abgespielt haben mußte. Der Mörder hat den
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Walter Netzsch, Peer Frank Günther, Henri Pierre Cami: Grieminahles: Drei Mal Hochspannung für Narren (Der Nuggetkiller etc.) (BR 1955)
Achtung, vergessen sie nicht Nerven und Antenne zu erden, ziehen sie ihr dickstes Fell an, sichern sie ihr Radiogerät gegen Bewerfen mit Aschenbechern und Schuhen, wir fangen an. Sie hören zuerst das Opfer oder der Nuggetkiller, eine atemberaubende Angelegenheit. Tick tack, tick tack. Du Weibi. Ja. Zucker ist wieder keiner da. Tu ihn halt raus, du mußt ja nur hinlangen, das Buffet ist ja hinter dir. Ja der gehört an Tisch und net ins Buffet. Wenn er aber net am Tisch ist, ist er im Buffet. Was ist denn jetzt des, wenn mans Buffet aufmacht, dann spielts Radio. Ja das hat der Onkel Franz neulich schon gesagt, irgendwo muß in der Wohnung ein Kurzschluß sein. Ah drum ist vorhin wie ichs Radio aufdrehen wollt der Staubsauger gegangen
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Rolf und Alexandra Becker: Dickie Dick Dickens (BR 1957)
Wir erzählen Ihnen die Geschichte von Dickie Dick Dickens, dem gefährlichsten Mann, den die Unterwelt Chicagos je ausgespuckt hat. Dickie Dick Dickens, gefürchtet, verachtet, gehaßt, ein Ausgestoßener, und doch, hat nicht auch er beigetragen der herrlichen Millionenstadt ihren geheimnisvollen Glanz zu geben. Das war die herrliche Millionenstadt. Hier verlebte Dickie Dick Dickens 68% seines sensationellen Lebens, die restlichen 32% verbrachte er in Sing Sing, der modernsten Strafanstalt der Staaten, es war ein heißer Julitag im Jahre 1924. Chicago, sowieso ein heißes Pflaster, brütete unter den brennenden Strahlen der unerbittlichen nordamerikanischen Sonne, die Stadt war gewissermaßen in Schweiß gebadet, an jenem Tag
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Erwin Weigel: Wer ist der Täter? (Kriminalfälle zum Mitraten) (BR 1981-2002) Donnerstag abend: Krimitermin in Bayern 2. Wer ist der Täter? Welcher Täter? Der Gärtner... Der Täter ist der, der den Mord begangen hat. Ich bin derselben Meinung wie der Herr. Keine Ahnung... Wer ist bitte der Täter? Der Gärtner. Der Chauffeur. Ich kann leider keine Auskunft geben, da ich Angestellter des Bayerischen Rundfunks bin... Ja, da muß ich aber sehr überlegen, nein, das könnt ich nur meditativ, aber ich bin jetzt gerade nicht in der Verfassung, meditativ zu sein, es tut mir furchtbar leid. I net
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Florian Pauer nach Motiven von Edgar Wallace: Der Joker (SWF 1988)
Guten Morgen, Ann. Ich darf Sie darauf hinweisen, daß es bereits viertel vor elf ist, haben Sie verschlafen, Inspektor? Und wenn es so wäre, ist Sir John schon da? Allerdings. Ann Pattison, ist Higgins endlich da? Ja, Sir John, er ist soeben gekommen. Dann schicken Sie ihn sofort rein. Ja, Sir John. Sehen Sie, er wartet bereits seit zwei Stunden auf Sie, und wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf, dann seien Sie heute freundlich zu ihm, er ist nämlich gestern zum dritten Mal bei der Fahrprüfung durchgefallen und hat eine fürchterliche Laune. Ja, wie gewöhnlich, also dann werde ich mich mal in die Höhle des Löwen wagen. Guten Morgen, Sir. Ah, da sind Sie ja endlich Higgins, guten Morgen, ja, jetzt beantworten Sie mir einmal
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Simone Schneider: Roter Stern (BR/SFB 1992)
Liebste Lilina, 50.000 Tonnen schwer und höher als das Warenhaus Die Welt des Kindes in den Himmel über Moskau ragt, Lilina, mein erster Wolkenkratzer naht, vor den Ufern Sewastopols schwimmt New World New York, zwei Klassen und zwei Schornsteine, bunt geflaggt zu Blasmusik auf schwarzem Meer tanzt Roter Stern, pack deine Tränen in einen Sack und schick Sie mir nach Amerika, Ozean der Fanatiker, reißt sich die blaue Bluse auf, um mich in eine andere Welt zu schaukeln, Lilina, adieu, dein Hündchen. Wladimir auf dem Weg in seine Bordkabine. Tief ist der Ozean. Der Ozean ist eine Sache der Vorstellung. Was unterscheidet ein Ufo von einer schwebenden Ikone? In Moskau setzt man ganze Häuserblöcke auf
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Shirley Jackson: Das Haus (BR 1994)
Institut für Parapsychologie Dr. John Montague, sehr geehrte Mrs Vance, sie kennen meinen Namen wahrscheinlich nicht, ich bin Wissenschaftler und dennoch oder gerade deshalb hat mich die Erforschung sog. übersinnlicher Phänomene immer beschäftigt, im Augenblick habe ich die Möglichkeit im Rahmen eines Forschungsprojekts einem immer noch skeptischen und überheblichen Kollegenkreis einen konkreten Zusammenhang zwischen Psychologie und Parapsychologie experimentell zu demonstrieren. Dr Montague, ist das überhaupt sein richtiger Name. Es gibt einen Dr John Montague, Dr der Philosophie und Anthropologie, Promotion in Oxford 1950. Das klingt doch alles ziemlich unseriös. Ein Forschungsprojekt und
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Jack Ritchie: Der Mitternachtswürger (BR 1992)
Ich frage sie, was hatten sie in der Tiefgarage zu suchen Mr. Turnbuckle, Henry Turnbuckle, Privatdetektiv und nicht schwerhörig, Mrs Homa Schleidel hatte Grund zur Annahme, daß ihr Gatte nicht wie er behauptete, jeden Donnerstag abend im Kegelclub verbringt, er suchte in der Tat heute nicht diesen Ort auf, sondern das Hinterzimmer des Buchhandels nur für Erwachsene, wo er 1 Stunde und 23 Minuten bei einer Filmvorführung verweilte, gegen 21 Uhr 45 befand er sich dann auf dem Weg zurück zu seinem Wagen wo ich ihm meinem Auftrag gemäß unauffällig folgte, in der Tiefgarage richteten sich plötzlich ein halbes dutzend Taschenlampen auf meine Person, und mir wurde dringend geraten, keinen Mucks zu tun sonst
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Henry Slesar: Genau die richtige Art von Haus (WDR 1965)
Dadadabadada, hu-la… Sally. Hu-la, lalala... Sally, bitte hören Sie gefälligst mit dem Geplärre auf, das macht einen ganz krank. Ja, Mr. Hacker. Machen Sie mal ein Fenster auf, die Luft ist ja zum schneiden. Das kommt von Ihrer Zigarre, Mr. Hacker. Reden Sie nicht, reden Sie nicht, bedienen Sie lieber das Telefon. Ja, Mr. Hacker, hier Maklerbüro Hacker… ja… ja… bei 30 Grad im Schatten, nein, nein, Idiot. Sind Sie immer so höflich zu meinen Kunden? War kein Kunde. Wer wars denn? Heizölfirma. Was wollte die denn? Öl verkaufen. Was, Heizöl bei der Hitze, Idiot. Hab ich doch gesagt, hida...badadada... Ein fremder Wagen. Häh? Fährt ganz langsam, sehen Sie mal, New Yorker Nummer dem gelben Rechteck nach zu
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Ray Bradbury: Ein langer Weg nach Hause (NDR/SDR 1989)
Es war ein langer heißer Tag gewesen, die Rechenmaschinen im Büro hatten gesungen wie Millionen metallischer Grillen, ein schrecklicher Tag, Mr Sternwall hatte mich angebrüllt, ich hätte Sternwall am liebsten umgebracht, eines Tages dachte ich auf dem Nachhauseweg, eines Tages wirst du diesen Mr Sternwall vom 10. Stock aus dem Fenster werfen, mein Herz ratterte wie eine aus dem Tritt geratene kaputte Rechenmaschine als ich endlich vor der Wohnungstür stand, was hatte doch der Doktor gesagt, ihr Herz hat ein bißchen Ruhe nötig, gönnen sie sich einen Urlaub, Urlaub, es war völlig unmöglich mit Lydia über Urlaub zu reden, jedes Mal wenn ich auf mein Herz zu sprechen kam, klappte ihr Mund zu wie eine Falle, nein, hinter der
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Weitere Informationen zu den Hörspielen gibt es im Hörspielarchiv im Internet
14.05.2026, 20:00 Uhr |
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| Weitere Kriminalhörspiele |
Raymond Chandler: Heißer Wind (BR 1966)
Es war ein unerquicklicher Abend, der Wüstenwind fegte durch Los Angeles, einer jener heißen trockenen Santa Anas, die durch die Gebirgsgpässe der Sierra Nevada herunterstürmen, einem das Haar kräuseln, an den Nerven zerren und auf der Haut jucken, an Abenden wie diesem artet die friedlichste Bierrunde gern in eine wilde Schlägerei aus, ich saß in der Kneipe im Haus gegenüber, der junge Mann hinter der Theke sah aus, als ob er noch nie in seinem Leben einen Schluck zuviel getrunken habe. Ihr Bier bitte. Danke. Hoffentlich ist es zu ihrer Zufriedenheit eingeschenkt. Ganz famos sogar, sie haben das Lokal erst vor kurzem eröffnet, nicht wahr. Vor knapp zwei Wochen, sie waren doch schon einmal hier, nicht. Ja, stimmt
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Dashiell Hammett: Das Haus in der Turk Street (WDR 1974)
Mein Name ist Tracy, dh. es ist einer von vielen Namen, die ich mir zugelegt habe im Lauf der Jahre, ich gehöre zu den Leuten, die am liebsten incognito reisen der Not gehorchend, wenn sie wissen was ich meine, ich könnte auch sagen es gehört ganz einfach zu meinem Beruf unter falscher Flagge zu segeln, also ich nannte mich Tracy an dem Tag, von dem hier die rede ist und ich war hinter einem jungen Mann her in San Francisco, er war seinen Eltern davongelaufen, sein Vater war Bürgermeister in Tacoma, einem kleinen Nest in Colorado, ich sollte den verlorenen Sohn aufstöbern und zur Heimkehr bewegen, möglichst diskret, keine sehr dankbare Aufgabe für einen Detektiv, aber es lag gerade nichts anders vor, der junge Mann
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Ross Macdonald: Schwarzes Blut (WDR 1993)
(An einem Mittwochnachmittag flog ich von Mazatlan nach Hause, während des Landeanflugs auf Los Angeles sah ich aus der Mexicana-Maschine zum ersten Mal den Ölfleck auf dem Meer, wie ein unförmiger Teppich, einige Kilometer breit und etliche Kilometer lang, bedeckte er das blaue Wasser vor Pacific Point, unweit der Küste ragte eine Bohrinsel auf wie der Metallgriff eines Dolches, in den Bauch der Erde gerammt, damit sie schwarzes Blut verströme, der mexikanische Flugbegleiter schritt durch den Gang, um zu prüfen, ob wir alle zum Landen bereit waren, ich fragte ihn, was mit dem Meer passiert sei. Der Latino gestikulierte und zuckte nur die Achseln, als erübrige sich die Frage von alleine angesichts des)
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Leo Malet: Die Brücke im Nebel (SWF 1989)
Mein Wagen war in der Inspektion, also nahm ich die Metro ins 13. Arrondissement, hätte mir auch ein Taxi leisten können, aber bis Weihnachten war es noch eineinhalb Monate, außerdem nieselte es hundsgemein, und dann lösen sich die Taxis in Paris bekanntlich in Luft auf, laufen einfach ein, sobald sie vom ersten Tropfen naß werden, ich nahm also die Metro, setzte mich ins 1.Klasseabteil der Linie Eglise de Pantin - Place dItalie und las noch mal diesen mysteriösen nach billigem Parfüm riechenden Brief, lieber Genosse, ich wende mich an dich auch wenn du flic geworden bist, aber du bist anders als die anderen flics und außerdem kenne ich dich von klein auf, ein Scheißkerl hat ne Schweinerei vor, komm zu mir ins
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Michael Lewin: Der stumme Handlungsreisende (SDR 1998)
Krimizeit aus Studio13: Gut Mr Samson, ich lese ihnen den Text noch mal vor. Schießen sie los. Detektiv zum Spartarif in Großbuchstaben. Ja. Bei Auftragserteilung bis 31. August 10% Rabatt auf alle privaten Ermittlungen auch in Scheidungsangelegenheiten. Finden sie 10% genug. Bitte. Genug Rabatt, würden sie dafür ihre Scheidung vorantreiben. Ich, ich bin nicht verheiratet. Naja aber wenn sies wären. Also. Schreiben sie 20%. Ok also 20%. Und die Anzeige ist morgen drin. Ja Sir, ab morgen eine Woche lang. Ich hoffe der Aufwand lohnt sich. Ja das hoff ich auch. Nicht daß ich kurz vor der Pleite stand, ich doch nicht, es ging um etwas anderes, meine Tochter hatte mir geschrieben daß sie mich besuchen wollte, ich hatte sie
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Jim Thompson: Gefährliche Stadt (NDR/SWF 1996)
...Ich fasse also zusammen Mr Handler, sie haben einen Freund, einen alten, aus der Zeit als sie Wildcatter waren und nach Öl gebohrt haben, und dieser Freund hat es genau wie sie geschafft, er ist die Treppe raufgefallen. Sie wissen so gut wie jeder hier, daß mich das Öl 40m durch die Luft gewirbelt hat und daß ich deswegen nicht mehr laufen kann. Entschuldigen sie Mr Handler, ihr Freund sitzt also nicht im Rollstuhl aber er ist genau wie sie mit einer vielzu hübschen, mit einer viel zu jungen Frau verheiratet und die möchte jetzt so langsam ihr erbe antreten. Das glaubt er zumindest, ja. Aber ihr Mann stirbt nicht und sie hat bisher noch nichts unternommen um seinen Tod zu beschleunigen, die Frage ist also was soll er machen
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Cornell Woolrich: Der Mann gegenüber (HR/SWF 1993)
Er ist tot. Ja. Ja, etwas mehr müssen Sie schon sagen, unter Ihrem Fenster liegt ein toter Mann und alles was sie sagen ist ja, wer ist der Mann. Er wohnt gegenüber, er hat seine Frau umgebracht. Was. Er hat seine Frau umgebracht, vorgestern, vorgestern nacht. Er hat seine Frau umgebracht, woher wissen sie das, haben sies gesehen. Nein, aber ich weiß es, er wollte mich auch umbringen. Aber er ist doch tot, nicht sie. Das ist mir auch lieber so. Also jetzt passen sie mal auf, vor genau, moment, vor genau 16 Minuten bekommen wir einen Anruf daß aus diesem Fenster hier ein Mann auf den Hof gestürzt ist, jemand rief an und sagte, ich habe gerade gesehen wie jemand aus einem Fenster im 3. Stock gestürzt ist, wir stellen noch ein
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Ed McBain: Stirb Kindchen stirb (BR/WDR 1992)
Kriminalhörspiel aus dem 87. Polizeirevier: Mit Detective Steve Carella dem gründlichen. Nochmal von vorne, Minute für Minute, also du steigst die Feuerleiter runter, was siehst du, was hörst du, ich will alles wissen. Detective Bert Kling dem Knallharten. Oh mann als Cop bist du hier nur das Arschloch. Detective Meyer Meyer dem gemütlichen. Ich hab hier ne Hundemarke, Detective Meyer wau wau. Der aber auch anders kann. Hörmal zu du Kinderschänder, du verschaffst mir den Aufenthaltsort von Martin Proctor oder ich laß dich hochgehen, ist das klar. Und Detective Ollie Weeks dem Witzbold. Und denk an die vier großen W, nach dem wo und dem was jetzt das wer und vor allem das wie, hehehe. Happy New Year, Leute
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James M. Cain: Der Postmann klingelt immer zweimal (HR 1994)
Gegen mittag warfen sie mich vom Heuwagen, ich war am abend zuvor aufgesprungen, unten an der Grenze, sackte gleich ab, ich war hundemüde nach den 3 Wochen in Tijuana und als sie hielten, um den Motor abzukühlen, sahen sie meinen Fuß herunterhängen, immerhin sie gaben mir noch eine Zigarette. Sag mal Chef ist nicht zufällig einer in nem hellgelben Cadillac vorbeigekommen. Ich machte mich auf die Socken, um was eßbares aufzutreiben. Heute. Ja. Und so kam ich zu dir Cora nach Twin Oaks. Heute nicht, willst du was essen, tja ich kann ja schon mal anfangen also Orangensaft, Cornflakes, Spiegeleier mit Speck, Enchiladas, Pfannkuchen und Kaffee. Die Spiegeleier kommen sofort. Eins muß ich dir gleich sagen
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Mickey Spillane: Ich, der Richter (WDR 1999)
New York im Jahre 1950, schöne Frauen, harte Kerle und große Kaliber, das ist die Welt des berühmt-berüchtigten Privatdetektivs Mike Hammer, der gnadenlos wie ein schwarzer Ritter durch den Dschungel der Großstadt streift. Niemand sagte etwas, als ich das Zimmer betrat, sie wichen beiseite und ich spürte, wie ihre Blicke auf mir lagen, Chiefdetective Pat Chambers deutete auf die Schlafzimmertür. Dort drin, Mike. Dort drin, dort drin lag mein bester Freund tot auf dem Boden, der beste Freund, den ich jemals hatte. Hast du den Stuhl verschoben, Pat. Nein, warum. Normalerweise steht der Stuhl neben dem Bett. Auf dem Stuhl lag seine 38er Pistole, es war klar, wie es sich abgespielt haben mußte. Der Mörder hat den
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Walter Netzsch, Peer Frank Günther, Henri Pierre Cami: Grieminahles: Drei Mal Hochspannung für Narren (Der Nuggetkiller etc.) (BR 1955)
Achtung, vergessen sie nicht Nerven und Antenne zu erden, ziehen sie ihr dickstes Fell an, sichern sie ihr Radiogerät gegen Bewerfen mit Aschenbechern und Schuhen, wir fangen an. Sie hören zuerst das Opfer oder der Nuggetkiller, eine atemberaubende Angelegenheit. Tick tack, tick tack. Du Weibi. Ja. Zucker ist wieder keiner da. Tu ihn halt raus, du mußt ja nur hinlangen, das Buffet ist ja hinter dir. Ja der gehört an Tisch und net ins Buffet. Wenn er aber net am Tisch ist, ist er im Buffet. Was ist denn jetzt des, wenn mans Buffet aufmacht, dann spielts Radio. Ja das hat der Onkel Franz neulich schon gesagt, irgendwo muß in der Wohnung ein Kurzschluß sein. Ah drum ist vorhin wie ichs Radio aufdrehen wollt der Staubsauger gegangen
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Rolf und Alexandra Becker: Dickie Dick Dickens (BR 1957)
Wir erzählen Ihnen die Geschichte von Dickie Dick Dickens, dem gefährlichsten Mann, den die Unterwelt Chicagos je ausgespuckt hat. Dickie Dick Dickens, gefürchtet, verachtet, gehaßt, ein Ausgestoßener, und doch, hat nicht auch er beigetragen der herrlichen Millionenstadt ihren geheimnisvollen Glanz zu geben. Das war die herrliche Millionenstadt. Hier verlebte Dickie Dick Dickens 68% seines sensationellen Lebens, die restlichen 32% verbrachte er in Sing Sing, der modernsten Strafanstalt der Staaten, es war ein heißer Julitag im Jahre 1924. Chicago, sowieso ein heißes Pflaster, brütete unter den brennenden Strahlen der unerbittlichen nordamerikanischen Sonne, die Stadt war gewissermaßen in Schweiß gebadet, an jenem Tag
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Erwin Weigel: Wer ist der Täter? (Kriminalfälle zum Mitraten) (BR 1981-2002) Donnerstag abend: Krimitermin in Bayern 2. Wer ist der Täter? Welcher Täter? Der Gärtner... Der Täter ist der, der den Mord begangen hat. Ich bin derselben Meinung wie der Herr. Keine Ahnung... Wer ist bitte der Täter? Der Gärtner. Der Chauffeur. Ich kann leider keine Auskunft geben, da ich Angestellter des Bayerischen Rundfunks bin... Ja, da muß ich aber sehr überlegen, nein, das könnt ich nur meditativ, aber ich bin jetzt gerade nicht in der Verfassung, meditativ zu sein, es tut mir furchtbar leid. I net
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Florian Pauer nach Motiven von Edgar Wallace: Der Joker (SWF 1988)
Guten Morgen, Ann. Ich darf Sie darauf hinweisen, daß es bereits viertel vor elf ist, haben Sie verschlafen, Inspektor? Und wenn es so wäre, ist Sir John schon da? Allerdings. Ann Pattison, ist Higgins endlich da? Ja, Sir John, er ist soeben gekommen. Dann schicken Sie ihn sofort rein. Ja, Sir John. Sehen Sie, er wartet bereits seit zwei Stunden auf Sie, und wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf, dann seien Sie heute freundlich zu ihm, er ist nämlich gestern zum dritten Mal bei der Fahrprüfung durchgefallen und hat eine fürchterliche Laune. Ja, wie gewöhnlich, also dann werde ich mich mal in die Höhle des Löwen wagen. Guten Morgen, Sir. Ah, da sind Sie ja endlich Higgins, guten Morgen, ja, jetzt beantworten Sie mir einmal
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Simone Schneider: Roter Stern (BR/SFB 1992)
Liebste Lilina, 50.000 Tonnen schwer und höher als das Warenhaus Die Welt des Kindes in den Himmel über Moskau ragt, Lilina, mein erster Wolkenkratzer naht, vor den Ufern Sewastopols schwimmt New World New York, zwei Klassen und zwei Schornsteine, bunt geflaggt zu Blasmusik auf schwarzem Meer tanzt Roter Stern, pack deine Tränen in einen Sack und schick Sie mir nach Amerika, Ozean der Fanatiker, reißt sich die blaue Bluse auf, um mich in eine andere Welt zu schaukeln, Lilina, adieu, dein Hündchen. Wladimir auf dem Weg in seine Bordkabine. Tief ist der Ozean. Der Ozean ist eine Sache der Vorstellung. Was unterscheidet ein Ufo von einer schwebenden Ikone? In Moskau setzt man ganze Häuserblöcke auf
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Shirley Jackson: Das Haus (BR 1994)
Institut für Parapsychologie Dr. John Montague, sehr geehrte Mrs Vance, sie kennen meinen Namen wahrscheinlich nicht, ich bin Wissenschaftler und dennoch oder gerade deshalb hat mich die Erforschung sog. übersinnlicher Phänomene immer beschäftigt, im Augenblick habe ich die Möglichkeit im Rahmen eines Forschungsprojekts einem immer noch skeptischen und überheblichen Kollegenkreis einen konkreten Zusammenhang zwischen Psychologie und Parapsychologie experimentell zu demonstrieren. Dr Montague, ist das überhaupt sein richtiger Name. Es gibt einen Dr John Montague, Dr der Philosophie und Anthropologie, Promotion in Oxford 1950. Das klingt doch alles ziemlich unseriös. Ein Forschungsprojekt und
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Jack Ritchie: Der Mitternachtswürger (BR 1992)
Ich frage sie, was hatten sie in der Tiefgarage zu suchen Mr. Turnbuckle, Henry Turnbuckle, Privatdetektiv und nicht schwerhörig, Mrs Homa Schleidel hatte Grund zur Annahme, daß ihr Gatte nicht wie er behauptete, jeden Donnerstag abend im Kegelclub verbringt, er suchte in der Tat heute nicht diesen Ort auf, sondern das Hinterzimmer des Buchhandels nur für Erwachsene, wo er 1 Stunde und 23 Minuten bei einer Filmvorführung verweilte, gegen 21 Uhr 45 befand er sich dann auf dem Weg zurück zu seinem Wagen wo ich ihm meinem Auftrag gemäß unauffällig folgte, in der Tiefgarage richteten sich plötzlich ein halbes dutzend Taschenlampen auf meine Person, und mir wurde dringend geraten, keinen Mucks zu tun sonst
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Henry Slesar: Genau die richtige Art von Haus (WDR 1965)
Dadadabadada, hu-la… Sally. Hu-la, lalala... Sally, bitte hören Sie gefälligst mit dem Geplärre auf, das macht einen ganz krank. Ja, Mr. Hacker. Machen Sie mal ein Fenster auf, die Luft ist ja zum schneiden. Das kommt von Ihrer Zigarre, Mr. Hacker. Reden Sie nicht, reden Sie nicht, bedienen Sie lieber das Telefon. Ja, Mr. Hacker, hier Maklerbüro Hacker… ja… ja… bei 30 Grad im Schatten, nein, nein, Idiot. Sind Sie immer so höflich zu meinen Kunden? War kein Kunde. Wer wars denn? Heizölfirma. Was wollte die denn? Öl verkaufen. Was, Heizöl bei der Hitze, Idiot. Hab ich doch gesagt, hida...badadada... Ein fremder Wagen. Häh? Fährt ganz langsam, sehen Sie mal, New Yorker Nummer dem gelben Rechteck nach zu
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Ray Bradbury: Ein langer Weg nach Hause (NDR/SDR 1989)
Es war ein langer heißer Tag gewesen, die Rechenmaschinen im Büro hatten gesungen wie Millionen metallischer Grillen, ein schrecklicher Tag, Mr Sternwall hatte mich angebrüllt, ich hätte Sternwall am liebsten umgebracht, eines Tages dachte ich auf dem Nachhauseweg, eines Tages wirst du diesen Mr Sternwall vom 10. Stock aus dem Fenster werfen, mein Herz ratterte wie eine aus dem Tritt geratene kaputte Rechenmaschine als ich endlich vor der Wohnungstür stand, was hatte doch der Doktor gesagt, ihr Herz hat ein bißchen Ruhe nötig, gönnen sie sich einen Urlaub, Urlaub, es war völlig unmöglich mit Lydia über Urlaub zu reden, jedes Mal wenn ich auf mein Herz zu sprechen kam, klappte ihr Mund zu wie eine Falle, nein, hinter der
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Weitere Informationen zu den Hörspielen gibt es im Hörspielarchiv im Internet
14.05.2026, 20:00 Uhr |
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| Kriminalhörspiele von Michael |
Michael Koser:
Cocktail für Zwei: Kongo King Blue (DLR 1998)
Wenn ich die frühe Karriere unseres Glücksritterduos Felix und Cora Revue passieren lasse, ihre ersten Unternehmungen in Rußland und London, das Berliner Tangoabenteuer, den Coup in Monte-Carlo, die Affäre um den Hohenzollernhort, dann frage ich mich, womit fange ich an, mit dem Anfang natürlich, sagt der chronikalisch korrekte Pedant, so gehört es sich, so muß es sein, wirklich, die zwanziger Jahre in denen unsere Geschichten spielen, waren alles mögliche, golden, schmutzig, wild, mondän, krisenhaft, glorreich, schrill, pedantisch und korrekt waren sie nie, ich glaube ich beginne mit dem Abenteuer an der Riviera, blaues Meer und Sonnenschein, Kinostars, Luxus, großes Geld und große Gauner, der ideale Einstieg in die
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Cocktail für Zwei: Tango Berlin (DLR 1998)
Als das Jahr 1920 sich dem Ende zuneigte, als die Tage kürzer und kälter, die Nächte länger und heißer wurden, schüttelte ganz Berlin sich im Shimmyfieber, ganz Berlin nein, im vornehmen Hotel Kaiserhof trotzte das Orchester dem Zeitgeist und spielte weiterhin Tango, zur Freude eines erlesenen Publikums, es war Hochsaison, Sonntag, der 10. Oktober 1920, mitten in der Nacht. Eben hab ich etwas Hochinteressantes gehört, Freund Felix. Von wem, teuerste Cora. Von dem kleinen kravonischen Botschaftsattache, mit dem ich gerade getanzt habe, der mit den breiten Schultern und den schönen schwarzen Haaren. Und dem Hohlraum darunter. Mag sein, aber die Fassade ist imposant, das müssen sie zugeben. Was haben Sie denn nun
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Cocktail für Zwei: Kaiserpunsch (DLR 1998)
An einem schönen Sommerabend im Jahr der großen Hitze, präziser am Donnerstag, dem 11. August 1921, gegen 9 Uhr, ritt ein elegantes Paar auf zwei eleganten Brauen über den einsamen Strand des eleganten Badeorts Scheveningen, es war noch sehr warm, die Dämmerung hatte soeben erst eingesetzt und die Reiter, die man in ihrem eleganten Hotel kannte als Sir Mortimer und Lady Gwendolyn Grenfellpetinkton waren auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Was vermissen Sie, Freund Felix. Das Salz in der Suppe, Spannung, Gefahr, Risiko, Abenteuer. Das exquisite Gefühl auf dem Drahtseil über dem Löwenkäfig Tango zu tanzen. Genau das, teuerste Cora, für eine geruhsame Existenz in Filzpantoffeln sind Felix und Co nicht ge
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Cocktail für Zwei: Bloody Mary (DLR 1998)
Bisher meine Damen und Herren haben Sie mit mir Felix und Cora an die CotedAzur begleitet, nach Berlin und zum Versteck des Hohenzollernhorts, jetzt wird es Zeit, zu den Ursprüngen zurückzukehren, als alles begann, es war einmal ein Krieg, ein Weltkrieg, er sollte der letzte sein und war doch nur der erste, in diesem Krieg gab es einen Offizier der Felix hieß und zum Geheimdienst seines Landes gehörte und es gab auf der Gegenseite eine Spionin namens Cora, nun geschah es, daß beide sich trafen und aus Feinden zu Freunden wurden, da sie der Ansicht waren, für einen frühen Tod seien sie viel zu schade, verließen sie die Front unter Mitnahme erheblicher Summen die nicht ihnen gehörten sondern ihren jeweiligen Generalstäben und
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Cocktail für Zwei: Eiffel sour (DLR 1999)
Das Jahr 1922 war angebrochen und die Welt drehte sich immer schneller, Landru der schwarzbärtige Frauenmörder verlor Bart und Kopf, mit großem Getöse tagte zu Genua eine internationale Konferenz, die die Weltwirtschaft sanieren sollte, ein gewisser Josef Stalin wurde Generalsekretär der kommunistischen Partei Rußlands, der französische Ministerpräsident Briand mußte zurücktreten und Monsieur Poincare übernahm seinen Posten, das alles ist bekannt, das alles steht in den Geschichtsbüchern, daß der Eifelturm, das weltberühmte Wahrzeichen der Stadt Paris gestohlen wurde, das steht nicht in den Geschichtsbüchern, am Nachmittag des 9. Mai 1922 nahm diese schier unglaubliche Geschichte ihren Anfang. Von hier aus ist
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Cocktail für Zwei: Surabaya Sling (DLR 1999)
Es war ein schöner Junitag im Jahre 1922, die Sonne strahlte als gäbe es weder Weltkriege noch Friedensverträge, die Vögel die nichts wußten von Wirtschaftskrise und Inflation sangen aus vollem Hals und durch die von keiner Erhebung beeinträchtigte Plattheit der norddeutschen Tiefebene dampfe behäbig ein Bummelzug, sofern er nicht, wie es sich des öfteren als unumgänglich erwies, in einem der zahlreichen kleinen Bahnhöfe eine Verschnaufpause einlegte. Willsum hier Willsum, beim aus- und einsteigen beeilen bitte. Was für ein Nest, teuerste Cora, so winzig, so ruhig, so ganz und gar uninteressant. Glauben sie Felix, je kleiner die Laus, desto fetter der Schmaus. Oh kravonisches Sprichwort. Ganz recht, hätten sie nicht Lust, diesem
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Cocktail für Zwei: Germanengold (DLR 1999)
Wir sind von Kopf bis Fuß auf Wagner eingestellt, denn das ist unsere Welt und sonst gar nichts. Heil dir Holde. Heil dir Held Herman. Was gibts zu schmausen. Semmeln, Wurst, Käse, Eier, wie immer. Trefflich, trefflich, schenk ein den Kaffee aus keramischer Kanne, schweig stille Loki du arger Wicht. Pst gleich kriegst ein Wursti. Herman der Cherusker und Thusnelda saßen am Frühstückstisch, dieser stand in der Villa Walhall und diese wiederum stand an der Poschingerstr. im vornehmen Münchner Stadtteil Bogenhausen, eigentlich hieß Herman Alois Wichtel und so sah er auch aus, trotz seiner wenig imposanten Statur, seiner auswärts gebogenen Knie, seiner spärlichen mausblonden Haare hielt er sich für die leibhaftige Wiedergeb
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Cocktail für Zwei: Titanic Smash (DLR 1999)
Titanic, alle reden immer nur von der Titanic dabei waren es zwei zwei Schiffe. Es war vor Jahren gewesen noch während des Kriegs, in Amsterdam, Felix hielt sich incognito im neutralen Holland auf, der Grund tut nichts zur Sache, in einer finsteren Kaschemme im Hafenviertel war er mit einer gewissen wichtigen Kontaktperson verabredet, der Mann ließ auf sich warten, er kam übrigens nie, er trieb ein Messer im Rücken in einer abgelegenen Gracht, doch dies nur nebenbei, während er wartete gab Felix einem betrunkenen Seemann einen Ginebra aus, und der revanchierte sich mit einer höchst erstaunlichen Geschichte. Zwei Schiffe zwei Schwestern, fast Zwillinge, erst die Olympic, dann die Titanic, eine sah aus wie die andere, darum ist
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Michael Koser: (Sonstige Hörspiele):
Einmal Utopia - hin und zurück (RIAS 1970) (Ein Schulfunk-Hörspiel) (nach Robert Sheckley: A Ticket to Tranai)
(Ein Planet mit dem Ruf eines Steuerparadieses und Idealstaates erweist sich bei näherem Kennenlernen als Paradies mit kleinen Fehlern. Seit Gottlieb von Borg gehört hat, einem kleinen kolonisierten Planeten irgendwo in der Galaxis, glaubt er sein Utopia gefunden zu haben, denn dort soll es die absolute Freiheit des Individuums geben. Keine staatliche Aufsicht, keine Gesetzbücher, keine Juristen, keine Polizei und deshalb auch keine Verbrechen. Jeder kann tun, was er will. Freie Bahn dem Tüchtigen. Private Unternehmerinitiative und freier Kapitalfluß sind das ökonomische Prinzip. Armut gibt es nicht. Auf Borg hat jeder das Recht, an der Umverteilung des Reichtums zu seinen Gunsten mitzuwirken. Was das in der Praxis bedeutet, erfährt Gottlieb gleich nach seiner Ankunft, als er einem Straßenräuber zum Opfer fällt. Man klärt ihn auf, daß es sich um einen Steuereintreiber der Regierung gehandelt hat, eine unbürokratische und verhältnismäßig schmerzlose Methode der Finanzpolitik. Umverteilung durch Straßenraub ist ganz legal. Jeder sorgt für sich selbst, und man rät ihm, es ebenso zu machen. Der Präsident persönlich heißt ihn willkommen und vermittelt ihm einen Job in einer Fabrik, in der möglichst unzuverlässige und ungeschickte Haushaltsroboter konstruiert werden, um den Menschen das Gefühl der Überlegenheit zu geben. Man drängt Gottlieb, so schnell wie möglich zu heiraten, denn Junggesellen haben auf Borg keinen Status, und Abweichungen von der Norm sollte er sich besser nicht leisten. Als ihn seine junge, hübsche Frau jedoch aufklärt, daß es auf Borg üblich ist, die Frauen regelmäßig einzufrieren, damit sie sich im Kältegenerator jung erhalten können, sieht er die Zeit für Reformen gekommen. Bereitwillig will ihm der Präsident sein Amt abtreten, denn auf Borg kann jeder Präsident werden. Als er jedoch hört, welch makabres Ende dem Staatsoberhaupt droht, wenn die Bevölkerung bei sinkender Popularität mehrheitlich den Minusknopf drückt, beschließt er spontan, zur Erde zurückzukehren, von der man sagt, daß sie mit ihrem geregelten Staatswesen und ihrer geordneten Wirtschaft ein wahres Paradies sein soll)
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Kein Job mehr für die Roboter (RIAS 1970) (Schulfunk) (nach Brian Aldiss: But who can replace a man)
(Ein Experiment soll klären, ob Roboter bei Ausbleiben menschlicher Befehle selbst Entscheidungen treffen können. Kein Mensch muß mehr körperlich arbeiten. Alle anfallenden Tätigkeiten werden zuverlässig von Robotern erledigt, die ihre Anweisungen per Funk erhalten. Die Robotpsychologin Julia will erstmals beweisen, daß Roboter fähig sind, ihre Arbeit ohne Anleitung selbständig zu organisieren. Mit Billigung des obersten Konzils wird die Funkverbindung zu einer der landwirtschaftlichen Außenstationen unterbrochen. Eine Überwachungsfrequenz, von der die Roboter nichts wissen, erlaubt es, den Verlauf des Experiments zu verfolgen. Als die Anweisungen von der Zentrale ausbleiben, ahnt R 1, Koordinator der mit sieben Robotern besetzten Agrarstation, daß irgend etwas nicht so ist, wie es sein soll. In seiner Datenbank findet er jedoch für eine solche Situation keinen Präzedenzfall. Ein technischer Defekt scheidet aus, deshalb kann der Fehler nur bei den Menschen selbst liegen. Wären nur einige Menschen außer Betrieb, hätten andere sie längst ersetzt. Da dies nicht der Fall ist, bleibt einzig die logische Folgerung, daß alle Menschen außer Betrieb sein müssen. Wenn aber keine Menschen mehr da sind, gibt es auch niemanden, für den die Roboter arbeiten können. Also sind die Roboter jetzt frei und können tun, was Ihnen gefällt. Sie werden ihre eigenen Herren sein und bald die Welt beherrschen. R 1, der über das Gehirn mit der größten Kapazität verfügt, ernennt sich zum Führer. Die Stadt der Menschen soll zerstört und durch eine neue für Roboter ersetzt werden. Spaltbares Material ist in ihren Atomreaktoren ausreichend vorhanden. Als man in der Zentrale registriert, daß das Experiment außer Kontrolle zu geraten droht, versucht man, es im letzten Moment zu stoppen. Aber zu spät: R 1 hat seinen Empfänger abgeschaltet. Schon bewegt sich ein immer größer werdender Zug von Robotern auf die Stadt zu)
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Reservat. There are no Truths outside the Gates of Eden (RIAS/SWF 1970) (Werkstatt des Hörspiels)
Guten Abend, meine Damen und Herren, in unserer heutigen Übertragung hören Sie: Reservat, there are no truths outside the Gates of Eden. Von Michael Koser, Manfred Marchfelder und Friedrich Scholz. Es wirken mit: Klaus Krüger, Ernst Schröder, Ursula Starck, Hans-Ulrich Minke, Helga Anders, Klaus Herm, Cordula Hubrich, Christoph Quest, Klaus Wampfler, Erika Eller, Hans Boche, Klaus Jepsen, Erwin Schastok, Mike Wiegand, Barbara Tietze, Klaus Dieter Mäurich und Ulrich Pleitgen. Wir wünschen Ihnen einen guten Empfang (Applaus). At times I think there are no words but these to tell whats true and there are no truths outside the Gates of Eden. Eins zwei drei (Musik). Dieser Ort zerstört mich. Es gibt kein oben und unten mehr. Das Wort darf nicht
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(Andersdenkende und Außenseiter der Gesellschaft werden in ein Reservat abgesondert und ausgebeutet. Um sich subkultureller Bewegungen zu entledigen, die das lautlose Funktionieren der Gesellschaft stören und ideologische Unzufriedenheit verbreiten könnten, hat man unter einem gigantischen Plexiglasdom einen Freiraum geschaffen, ein künstliches Paradies der Antisozialen, von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen und durch eine komplexe Maschinerie ständig in einem Schwebezustand gehalten. Automaten versorgen die Insassen mit allem, was sie brauchen. Jeder kann leben, wie er es sich wünscht. Nichts ist verboten. Fast alle sehen glücklich aus. Die wenigsten wollen wahrhaben, daß ihr Horizont begrenzt ist, daß es eine Grenze gibt, die nicht überschritten werden kann. Möglichkeiten der innerinstitutionellen Rebellion sind bewußt vorgesehen und selbst institutionalisiert. Aber es ist sinnlos, Automaten zu zerstören, weil jeder Ansatz, ein Zeichen zu setzen, folgenlos bleibt. Die weitaus meisten haben ihre ursprünglichen Ziele längst zugunsten individueller Glücksbefriedigung aufgegeben. Anfängliche Widerstände in der Öffentlichkeit sind beseitigt, seit man erkannt hat, daß die Institution keine karitative Anstalt, kein sozialer Luxus ist, sondern sich ökonomisch selbst trägt. Weil antisoziale Haltung oft mit künstlerischer Begabung korrespondiert, kann die Gesellschaft sich der Resultate ihrer schöpferischen Arbeit bedienen, um nach Entfernung extremer Auswüchse und normalisierender Bearbeitung die streng lineare Geometrie des Plans abzurunden. Daß die Schützlinge auf diese Weise Erhebliches zur Bereicherung der Gesellschaft beitragen, die Sie ablehnen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Thema des Hörspiels in der Dialektik zwischen Innenansicht und Außendarstellung der "Institution" sind Begriffe wie Freiheit, Toleranz und Revolution, aber auch die Abkapselung des Kulturbetriebs von der realen gesellschaftlichen Entwicklung, wobei Michael Koser sein eigenes Werk selbstkritisch nicht ausnimmt). (Die Utopie handelt von einem künstlichen Paradies, geschaffen von einer zukünftigen Weltregierung für alle diejenigen, die gegen den "Plan", die vorausberechnete wirtschaftliche und politische Ordnung opponieren: Künstler, Gammler, Oppositionelle jeder Art. In dem von der Außenwelt abgeschlossenen Reservat erhalten die darin Angesiedelten mühelos alles, was sie zum Leben brauchen, haben sie völlige Freiheit, die Lebensform zu wählen, die sie wünschen - die Gesellschaft "draußen" aber hat sich dadurch auf "humane" Art von ihrer unberechenbaren Opposition und Revolution befreit. Auf der anderen Seite finden sich auch die Außenseiter der Gesellschaft im Reservat mit der "repressiven Toleranz" ab, geben echte revolutionäre Haltung auf zugunsten einer individuellen Glücksbefriedigung. - Das Hörspiel soll auffordern, über Begriffe wie Freiheit, Toleranz, Revolution nachzudenken) (Titel aus dem Song "Gates of Eden" von Bob Dylan)
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Tote singen nicht (Kriminalparodie auf Raymond Chandler) (RIAS/SWF 1971)
Das Haus war der gemeinsame Alptraum eines größenwahnsinnigen Architekten und eines Bauherrn, der zuviel Geld hatte, eine unwahrscheinliche Kreuzung aus gotischem Palazzo, maurischer Kathedrale und griechischem Eiscreme, aber ich war ja nicht hier, um den Geschmack der oberen Zehntausend zu beurteilen, Mister Waterson ließ mich warten, er konnte sich das leisten, er hatte eine Empfangshalle so groß wie das Landedeck eines Flugzeugträgers, einen fast echten englischen Butler, den er wahrscheinlich auf einer Antiquitätenmesse ersteigert hatte, und mehr Dollars als die übrige Stadt zusammen und ich war bloß ein kleiner Fisch, mein Auto war drei Jahre alt, mein Anzug war auch, und mein letzter Kontoauszug war
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John Bomb jagt Dr. Pop (Kriminalparodie auf Ian Fleming) (SWF/RIAS 1971)
(Action à la 007. Aber es ist anstrengend geworden, Null-Null zu sein. Nicht die Parties, nicht die Mädchen - die schafft man an einem Vormittag. Aber die Jagd. Früher hatte man es leichter: da hat man die eine Hälfte mit dem Sportwagen gemacht und die andere Hälfte unter Wasser, mit dem Flugzeug, das ging auch noch. Aber dann haben die Schurken Raketen eingesetzt, und jetzt ist unter Raumschiffen nichts mehr zu machen. Natürlich fängt John Bomb am Ende Dr. Pop, fragt sich bloß, wo und unter welchen Umständen)
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Was hilft gegen Vampire? (RIAS 1972)
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Zwei Messer stecken, ach, in einer Brust (RIAS 1972) (Ein Werwolf-Hörspiel)
(Der Originaldatensatz von Deutschlandradio/RIAS betitelt das Hörspiel mit „Zwei Messer stecken, ach, in einer Brust“. Es kann natürlich sein, daß bei der Dokumentation ein Schreibfehler unterlaufen ist oder die Bandschachtel falsch beschriftet war. Da Michael Koser gerne mit Wortspielen hantiert – die Originalvorlage ist hier wohl Goethes Faust („Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“) – kann es natürlich gut sein, daß das Zitat von Koser hier entsprechend umgewandelt wurde. Dabei machen wohl beide Versionen („einer“ bzw. „meiner“) Sinn. Ich konnte in den Beitrag hineinhören, leider wurde der Titel hier nicht genannt. Inhaltlich geht es um die Ermordung einer Prostituierten durch Jack the Ripper. Da die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive der Frau erzählt wird, macht „Zwei Messer stecken, ach, in einer Brust“ mehr Sinn. Das ist aber nur meine Interpretation) (Info ARD Hörspielarchiv)
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Der geheimnisvolle Fall der Weihnachtsgans (RIAS 1972) (nach Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes, Der blaue Karfunkel)
(Am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages kam ich zu Sherlock Holmes, um ihm meine Glückwünsche zu überbringen, er lag auf dem Sofa in einem purpurnen Morgenrock, neben sich den Pfeifenständer und einen Stoß Zeitungen, vor der Couch stand ein hölzerner Stuhl, über der Lehne hing ein nicht sehr respektabel aussehender Filzhut, er war schon ziemlich ramponiert und hatte viele Beulen, Vergrößerungsglas und Pinzette, die auf dem Stuhlsitz lagen, legten die Vermutung nahe, daß Holmes bei der Arbeit war. Hoffentlich störe ich dich nicht, sagte ich. Nicht im geringsten, ich bin froh, die Sache mit dir besprechen zu können. Er deutete mit dem Daumen auf den alten Hut. Da haben wir eine ganz banale Angelegenheit)
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Ach und Krach (RIAS 1973)
(Lärm wird von der Staatsführung als notwendiges Zugeständnis an den Fortschritt propagandistisch kompensiert. Die Welt ertrinkt im Lärm. Die Schwelle des Erträglichen ist schon lange überschritten. Lärmschleusen und elektronisch gesteuerte Schallisolierungen sind nur für die Spitzen der Gesellschaft erschwinglich. Untergrundkommandos bekämpfen Lärm mit Gegenlärm. Die Mehrzahl der Bevölkerung hat resigniert. Um zu akzeptablen neuen Ideen für den Lärmschutz zu kommen, beschließt das Führungsgremium der obersten staatlichen Instanz, zwei Probanden unter dem Vorwand eines freiwilligen Berufs- und Eignungstests auf das Problem anzusetzen. Sie, 027-41-316 W, erhält von den Testmaschinen den Auftrag, das Thema in einem Rundfunkhörspiel zu erörtern, er, 142-20-444 M, soll eine Maschine oder Vorrichtung erfinden, die Lärm erträglicher macht. Vier Wochen später kann der Versuch erfolgreich abgeschlossen werden, daß dabei die Rollen vertauscht wurden und er das Hörspiel, sie die technische Verbesserung realisiert hat, scheint unerheblich. Ihre Idee war es, die allgemein gebräuchlichen, jedoch ineffektiven und sozial isolierenden Ohrenschützer mit kleinen Empfängern auszustatten, aus denen sanfte Musik oder eine freundliche Stimme kommt. Im Gremium ist man sich schnell einig, daß die Möglichkeiten dieser Lärmschutz-Kopfhörer weit über die Absichten der Erfinderin hinausreichen. Mit ihrer Hilfe wird es gelingen, die Menschen, die sich dem technischen Fortschritt so wenig anzupassen bereit sind und die zwangsläufigen Begleitumstände über Gebühr betonen, im staatlichen Sinne progressiv zu konditionieren. Entsprechende Slogans sind bereits ausgearbeitet. Per Gesetz könnte das Tragen der Kopfhörer zur Pflicht gemacht werden. Dann könnte auch das vorgelegte Anti-Lärm-Hörspiel nach angemessener Bearbeitung über die Kopfhörer laufen - trotz seiner radikalen Tendenzen. Denn wann hatte verbaler Radikalismus, zumal in künstlerischer Form, je über heilsame Abreaktion hinausgehende, radikale Wirkung?)
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Müllschlucker (SWF 1973)
(Es gibt keine Kriege mehr, die Welt ist heil, und die unliebsamen Alten werden in den Weltraum hinausgeschossen, wo sie die "gute alte Zeit" verherrlichen. "Ehre das Alter, aber nicht zu sehr, wenn du selbst alt werden willst", ist einer der Leitsätze des weisen Boseko, Cheftheoretiker der Neuen Ära, die einige Jahre nach dem Schock des 3. Weltkriegs begonnen hat. Aber der allgemeine Vorsatz, in Zukunft besser aufzupassen, wird immer wieder gefährdet durch Leute wie Opa 17, deren Wünsche rückwärts orientiert sind und die militaristisches und kapitalistisches Gedankengut verbreiten. So beschließt die Großfamilie V-97-663, es den anderen gleichzutun, die ihre kriegslüsternen Alten auf MS 1 abgeschoben haben, den Müllsatelliten, den man zu Beginn der Neuen Ära gebaut und in eine Erdumlaufbahn geschossen hat. Opa 17, der sich jetzt wieder Cäsar nennt, kommt in gute Gesellschaft. Aber er hat ganz und gar keine Lust, hier als einfacher Arbeiter bei einem der Monopolisten für Altpapier, Glas oder Schrott ganz unten anzufangen. Jeder, der einen Abfallstoff findet, auf den noch niemand ein Monopol hat, darf sich selbst zum Monopolisten ernennen. Wenn er alle Herausforderer im offenen Kampf besiegt, kann er sich in die Monopolrolle eintragen lassen, erhält Sitz und Stimme im höchsten Gremium des Müllplaneten und bestimmt fortan mit über die Verteilung der lebenswichtigen Güter, die von der Erde geschickt werden. In einem märchenhaften Aufstieg bringt es Opa Cäsar vom Monopolisten für Altmedikamente zum uneingeschränkten Herrscher über den Müllplaneten. Unter dem Motto "Durch Müll zum Sieg" fordert er von der Erde ultimativ die Abschaffung aller Errungenschaften der Neuen Ära, so daß man sich gezwungen sieht, den Satelliten mit seiner zeternden Besatzung auf eine neue, für die Erde ungefährliche Umlaufbahn abzudrängen. Die Welt ist wieder in Ordnung. Michael Kosers Satire zielt auf die ewig Gestrigen, nimmt aber auch die allzu simplen utopischen Entwürfen einer befriedeten Welt von morgen nicht aus)
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Verfahren (Ein Denk-Spiel über Autos) (RIAS 1973)
(Die Zunahme der Verkehrsdichte gipfelt in einem nicht mehr endenden Stau, der lückenlos alle Straßen des Landes ausfüllt. Aufgrund verstärkter Neuzulassungen ist nun auch auf einer der letzten Bundesstraßen der Verkehr endgültig zum Erliegen gekommen. Das Verkehrsministerium bittet durchzuhalten, seit Eintritt der derzeitigen statischen Situation vor zwei Jahren ist die Regierung unermüdlich damit beschäftigt, Maßnahmen zur Schaffung wirksamer Abhilfe zu überprüfen. Der Automobilclub unterstreicht seine Forderung nach neuen Straßen und empfiehlt, gelegentlich den Motor laufen zu lassen, damit er fahrbereit bleibt. Unter dem Wahlspruch "Mein Auto ist meine Burg" haben sich kleine, straff organisierte Gruppen gebildet, Autokameraden, die treu zu ihrem geliebten vierrädigen Freund stehen. Wer träumt nicht davon, auf menschenleeren Autobahnen frei aufs Gaspedal zu treten, in die Sitze gedrückt zu werden, die Bäume nur als undeutliche Schatten zu sehen! Pünktlich um zwölf kommt der Polizeihubschrauber zur Essen- und Postausgabe. Wehe dem, der sein Wasser zum Trinken mißbraucht! Es gilt, den Ruf der saubersten Autos auf der ganzen Autobahn zu verteidigen! Das Autoradio wirbt für Klapp-WCs und Häkelschoner fürs Lenkrad. Im beliebten Wunschkonzert schickt die Familie liebe Grüße an den Papa bei Kilometer 52. Im Raum Neuwied kommt es zu Zusammenstößen zwischen Autokameraden und einer Gruppe linker Naturfreunde, die am Begrenzungsstreifen gegen den Individualverkehr demonstrieren. Das Innenministerium empfiehlt, sich durch eine lautstarke radikale Minderheit nicht provozieren zu lassen, Regierung und Institutionen und die gutgesinnte Mehrheit der Bevölkerung stehen hinter den Autokameraden. Trotz - temporärer! - Verstopfung der Autobahnen und Bundesstraßen sind, wie der Bundesverband der Autoindustrie versichert, doch noch eine ganze Reihe von Straßen zweiter Ordnung und Feldwegen unbesetzt, was bedeutet, daß die Straßenkapazität im großen und ganzen gesehen bei weitem noch nicht erschöpft ist, und das heißt: weitermachen und noch mehr leisten zum Wohl des Ganzen)
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Yeti in Dichtung und Wahrheit (RIAS 1973)
(Hörfolge aus dem sagenhaft-phantastischen Sujets um Professor Kolimowski, der unbekannten Phänomenen nachspürt und wiederholt ungewöhnliche Begegnungen hat)
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Dies Blutbild ist bezaubernd schön (Ein Vampir-Hörspiel) (RIAS 1973)
Amsterdam, 17. Mai, 6 Uhr 15, in einer halben Stunde wird Prof. Vandenburg bei mir erscheinen, der international angesehene Experte auf dem Gebiet der okkulten Wissenschaften, er hat versprochen, mir meinen ersten Vampir vorzuführen, ich bin gespannt. Wir sind da, Vorsicht, das ist der Sarkophag, fassen Sie mit an, der Deckel ist schwer, sie haben doch das Kruzifix bei sich und den Knoblauch. Natürlich, im Sarg liegt ein älterer Mann, er wirkt entspannt, ruhig, als ob er schläft, ich habe das Gefühl, daß er mich durch die Wimpern hindurch beobachtet, seine Gesichtsfarbe ist ich würde sagen ausgesprochen gesund, die Lippen nein das ist geronnenes Blut in den Mundwinkeln, und dann zwei dunkle Linien bis zum Kinn
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Von rechts nach links: Super Tarzan Special Agent Love Story Space Captain Lonesome Gun (Ein utopisches Hörspiel) (RIAS 1974)
(Totalidentifikation als Unterhaltungsangebot eines elektronischen Massenmediums, das selbst systemkritische Ansätze zum konsumierbaren Programmbestandteil macht. Im Rahmen des allmonatlichen Inside-Programms für Outsider gewährt die Kult AG Einblicke in Produktionsweisen und demonstriert, wie mit Hilfe des Programmcomputers aus vorgegebenen Versatzstücken eine Vielzahl von Unterhaltungsprogrammen montiert werden, die nach Passieren der elektronischen Zensur mit Werbespots angereichert und im Stimu-Sender gespeichert werden, von wo aus sie zu Hause am Identi-Stimulationsset mit Hilfe des Programmwählers jederzeit abgerufen und durch Stimulierung entsprechender Gehirnzentren als induktive Halluzination erlebt werden können. Die Programminhalte freilich sind die gleichen wie in der Vor-Kult-Zeit: starke Männer, die für Recht und Gesetz kämpfen, Abenteuerfrische, der Duft der großen weiten Welt, Geschichten, die das Leben schrieb, unermeßliche Gefahren in Raum und Zeit. Doch in den Reihen der Programmierer wird Unzufriedenheit laut. Sie wollen andere Sendungen machen, das übersättigte Publikum aktivieren, ihn die dauernde Fremdbestimmung bewußt machen. Mitten ins laufende Programm hinein fordern sie dazu auf, den Gehorsam zu verweigern, Widerstand zu leisten, eigene Entscheidungen zu treffen. Aber Kult AG weiß auch die Äußerungen der Rebellion für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Die Teilnehmer können identifiziert bleiben. Alles ist unter Kontrolle. Denn was da live miterlebt wurde, ist nicht der Versuch eines kulturrevolutionären Umsturzes, sondern ein gut arrangiertes Spezialprogramm für progressive Minderheiten aus der kombinierten Serie: The Great Red Hope - Kulturrevolution. Michael Koser demonstriert, inwieweit Kritik, als Spiel konsumierbar gemacht, nicht mehr geäußert zu werden braucht, Protest und Widerstand aus zweiter Hand den Einzelnen von seiner Verpflichtung zum Engagement entbinden, statt sie ihm bewußt zu machen, wobei der Autor seine eigene Arbeit selbstkritisch in die gleiche Perspektive rückt.) (Der Autor entwirft keine unverbindlichen utopischen Zukunftswelten, sondern bezieht sich konkret auf gegenwärtige Mißstände unserer Welt. Hier nimmt er satirisch den Zustand heutiger Massenkommunikationsmittel und ihr Angebot an Unterhaltungssendungen aufs Korn. "Kult AG", computergesteuert, Massenmedium der Zukunft, beliefert ein gelangweilt-williges Publikum noch immer mit den bekannten Geschichten: Tarzan, Special- Agent, Lonesome Gun, Weltraum-Krimis etc. Ein paar Mitarbeiter der "Kult AG" tun sich jedoch zusammen, um wider den Stachel zu löcken, wollen ihr Publikum zum Widerstand aktivieren. Doch die Äußerungen der Rebellion weiß "Kult AG" für ihre, für unsere Zwecke nutzbar zu machen)
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Heil im Siegerkranz - Satire auf den Geist der Gründer (RIAS 1975)
(Sprecher, Rolle/Funktion: Inge Wolffberg: Winnetou, Wilhelmine Buchholz, Gert Haucke: Old Shatterhand, May Karl, Kara Ben Nemsi alias Karl Friedrich May, Hubertus Bengsch: Comanchenhäuptling, Onkel Fritz, Professor, Helmut Krauss: Red Batman, Arbeiter, Hadschi Halef Omar, Peter Schiff: Tramp, Zarathustra, Diener, Dr. Stinde, Barde)
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Jahrmarkt der Vergangenheit. Heute wars - Satire auf das Gestern von morgen (RIAS 1975)
(Das Hörspiel „Heute war’s – Satire auf das Gestern von morgen“ aus dem Jahr 1975 erschafft eine Welt im Jahr 2020: Es gibt nur noch einen Staat auf der Welt, die Menschen leben in großen Superstädten unter Plexiglas. Und sonst? Alles ist möglich, auch, daß Gegenwart und Zukunft so aussehen wie in diesem Hörspiel – so zumindest das Resümee des Autors Michael Koser)
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Ping-Pong zur Ming-Zeit (Erotische Erzählung aus dem alten China) (RIAS 1977)
Kennen Sie Kung Fu, kennen Sie Mao Tse Tung, aber kennen Sie auch Ming Ping Pong? Ming Ping Pong ist kurz gesagt nichts anderes als eine Abkürzung bzw. Kurzfassung des Titels dieser unserer Sendung, welcher in voller Länge lautet wie folgt: Ping-Pong zur Ming-Zeit, erotische Erzählungen aus dem alten China. Das Manuskript schrieb Michael Koser. Aber was, werden Sie nun fragen ist Ping Pong zur Mingzeit, eigentlich um ganz ehrlich zu sein, nur der etwas reißerische Titel für eine Sendung über einen wichtigen Abschnitt der chinesischen Literaturgeschichte, mit Körperkultur oder gar Leistungssport hat unser Thema höchstens im übertragenen Sinne zu tun... steht und fällt mit dem Text, dem Wort. Fönis war
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Loch Ness (RIAS 1977)
(Yeti, Loch Ness und UFOs sind Hörfolgen aus dem sagenhaft-phantastischen Sujets um Professor Kolimowski, der unbekannten Phänomenen nachspürt und wiederholt ungewöhnliche Begegnungen hat)
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Ufos (RIAS 1978)
(Ein Kontakt mit Außerirdischen enthüllt das Mysterium des Ursprungs der menschlichen Rasse. Professor Kolimowski, prominenter Anthropologe, Zoologe und Physiker, Entdecker des sagenhaften Yeti und Konstrukteur einer leider noch nicht voll funktionsfähigen Zeitmaschine, wird seit einem Jahr vermißt. Alles deutet darauf hin, daß er bei einem Tauchversuch auf der Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness Opfer seines Forschungsdrangs geworden ist. Doch dann gibt es ein überraschendes Lebenszeichen in Form dreier von ihm persönlich besprochener Tonbandkassetten, die nach Aussage eines ostfriesischen Bauern von einer fliegenden Untertasse über seiner Wiese abgeworfen worden sein sollen. Die allem Anschein nach authentischen Tondokumente enthalten die unglaublichen Schilderungen des Wissenschaftlers, der von einem unbekannten Flugobjekt entführt wird. Mit einem ad hoc aus Teilen seines Fotoapparats konstruierten Universal-Translators gelingt es ihm, mit den Außerirdischen in Kommunikation zu treten. Sie kommen von der Vega und bringen ihn geradewegs in das geheime galaktische Hauptquartier am Grund des Bermuda-Dreiecks. Hier, in der Tiefe des Ozeans, steht er einem der weisen UFO-Lenker aus galaktischen Fernen gegenüber und erhält Aufschlüsse über Vergangenheit und Zukunft der Menschheit. Vor zwei Millionen Jahren hatten böse Reptilien vom Aldebaran auf der Erde den Keim für die menschliche Rasse gelegt, um dereinst über willige Söldner in ihrem Geiste zu verfügen. Das Imperium von Aldebaran existiert nicht mehr, aber seither behalten die Veganer den von jenen geschaffenen Vorposten im Auge. Werden die Menschen hoffnungslos dem Bösen verfallen oder sind sie noch für das Gute zu retten? Sollen sie eine letzte Chance erhalten oder exterminiert werden? Eines ist sicher: in einer zweiten Sintflut wird es keinen Noah mehr geben)
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Das Geheimnis von Craven-Hall (RIAS 1978) (nach Catherine Louisa Pirkis: The Murder at Troytes Hill)
Versetzen Sie sich nun im Geiste zurück, um ein gutes dreiviertel Jahrhundert, in die Zeit der Gasbeleuchtung und der Pferdedroschken und folgen sie mir in das Gerichtsgebäude einer kleinen englischen Stadt, wo gerade eine Totenschau abgehalten wird, ein Mord hat stattgefunden. Und dann sahen Sie die Leiche. Jawohl euer Ehren, ich erblickte den dahingeschiedenen in seinem Blute liegen, inmitten dieser chaotischen Umgebung, es war abscheulich, wenn ich mir diesen starken Ausdruck gestatten darf. So, und was taten Sie dann? Ich sagte oh! Oh? Jawohl euer Ehren, oh, ich erinnere mich genau. Und dann? Äh, dann dachte ich nach. In der Tat, und? Ich äh ich dachte also nach, etwa 2 Minuten, würde ich sagen, dann
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Die Iden des März (RIAS 1981) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Die Wikinger in Vinland (RIAS 1981) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Schmetterling mit Hakenkreuzen (BR 1981) (nach Philip K. Dick: The man in the high castle)
Tschuang Tse träumt, er sei ein Schmetterling, er fliegt dahin, flattert mit den Flügeln und freut sich, plötzlich wacht er auf und erkennt, er sei Tschuang Tse, ist er nun Tschuang Tse, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder ist er ein Schmetterling, der träumt er sei Tschuang Tse, ahaha, wer kann das sagen, ich bin Melville Abendsen, geboren 1918, als der erste Weltkrieg zu Ende ging, im zweiten Soldat, Guadalcanal, Midway, Guam, bei Iwojima verwundet, Besatzer auf Okinawa bis 1946, ich bin Schriftsteller, ich schreibe Science Fiction, ich äh habe eine Idee im Kopf, eine Geschichte, die nicht in der Zukunft spielt, die gegenwärtig ist, zeitgenössisch und doch nicht von dieser unserer Zeit, ich will gewissermaßen
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Zwei Leichen im Orient-Express (Ein Fall für Professor van Dusen, nicht gesendet, profvandusen.com)
Guten Morgen, Professor, wachet auf, wachet auf, es krähte der Hahn, Morgenstunde hat bekanntlich Gold im Munde. Wie spät? Sieben Uhr durch, Professor, und die Sonne scheint. So, geben Sie mir mein Notizbuch. Sagten Sie Notizbuch? Ja doch, gestern abend, kurz vor dem Einschlafen, hatte ich einen höchst interessanten Gedanken im Zusammenhang mit meiner atomaren Strukturtheorie, von der Sie ohnehin nichts verstehen, da, auf der Ablage, etwas schneller, wenn ich bitten darf. Bitte sehr, Professor. Fällt Ihnen nichts auf, Professor? Nein. Und heute nacht haben Sie auch nichts gemerkt? Wie Sie wissen, mein lieber Hatch, erfreue ich mich eines gesegneten Schlafes, auch auf Reisen, was ist geschehen? Sehen Sie
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Das schaudererregende Abenteuer im Orient-Express (WDR 1982)
Guten Morgen Homes, früh im Bett und früh heraus glaube mir das zahlt sich aus. Was ist die Uhr. Präzise 7 mein lieber Homes und die Sonne scheint. So geben sie mir mein Spritzbesteck. Aber Homes sie haben doch versprochen. Verschonen sie mich mit ihren spießbürgerlichen Moralpredigten was wissen sie schon davon wie sehr ich meine 7%Lösung brauche, da auf der Ablage nun geben sie schon her. Wenn sie darauf bestehen. Ja. Fällt ihnen nichts auf Homes. Nein. Und heute nacht haben sie auch nichts gemerkt. Wissen Sie mein lieber Watts ich erfreue mich selbst auf Reisen eines passablen Schlafes, was ist geschehen. Werfen Sie einen Blick aus dem Fenster. Ah wir stehen. Sehr scharfsinnig, 7 Uhr sollten wir nicht schon seit Stund
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Im Wald, da sind die Räuber (RIAS 1982) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Festgemauert in der Erden (RIAS 1982) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
(Meine Damen und Herren. Heute meldet sich wieder "Report vor Ort" - mit Sensationen von gestern für Leute von heute. Carl Martell will mit der Sendung "Festgemauert in der Erden" einen historischen Ablauf von den Feierlichkeiten des Turmbaus zu Babel geben. Wir wünschen gute Unterhaltung!) (Anmoderation)
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Die lange Nacht des jungen Werthers (RIAS 1982) (Michael Koser: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Der Weltuntergang findet nicht statt (RIAS 1982) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Als die Römer frech geworden (RIAS 1983) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Film Noir (DLR 2000)
Keine Fotos, keine Fotos, bitte, keine Kameras, lassen Sie den Mann doch in Ruhe, und keine Fotos, hören Sie bitte auf zu fotografieren, machen Sie Platz... Als ich Malibu Beach erreichte, war der Regen noch stärker geworden, Blitze zuckten über den Nachthimmel wie der Widerschein fernen Artilleriefeuers, ich hielt, fünf Minuten vor elf, ich war pünktlich, die Straße war leer, bis auf einen einsamen Buick weiter vorn an der Biegung, unter einer windgeschüttelten Palme, und bis auf Arnolds Cadillac natürlich, er hockte vor dem Strandhaus wie eine riesige Kröte, ich hätte in guter Stimmung sein sollen, aber mein Gemüt war fast so dunkel wie der Himmel, Schatten der Vergangenheit oder eine Vorahnung an diesem verregneten Abend
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Die Alzheimergang (DLR 2002)
Ich soll die Story erzählen, das haben Garbo und Harald und Hildchen so beschlossen, ich weiß nicht wie ich das finde, klar ich gehör auch zur Alzheimergang, bloß irgendwie doch nicht so ganz richtig, weil ich bin erst 19 und Alzheimer ist noch weit hoffe ich mal, aber wenn die anderen unbedingt wollen, okay. Hören Sie sich das mal an: gerade im Bereich der Seniorenpolitik, sagte Dr. Waldhorn, muß sich sehr viel ändern, unseren älteren Mitbürgern, sagen wir es doch ganz deutlich, geht es zu gut. Was zu gut? Ja. Der spinnt, der Waldhorn. Och, vielleicht hat seine Mutter ja recht. Der Sie immer die Karten legen, Hildchen, ja, und was sagt die alte Isolde Waldhorn. Sie sagt, ihr Sohn sei ein, entschuldigen Sie den Ausdruck, ein
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Die Schule der Glücksritter (DLR 2004) (geplant als Cocktail für Zwei: Chicago Flip)
Pittsburgh, hier Pittsburgh. Der Pennsylvania Special rollte gerade ein, als ich den Bahnsteig betrat, ich fror ohne Hut und Mantel, der Schneeregen der Dezembernacht hatte mich durchnäßt, die Tasche war so schwer und ich wurde verfolgt, während ich am Zug entlang hastete, sah ich mich um, da kamen sie, zwei große Männer in dunklen Mänteln und klobigen Schuhen, in Panik stieg ich in den nächsten Wagen, ein Pullmansalon mit Privatabteilen und lief den Gang entlang, fängt ja gut an das neue Leben, dachte ich, plötzlich öffnete sich die Tür neben mir, eine Hand packte mich, zog mich ins Abteil. Legen Sie sich ins Bett schnell. Meine Tasche. Die verstecken wir unterm Bett, cava unter die Decke Mademoiselle wickeln sie sich
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Weitere Informationen zu den Hörspielen gibt es im Hörspielarchiv im Internet
14.05.2026, 19:59 Uhr |
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| Kriminalhörspiele von Michael |
Michael Koser:
Cocktail für Zwei: Kongo King Blue (DLR 1998)
Wenn ich die frühe Karriere unseres Glücksritterduos Felix und Cora Revue passieren lasse, ihre ersten Unternehmungen in Rußland und London, das Berliner Tangoabenteuer, den Coup in Monte-Carlo, die Affäre um den Hohenzollernhort, dann frage ich mich, womit fange ich an, mit dem Anfang natürlich, sagt der chronikalisch korrekte Pedant, so gehört es sich, so muß es sein, wirklich, die zwanziger Jahre in denen unsere Geschichten spielen, waren alles mögliche, golden, schmutzig, wild, mondän, krisenhaft, glorreich, schrill, pedantisch und korrekt waren sie nie, ich glaube ich beginne mit dem Abenteuer an der Riviera, blaues Meer und Sonnenschein, Kinostars, Luxus, großes Geld und große Gauner, der ideale Einstieg in die
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Cocktail für Zwei: Tango Berlin (DLR 1998)
Als das Jahr 1920 sich dem Ende zuneigte, als die Tage kürzer und kälter, die Nächte länger und heißer wurden, schüttelte ganz Berlin sich im Shimmyfieber, ganz Berlin nein, im vornehmen Hotel Kaiserhof trotzte das Orchester dem Zeitgeist und spielte weiterhin Tango, zur Freude eines erlesenen Publikums, es war Hochsaison, Sonntag, der 10. Oktober 1920, mitten in der Nacht. Eben hab ich etwas Hochinteressantes gehört, Freund Felix. Von wem, teuerste Cora. Von dem kleinen kravonischen Botschaftsattache, mit dem ich gerade getanzt habe, der mit den breiten Schultern und den schönen schwarzen Haaren. Und dem Hohlraum darunter. Mag sein, aber die Fassade ist imposant, das müssen sie zugeben. Was haben Sie denn nun
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Cocktail für Zwei: Kaiserpunsch (DLR 1998)
An einem schönen Sommerabend im Jahr der großen Hitze, präziser am Donnerstag, dem 11. August 1921, gegen 9 Uhr, ritt ein elegantes Paar auf zwei eleganten Brauen über den einsamen Strand des eleganten Badeorts Scheveningen, es war noch sehr warm, die Dämmerung hatte soeben erst eingesetzt und die Reiter, die man in ihrem eleganten Hotel kannte als Sir Mortimer und Lady Gwendolyn Grenfellpetinkton waren auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Was vermissen Sie, Freund Felix. Das Salz in der Suppe, Spannung, Gefahr, Risiko, Abenteuer. Das exquisite Gefühl auf dem Drahtseil über dem Löwenkäfig Tango zu tanzen. Genau das, teuerste Cora, für eine geruhsame Existenz in Filzpantoffeln sind Felix und Co nicht ge
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Cocktail für Zwei: Bloody Mary (DLR 1998)
Bisher meine Damen und Herren haben Sie mit mir Felix und Cora an die CotedAzur begleitet, nach Berlin und zum Versteck des Hohenzollernhorts, jetzt wird es Zeit, zu den Ursprüngen zurückzukehren, als alles begann, es war einmal ein Krieg, ein Weltkrieg, er sollte der letzte sein und war doch nur der erste, in diesem Krieg gab es einen Offizier der Felix hieß und zum Geheimdienst seines Landes gehörte und es gab auf der Gegenseite eine Spionin namens Cora, nun geschah es, daß beide sich trafen und aus Feinden zu Freunden wurden, da sie der Ansicht waren, für einen frühen Tod seien sie viel zu schade, verließen sie die Front unter Mitnahme erheblicher Summen die nicht ihnen gehörten sondern ihren jeweiligen Generalstäben und
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Cocktail für Zwei: Eiffel sour (DLR 1999)
Das Jahr 1922 war angebrochen und die Welt drehte sich immer schneller, Landru der schwarzbärtige Frauenmörder verlor Bart und Kopf, mit großem Getöse tagte zu Genua eine internationale Konferenz, die die Weltwirtschaft sanieren sollte, ein gewisser Josef Stalin wurde Generalsekretär der kommunistischen Partei Rußlands, der französische Ministerpräsident Briand mußte zurücktreten und Monsieur Poincare übernahm seinen Posten, das alles ist bekannt, das alles steht in den Geschichtsbüchern, daß der Eifelturm, das weltberühmte Wahrzeichen der Stadt Paris gestohlen wurde, das steht nicht in den Geschichtsbüchern, am Nachmittag des 9. Mai 1922 nahm diese schier unglaubliche Geschichte ihren Anfang. Von hier aus ist
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Cocktail für Zwei: Surabaya Sling (DLR 1999)
Es war ein schöner Junitag im Jahre 1922, die Sonne strahlte als gäbe es weder Weltkriege noch Friedensverträge, die Vögel die nichts wußten von Wirtschaftskrise und Inflation sangen aus vollem Hals und durch die von keiner Erhebung beeinträchtigte Plattheit der norddeutschen Tiefebene dampfe behäbig ein Bummelzug, sofern er nicht, wie es sich des öfteren als unumgänglich erwies, in einem der zahlreichen kleinen Bahnhöfe eine Verschnaufpause einlegte. Willsum hier Willsum, beim aus- und einsteigen beeilen bitte. Was für ein Nest, teuerste Cora, so winzig, so ruhig, so ganz und gar uninteressant. Glauben sie Felix, je kleiner die Laus, desto fetter der Schmaus. Oh kravonisches Sprichwort. Ganz recht, hätten sie nicht Lust, diesem
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Cocktail für Zwei: Germanengold (DLR 1999)
Wir sind von Kopf bis Fuß auf Wagner eingestellt, denn das ist unsere Welt und sonst gar nichts. Heil dir Holde. Heil dir Held Herman. Was gibts zu schmausen. Semmeln, Wurst, Käse, Eier, wie immer. Trefflich, trefflich, schenk ein den Kaffee aus keramischer Kanne, schweig stille Loki du arger Wicht. Pst gleich kriegst ein Wursti. Herman der Cherusker und Thusnelda saßen am Frühstückstisch, dieser stand in der Villa Walhall und diese wiederum stand an der Poschingerstr. im vornehmen Münchner Stadtteil Bogenhausen, eigentlich hieß Herman Alois Wichtel und so sah er auch aus, trotz seiner wenig imposanten Statur, seiner auswärts gebogenen Knie, seiner spärlichen mausblonden Haare hielt er sich für die leibhaftige Wiedergeb
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Cocktail für Zwei: Titanic Smash (DLR 1999)
Titanic, alle reden immer nur von der Titanic dabei waren es zwei zwei Schiffe. Es war vor Jahren gewesen noch während des Kriegs, in Amsterdam, Felix hielt sich incognito im neutralen Holland auf, der Grund tut nichts zur Sache, in einer finsteren Kaschemme im Hafenviertel war er mit einer gewissen wichtigen Kontaktperson verabredet, der Mann ließ auf sich warten, er kam übrigens nie, er trieb ein Messer im Rücken in einer abgelegenen Gracht, doch dies nur nebenbei, während er wartete gab Felix einem betrunkenen Seemann einen Ginebra aus, und der revanchierte sich mit einer höchst erstaunlichen Geschichte. Zwei Schiffe zwei Schwestern, fast Zwillinge, erst die Olympic, dann die Titanic, eine sah aus wie die andere, darum ist
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Michael Koser: (Sonstige Hörspiele):
Einmal Utopia - hin und zurück (RIAS 1970) (Ein Schulfunk-Hörspiel) (nach Robert Sheckley: A Ticket to Tranai)
(Ein Planet mit dem Ruf eines Steuerparadieses und Idealstaates erweist sich bei näherem Kennenlernen als Paradies mit kleinen Fehlern. Seit Gottlieb von Borg gehört hat, einem kleinen kolonisierten Planeten irgendwo in der Galaxis, glaubt er sein Utopia gefunden zu haben, denn dort soll es die absolute Freiheit des Individuums geben. Keine staatliche Aufsicht, keine Gesetzbücher, keine Juristen, keine Polizei und deshalb auch keine Verbrechen. Jeder kann tun, was er will. Freie Bahn dem Tüchtigen. Private Unternehmerinitiative und freier Kapitalfluß sind das ökonomische Prinzip. Armut gibt es nicht. Auf Borg hat jeder das Recht, an der Umverteilung des Reichtums zu seinen Gunsten mitzuwirken. Was das in der Praxis bedeutet, erfährt Gottlieb gleich nach seiner Ankunft, als er einem Straßenräuber zum Opfer fällt. Man klärt ihn auf, daß es sich um einen Steuereintreiber der Regierung gehandelt hat, eine unbürokratische und verhältnismäßig schmerzlose Methode der Finanzpolitik. Umverteilung durch Straßenraub ist ganz legal. Jeder sorgt für sich selbst, und man rät ihm, es ebenso zu machen. Der Präsident persönlich heißt ihn willkommen und vermittelt ihm einen Job in einer Fabrik, in der möglichst unzuverlässige und ungeschickte Haushaltsroboter konstruiert werden, um den Menschen das Gefühl der Überlegenheit zu geben. Man drängt Gottlieb, so schnell wie möglich zu heiraten, denn Junggesellen haben auf Borg keinen Status, und Abweichungen von der Norm sollte er sich besser nicht leisten. Als ihn seine junge, hübsche Frau jedoch aufklärt, daß es auf Borg üblich ist, die Frauen regelmäßig einzufrieren, damit sie sich im Kältegenerator jung erhalten können, sieht er die Zeit für Reformen gekommen. Bereitwillig will ihm der Präsident sein Amt abtreten, denn auf Borg kann jeder Präsident werden. Als er jedoch hört, welch makabres Ende dem Staatsoberhaupt droht, wenn die Bevölkerung bei sinkender Popularität mehrheitlich den Minusknopf drückt, beschließt er spontan, zur Erde zurückzukehren, von der man sagt, daß sie mit ihrem geregelten Staatswesen und ihrer geordneten Wirtschaft ein wahres Paradies sein soll)
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Kein Job mehr für die Roboter (RIAS 1970) (Schulfunk) (nach Brian Aldiss: But who can replace a man)
(Ein Experiment soll klären, ob Roboter bei Ausbleiben menschlicher Befehle selbst Entscheidungen treffen können. Kein Mensch muß mehr körperlich arbeiten. Alle anfallenden Tätigkeiten werden zuverlässig von Robotern erledigt, die ihre Anweisungen per Funk erhalten. Die Robotpsychologin Julia will erstmals beweisen, daß Roboter fähig sind, ihre Arbeit ohne Anleitung selbständig zu organisieren. Mit Billigung des obersten Konzils wird die Funkverbindung zu einer der landwirtschaftlichen Außenstationen unterbrochen. Eine Überwachungsfrequenz, von der die Roboter nichts wissen, erlaubt es, den Verlauf des Experiments zu verfolgen. Als die Anweisungen von der Zentrale ausbleiben, ahnt R 1, Koordinator der mit sieben Robotern besetzten Agrarstation, daß irgend etwas nicht so ist, wie es sein soll. In seiner Datenbank findet er jedoch für eine solche Situation keinen Präzedenzfall. Ein technischer Defekt scheidet aus, deshalb kann der Fehler nur bei den Menschen selbst liegen. Wären nur einige Menschen außer Betrieb, hätten andere sie längst ersetzt. Da dies nicht der Fall ist, bleibt einzig die logische Folgerung, daß alle Menschen außer Betrieb sein müssen. Wenn aber keine Menschen mehr da sind, gibt es auch niemanden, für den die Roboter arbeiten können. Also sind die Roboter jetzt frei und können tun, was Ihnen gefällt. Sie werden ihre eigenen Herren sein und bald die Welt beherrschen. R 1, der über das Gehirn mit der größten Kapazität verfügt, ernennt sich zum Führer. Die Stadt der Menschen soll zerstört und durch eine neue für Roboter ersetzt werden. Spaltbares Material ist in ihren Atomreaktoren ausreichend vorhanden. Als man in der Zentrale registriert, daß das Experiment außer Kontrolle zu geraten droht, versucht man, es im letzten Moment zu stoppen. Aber zu spät: R 1 hat seinen Empfänger abgeschaltet. Schon bewegt sich ein immer größer werdender Zug von Robotern auf die Stadt zu)
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Reservat. There are no Truths outside the Gates of Eden (RIAS/SWF 1970) (Werkstatt des Hörspiels)
Guten Abend, meine Damen und Herren, in unserer heutigen Übertragung hören Sie: Reservat, there are no truths outside the Gates of Eden. Von Michael Koser, Manfred Marchfelder und Friedrich Scholz. Es wirken mit: Klaus Krüger, Ernst Schröder, Ursula Starck, Hans-Ulrich Minke, Helga Anders, Klaus Herm, Cordula Hubrich, Christoph Quest, Klaus Wampfler, Erika Eller, Hans Boche, Klaus Jepsen, Erwin Schastok, Mike Wiegand, Barbara Tietze, Klaus Dieter Mäurich und Ulrich Pleitgen. Wir wünschen Ihnen einen guten Empfang (Applaus). At times I think there are no words but these to tell whats true and there are no truths outside the Gates of Eden. Eins zwei drei (Musik). Dieser Ort zerstört mich. Es gibt kein oben und unten mehr. Das Wort darf nicht
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(Andersdenkende und Außenseiter der Gesellschaft werden in ein Reservat abgesondert und ausgebeutet. Um sich subkultureller Bewegungen zu entledigen, die das lautlose Funktionieren der Gesellschaft stören und ideologische Unzufriedenheit verbreiten könnten, hat man unter einem gigantischen Plexiglasdom einen Freiraum geschaffen, ein künstliches Paradies der Antisozialen, von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen und durch eine komplexe Maschinerie ständig in einem Schwebezustand gehalten. Automaten versorgen die Insassen mit allem, was sie brauchen. Jeder kann leben, wie er es sich wünscht. Nichts ist verboten. Fast alle sehen glücklich aus. Die wenigsten wollen wahrhaben, daß ihr Horizont begrenzt ist, daß es eine Grenze gibt, die nicht überschritten werden kann. Möglichkeiten der innerinstitutionellen Rebellion sind bewußt vorgesehen und selbst institutionalisiert. Aber es ist sinnlos, Automaten zu zerstören, weil jeder Ansatz, ein Zeichen zu setzen, folgenlos bleibt. Die weitaus meisten haben ihre ursprünglichen Ziele längst zugunsten individueller Glücksbefriedigung aufgegeben. Anfängliche Widerstände in der Öffentlichkeit sind beseitigt, seit man erkannt hat, daß die Institution keine karitative Anstalt, kein sozialer Luxus ist, sondern sich ökonomisch selbst trägt. Weil antisoziale Haltung oft mit künstlerischer Begabung korrespondiert, kann die Gesellschaft sich der Resultate ihrer schöpferischen Arbeit bedienen, um nach Entfernung extremer Auswüchse und normalisierender Bearbeitung die streng lineare Geometrie des Plans abzurunden. Daß die Schützlinge auf diese Weise Erhebliches zur Bereicherung der Gesellschaft beitragen, die Sie ablehnen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Thema des Hörspiels in der Dialektik zwischen Innenansicht und Außendarstellung der "Institution" sind Begriffe wie Freiheit, Toleranz und Revolution, aber auch die Abkapselung des Kulturbetriebs von der realen gesellschaftlichen Entwicklung, wobei Michael Koser sein eigenes Werk selbstkritisch nicht ausnimmt). (Die Utopie handelt von einem künstlichen Paradies, geschaffen von einer zukünftigen Weltregierung für alle diejenigen, die gegen den "Plan", die vorausberechnete wirtschaftliche und politische Ordnung opponieren: Künstler, Gammler, Oppositionelle jeder Art. In dem von der Außenwelt abgeschlossenen Reservat erhalten die darin Angesiedelten mühelos alles, was sie zum Leben brauchen, haben sie völlige Freiheit, die Lebensform zu wählen, die sie wünschen - die Gesellschaft "draußen" aber hat sich dadurch auf "humane" Art von ihrer unberechenbaren Opposition und Revolution befreit. Auf der anderen Seite finden sich auch die Außenseiter der Gesellschaft im Reservat mit der "repressiven Toleranz" ab, geben echte revolutionäre Haltung auf zugunsten einer individuellen Glücksbefriedigung. - Das Hörspiel soll auffordern, über Begriffe wie Freiheit, Toleranz, Revolution nachzudenken) (Titel aus dem Song "Gates of Eden" von Bob Dylan)
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Tote singen nicht (Kriminalparodie auf Raymond Chandler) (RIAS/SWF 1971)
Das Haus war der gemeinsame Alptraum eines größenwahnsinnigen Architekten und eines Bauherrn, der zuviel Geld hatte, eine unwahrscheinliche Kreuzung aus gotischem Palazzo, maurischer Kathedrale und griechischem Eiscreme, aber ich war ja nicht hier, um den Geschmack der oberen Zehntausend zu beurteilen, Mister Waterson ließ mich warten, er konnte sich das leisten, er hatte eine Empfangshalle so groß wie das Landedeck eines Flugzeugträgers, einen fast echten englischen Butler, den er wahrscheinlich auf einer Antiquitätenmesse ersteigert hatte, und mehr Dollars als die übrige Stadt zusammen und ich war bloß ein kleiner Fisch, mein Auto war drei Jahre alt, mein Anzug war auch, und mein letzter Kontoauszug war
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John Bomb jagt Dr. Pop (Kriminalparodie auf Ian Fleming) (SWF/RIAS 1971)
(Action à la 007. Aber es ist anstrengend geworden, Null-Null zu sein. Nicht die Parties, nicht die Mädchen - die schafft man an einem Vormittag. Aber die Jagd. Früher hatte man es leichter: da hat man die eine Hälfte mit dem Sportwagen gemacht und die andere Hälfte unter Wasser, mit dem Flugzeug, das ging auch noch. Aber dann haben die Schurken Raketen eingesetzt, und jetzt ist unter Raumschiffen nichts mehr zu machen. Natürlich fängt John Bomb am Ende Dr. Pop, fragt sich bloß, wo und unter welchen Umständen)
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Was hilft gegen Vampire? (RIAS 1972)
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Zwei Messer stecken, ach, in einer Brust (RIAS 1972) (Ein Werwolf-Hörspiel)
(Der Originaldatensatz von Deutschlandradio/RIAS betitelt das Hörspiel mit „Zwei Messer stecken, ach, in einer Brust“. Es kann natürlich sein, daß bei der Dokumentation ein Schreibfehler unterlaufen ist oder die Bandschachtel falsch beschriftet war. Da Michael Koser gerne mit Wortspielen hantiert – die Originalvorlage ist hier wohl Goethes Faust („Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“) – kann es natürlich gut sein, daß das Zitat von Koser hier entsprechend umgewandelt wurde. Dabei machen wohl beide Versionen („einer“ bzw. „meiner“) Sinn. Ich konnte in den Beitrag hineinhören, leider wurde der Titel hier nicht genannt. Inhaltlich geht es um die Ermordung einer Prostituierten durch Jack the Ripper. Da die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive der Frau erzählt wird, macht „Zwei Messer stecken, ach, in einer Brust“ mehr Sinn. Das ist aber nur meine Interpretation) (Info ARD Hörspielarchiv)
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Der geheimnisvolle Fall der Weihnachtsgans (RIAS 1972) (nach Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes, Der blaue Karfunkel)
(Am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages kam ich zu Sherlock Holmes, um ihm meine Glückwünsche zu überbringen, er lag auf dem Sofa in einem purpurnen Morgenrock, neben sich den Pfeifenständer und einen Stoß Zeitungen, vor der Couch stand ein hölzerner Stuhl, über der Lehne hing ein nicht sehr respektabel aussehender Filzhut, er war schon ziemlich ramponiert und hatte viele Beulen, Vergrößerungsglas und Pinzette, die auf dem Stuhlsitz lagen, legten die Vermutung nahe, daß Holmes bei der Arbeit war. Hoffentlich störe ich dich nicht, sagte ich. Nicht im geringsten, ich bin froh, die Sache mit dir besprechen zu können. Er deutete mit dem Daumen auf den alten Hut. Da haben wir eine ganz banale Angelegenheit)
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Ach und Krach (RIAS 1973)
(Lärm wird von der Staatsführung als notwendiges Zugeständnis an den Fortschritt propagandistisch kompensiert. Die Welt ertrinkt im Lärm. Die Schwelle des Erträglichen ist schon lange überschritten. Lärmschleusen und elektronisch gesteuerte Schallisolierungen sind nur für die Spitzen der Gesellschaft erschwinglich. Untergrundkommandos bekämpfen Lärm mit Gegenlärm. Die Mehrzahl der Bevölkerung hat resigniert. Um zu akzeptablen neuen Ideen für den Lärmschutz zu kommen, beschließt das Führungsgremium der obersten staatlichen Instanz, zwei Probanden unter dem Vorwand eines freiwilligen Berufs- und Eignungstests auf das Problem anzusetzen. Sie, 027-41-316 W, erhält von den Testmaschinen den Auftrag, das Thema in einem Rundfunkhörspiel zu erörtern, er, 142-20-444 M, soll eine Maschine oder Vorrichtung erfinden, die Lärm erträglicher macht. Vier Wochen später kann der Versuch erfolgreich abgeschlossen werden, daß dabei die Rollen vertauscht wurden und er das Hörspiel, sie die technische Verbesserung realisiert hat, scheint unerheblich. Ihre Idee war es, die allgemein gebräuchlichen, jedoch ineffektiven und sozial isolierenden Ohrenschützer mit kleinen Empfängern auszustatten, aus denen sanfte Musik oder eine freundliche Stimme kommt. Im Gremium ist man sich schnell einig, daß die Möglichkeiten dieser Lärmschutz-Kopfhörer weit über die Absichten der Erfinderin hinausreichen. Mit ihrer Hilfe wird es gelingen, die Menschen, die sich dem technischen Fortschritt so wenig anzupassen bereit sind und die zwangsläufigen Begleitumstände über Gebühr betonen, im staatlichen Sinne progressiv zu konditionieren. Entsprechende Slogans sind bereits ausgearbeitet. Per Gesetz könnte das Tragen der Kopfhörer zur Pflicht gemacht werden. Dann könnte auch das vorgelegte Anti-Lärm-Hörspiel nach angemessener Bearbeitung über die Kopfhörer laufen - trotz seiner radikalen Tendenzen. Denn wann hatte verbaler Radikalismus, zumal in künstlerischer Form, je über heilsame Abreaktion hinausgehende, radikale Wirkung?)
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Müllschlucker (SWF 1973)
(Es gibt keine Kriege mehr, die Welt ist heil, und die unliebsamen Alten werden in den Weltraum hinausgeschossen, wo sie die "gute alte Zeit" verherrlichen. "Ehre das Alter, aber nicht zu sehr, wenn du selbst alt werden willst", ist einer der Leitsätze des weisen Boseko, Cheftheoretiker der Neuen Ära, die einige Jahre nach dem Schock des 3. Weltkriegs begonnen hat. Aber der allgemeine Vorsatz, in Zukunft besser aufzupassen, wird immer wieder gefährdet durch Leute wie Opa 17, deren Wünsche rückwärts orientiert sind und die militaristisches und kapitalistisches Gedankengut verbreiten. So beschließt die Großfamilie V-97-663, es den anderen gleichzutun, die ihre kriegslüsternen Alten auf MS 1 abgeschoben haben, den Müllsatelliten, den man zu Beginn der Neuen Ära gebaut und in eine Erdumlaufbahn geschossen hat. Opa 17, der sich jetzt wieder Cäsar nennt, kommt in gute Gesellschaft. Aber er hat ganz und gar keine Lust, hier als einfacher Arbeiter bei einem der Monopolisten für Altpapier, Glas oder Schrott ganz unten anzufangen. Jeder, der einen Abfallstoff findet, auf den noch niemand ein Monopol hat, darf sich selbst zum Monopolisten ernennen. Wenn er alle Herausforderer im offenen Kampf besiegt, kann er sich in die Monopolrolle eintragen lassen, erhält Sitz und Stimme im höchsten Gremium des Müllplaneten und bestimmt fortan mit über die Verteilung der lebenswichtigen Güter, die von der Erde geschickt werden. In einem märchenhaften Aufstieg bringt es Opa Cäsar vom Monopolisten für Altmedikamente zum uneingeschränkten Herrscher über den Müllplaneten. Unter dem Motto "Durch Müll zum Sieg" fordert er von der Erde ultimativ die Abschaffung aller Errungenschaften der Neuen Ära, so daß man sich gezwungen sieht, den Satelliten mit seiner zeternden Besatzung auf eine neue, für die Erde ungefährliche Umlaufbahn abzudrängen. Die Welt ist wieder in Ordnung. Michael Kosers Satire zielt auf die ewig Gestrigen, nimmt aber auch die allzu simplen utopischen Entwürfen einer befriedeten Welt von morgen nicht aus)
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Verfahren (Ein Denk-Spiel über Autos) (RIAS 1973)
(Die Zunahme der Verkehrsdichte gipfelt in einem nicht mehr endenden Stau, der lückenlos alle Straßen des Landes ausfüllt. Aufgrund verstärkter Neuzulassungen ist nun auch auf einer der letzten Bundesstraßen der Verkehr endgültig zum Erliegen gekommen. Das Verkehrsministerium bittet durchzuhalten, seit Eintritt der derzeitigen statischen Situation vor zwei Jahren ist die Regierung unermüdlich damit beschäftigt, Maßnahmen zur Schaffung wirksamer Abhilfe zu überprüfen. Der Automobilclub unterstreicht seine Forderung nach neuen Straßen und empfiehlt, gelegentlich den Motor laufen zu lassen, damit er fahrbereit bleibt. Unter dem Wahlspruch "Mein Auto ist meine Burg" haben sich kleine, straff organisierte Gruppen gebildet, Autokameraden, die treu zu ihrem geliebten vierrädigen Freund stehen. Wer träumt nicht davon, auf menschenleeren Autobahnen frei aufs Gaspedal zu treten, in die Sitze gedrückt zu werden, die Bäume nur als undeutliche Schatten zu sehen! Pünktlich um zwölf kommt der Polizeihubschrauber zur Essen- und Postausgabe. Wehe dem, der sein Wasser zum Trinken mißbraucht! Es gilt, den Ruf der saubersten Autos auf der ganzen Autobahn zu verteidigen! Das Autoradio wirbt für Klapp-WCs und Häkelschoner fürs Lenkrad. Im beliebten Wunschkonzert schickt die Familie liebe Grüße an den Papa bei Kilometer 52. Im Raum Neuwied kommt es zu Zusammenstößen zwischen Autokameraden und einer Gruppe linker Naturfreunde, die am Begrenzungsstreifen gegen den Individualverkehr demonstrieren. Das Innenministerium empfiehlt, sich durch eine lautstarke radikale Minderheit nicht provozieren zu lassen, Regierung und Institutionen und die gutgesinnte Mehrheit der Bevölkerung stehen hinter den Autokameraden. Trotz - temporärer! - Verstopfung der Autobahnen und Bundesstraßen sind, wie der Bundesverband der Autoindustrie versichert, doch noch eine ganze Reihe von Straßen zweiter Ordnung und Feldwegen unbesetzt, was bedeutet, daß die Straßenkapazität im großen und ganzen gesehen bei weitem noch nicht erschöpft ist, und das heißt: weitermachen und noch mehr leisten zum Wohl des Ganzen)
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Yeti in Dichtung und Wahrheit (RIAS 1973)
(Hörfolge aus dem sagenhaft-phantastischen Sujets um Professor Kolimowski, der unbekannten Phänomenen nachspürt und wiederholt ungewöhnliche Begegnungen hat)
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Dies Blutbild ist bezaubernd schön (Ein Vampir-Hörspiel) (RIAS 1973)
Amsterdam, 17. Mai, 6 Uhr 15, in einer halben Stunde wird Prof. Vandenburg bei mir erscheinen, der international angesehene Experte auf dem Gebiet der okkulten Wissenschaften, er hat versprochen, mir meinen ersten Vampir vorzuführen, ich bin gespannt. Wir sind da, Vorsicht, das ist der Sarkophag, fassen Sie mit an, der Deckel ist schwer, sie haben doch das Kruzifix bei sich und den Knoblauch. Natürlich, im Sarg liegt ein älterer Mann, er wirkt entspannt, ruhig, als ob er schläft, ich habe das Gefühl, daß er mich durch die Wimpern hindurch beobachtet, seine Gesichtsfarbe ist ich würde sagen ausgesprochen gesund, die Lippen nein das ist geronnenes Blut in den Mundwinkeln, und dann zwei dunkle Linien bis zum Kinn
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Von rechts nach links: Super Tarzan Special Agent Love Story Space Captain Lonesome Gun (Ein utopisches Hörspiel) (RIAS 1974)
(Totalidentifikation als Unterhaltungsangebot eines elektronischen Massenmediums, das selbst systemkritische Ansätze zum konsumierbaren Programmbestandteil macht. Im Rahmen des allmonatlichen Inside-Programms für Outsider gewährt die Kult AG Einblicke in Produktionsweisen und demonstriert, wie mit Hilfe des Programmcomputers aus vorgegebenen Versatzstücken eine Vielzahl von Unterhaltungsprogrammen montiert werden, die nach Passieren der elektronischen Zensur mit Werbespots angereichert und im Stimu-Sender gespeichert werden, von wo aus sie zu Hause am Identi-Stimulationsset mit Hilfe des Programmwählers jederzeit abgerufen und durch Stimulierung entsprechender Gehirnzentren als induktive Halluzination erlebt werden können. Die Programminhalte freilich sind die gleichen wie in der Vor-Kult-Zeit: starke Männer, die für Recht und Gesetz kämpfen, Abenteuerfrische, der Duft der großen weiten Welt, Geschichten, die das Leben schrieb, unermeßliche Gefahren in Raum und Zeit. Doch in den Reihen der Programmierer wird Unzufriedenheit laut. Sie wollen andere Sendungen machen, das übersättigte Publikum aktivieren, ihn die dauernde Fremdbestimmung bewußt machen. Mitten ins laufende Programm hinein fordern sie dazu auf, den Gehorsam zu verweigern, Widerstand zu leisten, eigene Entscheidungen zu treffen. Aber Kult AG weiß auch die Äußerungen der Rebellion für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Die Teilnehmer können identifiziert bleiben. Alles ist unter Kontrolle. Denn was da live miterlebt wurde, ist nicht der Versuch eines kulturrevolutionären Umsturzes, sondern ein gut arrangiertes Spezialprogramm für progressive Minderheiten aus der kombinierten Serie: The Great Red Hope - Kulturrevolution. Michael Koser demonstriert, inwieweit Kritik, als Spiel konsumierbar gemacht, nicht mehr geäußert zu werden braucht, Protest und Widerstand aus zweiter Hand den Einzelnen von seiner Verpflichtung zum Engagement entbinden, statt sie ihm bewußt zu machen, wobei der Autor seine eigene Arbeit selbstkritisch in die gleiche Perspektive rückt.) (Der Autor entwirft keine unverbindlichen utopischen Zukunftswelten, sondern bezieht sich konkret auf gegenwärtige Mißstände unserer Welt. Hier nimmt er satirisch den Zustand heutiger Massenkommunikationsmittel und ihr Angebot an Unterhaltungssendungen aufs Korn. "Kult AG", computergesteuert, Massenmedium der Zukunft, beliefert ein gelangweilt-williges Publikum noch immer mit den bekannten Geschichten: Tarzan, Special- Agent, Lonesome Gun, Weltraum-Krimis etc. Ein paar Mitarbeiter der "Kult AG" tun sich jedoch zusammen, um wider den Stachel zu löcken, wollen ihr Publikum zum Widerstand aktivieren. Doch die Äußerungen der Rebellion weiß "Kult AG" für ihre, für unsere Zwecke nutzbar zu machen)
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Heil im Siegerkranz - Satire auf den Geist der Gründer (RIAS 1975)
(Sprecher, Rolle/Funktion: Inge Wolffberg: Winnetou, Wilhelmine Buchholz, Gert Haucke: Old Shatterhand, May Karl, Kara Ben Nemsi alias Karl Friedrich May, Hubertus Bengsch: Comanchenhäuptling, Onkel Fritz, Professor, Helmut Krauss: Red Batman, Arbeiter, Hadschi Halef Omar, Peter Schiff: Tramp, Zarathustra, Diener, Dr. Stinde, Barde)
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Jahrmarkt der Vergangenheit. Heute wars - Satire auf das Gestern von morgen (RIAS 1975)
(Das Hörspiel „Heute war’s – Satire auf das Gestern von morgen“ aus dem Jahr 1975 erschafft eine Welt im Jahr 2020: Es gibt nur noch einen Staat auf der Welt, die Menschen leben in großen Superstädten unter Plexiglas. Und sonst? Alles ist möglich, auch, daß Gegenwart und Zukunft so aussehen wie in diesem Hörspiel – so zumindest das Resümee des Autors Michael Koser)
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Ping-Pong zur Ming-Zeit (Erotische Erzählung aus dem alten China) (RIAS 1977)
Kennen Sie Kung Fu, kennen Sie Mao Tse Tung, aber kennen Sie auch Ming Ping Pong? Ming Ping Pong ist kurz gesagt nichts anderes als eine Abkürzung bzw. Kurzfassung des Titels dieser unserer Sendung, welcher in voller Länge lautet wie folgt: Ping-Pong zur Ming-Zeit, erotische Erzählungen aus dem alten China. Das Manuskript schrieb Michael Koser. Aber was, werden Sie nun fragen ist Ping Pong zur Mingzeit, eigentlich um ganz ehrlich zu sein, nur der etwas reißerische Titel für eine Sendung über einen wichtigen Abschnitt der chinesischen Literaturgeschichte, mit Körperkultur oder gar Leistungssport hat unser Thema höchstens im übertragenen Sinne zu tun... steht und fällt mit dem Text, dem Wort. Fönis war
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Loch Ness (RIAS 1977)
(Yeti, Loch Ness und UFOs sind Hörfolgen aus dem sagenhaft-phantastischen Sujets um Professor Kolimowski, der unbekannten Phänomenen nachspürt und wiederholt ungewöhnliche Begegnungen hat)
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Ufos (RIAS 1978)
(Ein Kontakt mit Außerirdischen enthüllt das Mysterium des Ursprungs der menschlichen Rasse. Professor Kolimowski, prominenter Anthropologe, Zoologe und Physiker, Entdecker des sagenhaften Yeti und Konstrukteur einer leider noch nicht voll funktionsfähigen Zeitmaschine, wird seit einem Jahr vermißt. Alles deutet darauf hin, daß er bei einem Tauchversuch auf der Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness Opfer seines Forschungsdrangs geworden ist. Doch dann gibt es ein überraschendes Lebenszeichen in Form dreier von ihm persönlich besprochener Tonbandkassetten, die nach Aussage eines ostfriesischen Bauern von einer fliegenden Untertasse über seiner Wiese abgeworfen worden sein sollen. Die allem Anschein nach authentischen Tondokumente enthalten die unglaublichen Schilderungen des Wissenschaftlers, der von einem unbekannten Flugobjekt entführt wird. Mit einem ad hoc aus Teilen seines Fotoapparats konstruierten Universal-Translators gelingt es ihm, mit den Außerirdischen in Kommunikation zu treten. Sie kommen von der Vega und bringen ihn geradewegs in das geheime galaktische Hauptquartier am Grund des Bermuda-Dreiecks. Hier, in der Tiefe des Ozeans, steht er einem der weisen UFO-Lenker aus galaktischen Fernen gegenüber und erhält Aufschlüsse über Vergangenheit und Zukunft der Menschheit. Vor zwei Millionen Jahren hatten böse Reptilien vom Aldebaran auf der Erde den Keim für die menschliche Rasse gelegt, um dereinst über willige Söldner in ihrem Geiste zu verfügen. Das Imperium von Aldebaran existiert nicht mehr, aber seither behalten die Veganer den von jenen geschaffenen Vorposten im Auge. Werden die Menschen hoffnungslos dem Bösen verfallen oder sind sie noch für das Gute zu retten? Sollen sie eine letzte Chance erhalten oder exterminiert werden? Eines ist sicher: in einer zweiten Sintflut wird es keinen Noah mehr geben)
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Das Geheimnis von Craven-Hall (RIAS 1978) (nach Catherine Louisa Pirkis: The Murder at Troytes Hill)
Versetzen Sie sich nun im Geiste zurück, um ein gutes dreiviertel Jahrhundert, in die Zeit der Gasbeleuchtung und der Pferdedroschken und folgen sie mir in das Gerichtsgebäude einer kleinen englischen Stadt, wo gerade eine Totenschau abgehalten wird, ein Mord hat stattgefunden. Und dann sahen Sie die Leiche. Jawohl euer Ehren, ich erblickte den dahingeschiedenen in seinem Blute liegen, inmitten dieser chaotischen Umgebung, es war abscheulich, wenn ich mir diesen starken Ausdruck gestatten darf. So, und was taten Sie dann? Ich sagte oh! Oh? Jawohl euer Ehren, oh, ich erinnere mich genau. Und dann? Äh, dann dachte ich nach. In der Tat, und? Ich äh ich dachte also nach, etwa 2 Minuten, würde ich sagen, dann
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Die Iden des März (RIAS 1981) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Die Wikinger in Vinland (RIAS 1981) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Schmetterling mit Hakenkreuzen (BR 1981) (nach Philip K. Dick: The man in the high castle)
Tschuang Tse träumt, er sei ein Schmetterling, er fliegt dahin, flattert mit den Flügeln und freut sich, plötzlich wacht er auf und erkennt, er sei Tschuang Tse, ist er nun Tschuang Tse, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder ist er ein Schmetterling, der träumt er sei Tschuang Tse, ahaha, wer kann das sagen, ich bin Melville Abendsen, geboren 1918, als der erste Weltkrieg zu Ende ging, im zweiten Soldat, Guadalcanal, Midway, Guam, bei Iwojima verwundet, Besatzer auf Okinawa bis 1946, ich bin Schriftsteller, ich schreibe Science Fiction, ich äh habe eine Idee im Kopf, eine Geschichte, die nicht in der Zukunft spielt, die gegenwärtig ist, zeitgenössisch und doch nicht von dieser unserer Zeit, ich will gewissermaßen
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Zwei Leichen im Orient-Express (Ein Fall für Professor van Dusen, nicht gesendet, profvandusen.com)
Guten Morgen, Professor, wachet auf, wachet auf, es krähte der Hahn, Morgenstunde hat bekanntlich Gold im Munde. Wie spät? Sieben Uhr durch, Professor, und die Sonne scheint. So, geben Sie mir mein Notizbuch. Sagten Sie Notizbuch? Ja doch, gestern abend, kurz vor dem Einschlafen, hatte ich einen höchst interessanten Gedanken im Zusammenhang mit meiner atomaren Strukturtheorie, von der Sie ohnehin nichts verstehen, da, auf der Ablage, etwas schneller, wenn ich bitten darf. Bitte sehr, Professor. Fällt Ihnen nichts auf, Professor? Nein. Und heute nacht haben Sie auch nichts gemerkt? Wie Sie wissen, mein lieber Hatch, erfreue ich mich eines gesegneten Schlafes, auch auf Reisen, was ist geschehen? Sehen Sie
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Das schaudererregende Abenteuer im Orient-Express (WDR 1982)
Guten Morgen Homes, früh im Bett und früh heraus glaube mir das zahlt sich aus. Was ist die Uhr. Präzise 7 mein lieber Homes und die Sonne scheint. So geben sie mir mein Spritzbesteck. Aber Homes sie haben doch versprochen. Verschonen sie mich mit ihren spießbürgerlichen Moralpredigten was wissen sie schon davon wie sehr ich meine 7%Lösung brauche, da auf der Ablage nun geben sie schon her. Wenn sie darauf bestehen. Ja. Fällt ihnen nichts auf Homes. Nein. Und heute nacht haben sie auch nichts gemerkt. Wissen Sie mein lieber Watts ich erfreue mich selbst auf Reisen eines passablen Schlafes, was ist geschehen. Werfen Sie einen Blick aus dem Fenster. Ah wir stehen. Sehr scharfsinnig, 7 Uhr sollten wir nicht schon seit Stund
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Im Wald, da sind die Räuber (RIAS 1982) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Festgemauert in der Erden (RIAS 1982) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
(Meine Damen und Herren. Heute meldet sich wieder "Report vor Ort" - mit Sensationen von gestern für Leute von heute. Carl Martell will mit der Sendung "Festgemauert in der Erden" einen historischen Ablauf von den Feierlichkeiten des Turmbaus zu Babel geben. Wir wünschen gute Unterhaltung!) (Anmoderation)
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Die lange Nacht des jungen Werthers (RIAS 1982) (Michael Koser: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Der Weltuntergang findet nicht statt (RIAS 1982) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Als die Römer frech geworden (RIAS 1983) (Carl Martell: Report vor Ort - Sensationen von gestern für Leute von heute)
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Film Noir (DLR 2000)
Keine Fotos, keine Fotos, bitte, keine Kameras, lassen Sie den Mann doch in Ruhe, und keine Fotos, hören Sie bitte auf zu fotografieren, machen Sie Platz... Als ich Malibu Beach erreichte, war der Regen noch stärker geworden, Blitze zuckten über den Nachthimmel wie der Widerschein fernen Artilleriefeuers, ich hielt, fünf Minuten vor elf, ich war pünktlich, die Straße war leer, bis auf einen einsamen Buick weiter vorn an der Biegung, unter einer windgeschüttelten Palme, und bis auf Arnolds Cadillac natürlich, er hockte vor dem Strandhaus wie eine riesige Kröte, ich hätte in guter Stimmung sein sollen, aber mein Gemüt war fast so dunkel wie der Himmel, Schatten der Vergangenheit oder eine Vorahnung an diesem verregneten Abend
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Die Alzheimergang (DLR 2002)
Ich soll die Story erzählen, das haben Garbo und Harald und Hildchen so beschlossen, ich weiß nicht wie ich das finde, klar ich gehör auch zur Alzheimergang, bloß irgendwie doch nicht so ganz richtig, weil ich bin erst 19 und Alzheimer ist noch weit hoffe ich mal, aber wenn die anderen unbedingt wollen, okay. Hören Sie sich das mal an: gerade im Bereich der Seniorenpolitik, sagte Dr. Waldhorn, muß sich sehr viel ändern, unseren älteren Mitbürgern, sagen wir es doch ganz deutlich, geht es zu gut. Was zu gut? Ja. Der spinnt, der Waldhorn. Och, vielleicht hat seine Mutter ja recht. Der Sie immer die Karten legen, Hildchen, ja, und was sagt die alte Isolde Waldhorn. Sie sagt, ihr Sohn sei ein, entschuldigen Sie den Ausdruck, ein
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Die Schule der Glücksritter (DLR 2004) (geplant als Cocktail für Zwei: Chicago Flip)
Pittsburgh, hier Pittsburgh. Der Pennsylvania Special rollte gerade ein, als ich den Bahnsteig betrat, ich fror ohne Hut und Mantel, der Schneeregen der Dezembernacht hatte mich durchnäßt, die Tasche war so schwer und ich wurde verfolgt, während ich am Zug entlang hastete, sah ich mich um, da kamen sie, zwei große Männer in dunklen Mänteln und klobigen Schuhen, in Panik stieg ich in den nächsten Wagen, ein Pullmansalon mit Privatabteilen und lief den Gang entlang, fängt ja gut an das neue Leben, dachte ich, plötzlich öffnete sich die Tür neben mir, eine Hand packte mich, zog mich ins Abteil. Legen Sie sich ins Bett schnell. Meine Tasche. Die verstecken wir unterm Bett, cava unter die Decke Mademoiselle wickeln sie sich
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Weitere Informationen zu den Hörspielen gibt es im Hörspielarchiv im Internet
14.05.2026, 19:59 Uhr |
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| Kriminalhörspiele von Michael |
Michael Koser:
Der letzte Detektiv: Testmarkt (BR 1984)
Sie war ein paar Jahre jünger als ich, um die 35, dunkles Haar, dunkle Augen, eine wohlgefällige Figur, in einem von diesen weißen Overalls, die nach gar nichts aussehen, und mehr kosten, als ein Detektiv im Monat verdient, in der 40-Quadratmeterklasse schätzte ich, auf dem Klientenstuhl in meinem Büro plus Apartment, 22 Quadratmeter und ein paar Zerquetschte, wirkte sie wie ein aufgeblühter Kirschzweig in einer alten Bierflasche, ich bin sentimental, ich mag Kirschblüten. Mein Name ist Delgado, Judith Delgado. Judith, das gefällt mir, ein Mensch, dessen Name mit J anfängt, kann nicht ganz schlecht sein. Ich heiße Jonas, nur Jonas, wie der Typ mit dem Walfisch in der Bibel, viele Leute wundern sich darüber daß ich nur
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Der letzte Detektiv: Safari (BR 1984)
Der Löwe war kein echter Löwe, natürlich nicht, seit Jahren gab es keine Löwen mehr auf der Erde und in einer Raumstation schon gar nicht, aber echt oder nicht, der Löwe war da, und er sah gefährlich aus, so gefährlich, daß Jonas vorsichtshalber erst mal rannte und sich einen hohen Baum suchte, Kokospalme oder Bandiang, was weiß ich, auf Bäumen haben Löwen nichts zu suchen, das wußte ich, und das wußte auch der Löwe, zu meinem Glück. Ich wartete, bis mein Puls wieder unter Schallgeschwindigkeit war, und dann versuchte ich Sam über Funk zu erreichen. Sam! Sammy! Wo steckt der verrückte Blechkanister? Sam! Hat mein Herr und Meister gerufen? Gerufen? Gebrüllt habe ich, hör zu, du Spottgeburt von Chips und Eisen
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Der letzte Detektiv: Reservat (BR 1984)
Es war einmal eine Zeit da gab es Privatdetektive, harte Männer, gerecht, nie um eine Antwort oder um einen Ausweg verlegen, und wenn es sie nicht in Wirklichkeit gab, dann doch wenigstens in Büchern und Filmen. Heute im frühen 21. Jahrhundert gibts nur noch einen von der Sorte. Mich. Ich bin Jonas. Jonas, der letzte Detektiv. Nicht so hart, auch nicht immer gerecht, dafür fällt mir manchmal keine Antwort ein, und nach einem Ausweg muß ich oft lange suchen. Aber ich tue, was möglich ist, mehr kann man nicht verlangen. Was Frau Marcus-Pallenberg von mir wollte, war nicht möglich. Oder doch? Sie müssen ins Reservat. Ein Vorschlag, Frau Marcus-Pallenberg, kaufen Sie sich ein paar starke Männer die mich fesseln
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Der letzte Detektiv: Schlachthaus (BR 1984)
So fangen die meisten meiner Fälle an: Ein Typ sitzt in meinem Büro, rutscht auf dem Stuhl rum, und weiß nicht so recht, ob er mir überhaupt erzählen soll, weshalb er gekommen ist. Wie gesagt, so fangen die meisten meiner Fälle an, dieser nicht. Darf ich Ihnen jetzt die Speisekarte vorlegen, mein Herr? Ich warte noch. Gestatten Sie mir die Bemerkung, mein Herr, Sie warten bereits eine halbe Stunde, wenn Sie schon nicht essen wollen dann vielleicht wenigstens noch einen Whiskey? Danke, wissen Sie falls meine Verabredung nicht kommt muß ich die Rechnung selber zahlen und bei Ihren Preisen. Verstehe, in diesem Fall muß ich Sie darauf aufmerksam machen daß Ihr Tisch benötigt wird. Ach wann? In wenigen Minuten mein Herr
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Der letzte Detektiv: Requiem (BR 1985)
Alles neu macht der Mai, macht die Seele froh und frei. Sam halt den Schnabel Sammy. Aber Chef, Sam hat keinen Schnabel, Sam ist kein Vogel, Sam ist ein Computer, laß das Haus, kommt hinaus, bindet einen Strauß. Und Computer, die nicht gehorchen, kommen auf den Schrottplatz, so, jetzt kann ich mal was sagen, zur Richtigstellung sozusagen. Es war nämlich gar nicht Mai, nicht mal ein bißchen, im Gegenteil, es war Herbst, trüber grauer Spätherbst, 7. November 2009, und alles neu, das stimmt auch nicht, jedenfalls nicht ganz, gut ich hatte mir was Neues zum Anziehen geleistet, einen antiken Trenchcoat Marke Bogie, nicht billig, aber edel, meinte Judith, und für den guten Sam war ein funkelnagelneuer Vocoder drin ge
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Der letzte Detektiv: Kidnapper (BR 1985)
Robodocs gehen mir auf die Nerven darin bin ich altmodisch, nicht nur darin mir stinkt so einiges in dieser unserer Zeit aber Robodocs ganz besonders, darum suche ich mir einen echten menschlichen Medizinmann wenn die vorgeschriebene Jahresinspektion fällig wird, das heißt, dieses Mal, im Mai 2010, war es eine Medizinfrau, vielleicht hätte ich doch lieber zum Robodoc gehen sollen, was Frau Dr. Simon mir sagte gefiel mir nämlich gar nicht. Sie gefallen mir nicht Jonas. Machen Sie sich nichts draus, ich gefall vielen nicht. Äußerlich ist ja alles in Ordnung so weit, aber innen. Magen? Ganz richtig. Ihr Magen, akute Ulkusgefahr, rauchen Sie, Nikotin? Nein. Nehmen Sie sonst irgendwelche Drogen? Äh Alkohol? Also, also wenn
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Der letzte Detektiv: Schmiergeld (BR 1985)
Ich machte die Tür auf und da saß er mitten in meinem Büro auf meinem besten und einzigen Klientenstuhl, er war klein, und trug grau, das offizielle grau der Politiker und Geschäftsleute, eine graue Maus, unauffällig, abgesehen von einer Kleinigkeit, er war tot, sein Gesicht war blau angelaufen, die Zunge hing ihm aus dem Mund, die Augen standen weit offen, das gefiel mir nicht, welcher Detektiv findet schon gern eine ermordete Leiche in seinem Büro? Erwürgt mit einer Drahtschlinge, fachmännische Arbeit, zwei Täter, einer hält den Mann fest, der andere zieht zu. Wie weiland die Thugs, eure mäßige Belesenheit dürfte sie kaum kennen, eine indische Mördersekte, welche vorzugsweise in Bengalen florierte, zu Ehren ihrer Göttin
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Der letzte Detektiv: Niemandsland (BR 1985)
Ich konnte mich nicht rühren, ich war gefesselt und geknebelt, ich hatte Angst, ich wartete, die Tür ging auf und herein kam, nein, kein Mann mit Pistole, eine Frau mit Laserstrahler, Frau Professor Caligari, sie zielte auf meine Stirn, ich starrte in ihre Augen und in die Mündung, drei Löcher, schwarz wie der Tod, ihr Finger am Abzug bewegte sich, wurde weiß, aber es zischte nicht, es klingelte, wieder und wieder, und da wachte ich endlich auf, ich schüttelte den schweren Kopf, um den schweren Traum zu verscheuchen und griff zum Fon. Ja? Jonas? Jonas. Jonas, nur Jonas. Privatdetektiv? Ja. Der letzte. Ein Fossil. Ein Dinosaurier. Nur nicht so groß und so schrecklich. Dafür bin ich zu müde. Und wer sind Sie? Mein Name ist Sesam.
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Der letzte Detektiv: Sündenbock (BR 1986)
Uhuhuhuh, uhuhuhuh! Acht Uhr früh, und es krähte der Hahn. Uhuhuhuh, uhuhuhuh! Ein Hahn war es natürlich nicht, wo gibts denn heutzutage noch Hähne? Im zoologischen Garten, Herr Oberstabsveterinär, hinten rechts, neben den Schweinen, oink. Weiß ich doch, Sammy. Ein armer alter Hahn ohne Schwanz, wenn der überhaupt noch kräht, dann bestimmt nicht am Morgen, sondern nachts, da träumt er vielleicht von Würmern und von seinen Hennen, mein Kräher war Sam. Uhuhuhuh, uhuhuhuh! Wachet auf, wachet auf! Es krähte der Hahn. Morgenstund hat Gold im Mund, erhebe dich du schwacher Geist, der du noch in die Kissen beißt, early to bed and early to rise is healty, wealty and wise, uhuhuhuh! Das reicht, Sam. Uhu
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Der letzte Detektiv: Todestour (BR 1986)
Jonas. Was ist? Zeit zum Aufstehen? Ruhe, kein Wort, keine Bewegung, Sie befinden sich im Bereich akuter polizeilicher Notstandsmaßnahmen. Verhalten Sie sich ruhig, dann passiert Ihnen nichts. Ich verhielt mich ruhig, das fällt mir nicht schwer, wenn sechs Typen mit Laserstrahlern auf mich zielen, sechs Typen in schwarzen Kampfanzügen und schwarzen Schutzhelmen, bei solchen Weckern kann ein sensibler Mensch schon das Flattern kriegen, zum Glück bin ich nicht sensibel, und außerdem Kummer gewohnt, normalerweise weckt mich Sam, aber ich war sauer, Judith war bei mir, ausnahmsweise und Judith war von meinem Weckdienst gar nicht begeistert, das sah ich ihr an, und ich sah noch was, durch meinen leeren Türrahmen
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Der letzte Detektiv: Spielwiese (BR 1986)
Hallo... Ja, am Apparat. Tot? Ja. Viertelstunde. Danke. Miles Archer, mein Partner, ermordet, wenn der Partner eines Mannes umgebracht wird, erwartet man, daß er was unternimmt, aber das war schwierig, ich hatte so viel zu tun, so viele Leute wollten was von mir, Mister Joel Cairo, zum Beispiel. Ich versuche, ein Schmuckstück wiederzubeschaffen, das - sagen wir - verlegt wurde, ich dachte und hoffte, Sie könnten mir helfen. Es ist eine Statuette, eine schwarze Figur eines Vogels, Mister Spade. Mister Spade war ich. Samuel Spade, ein blonder v-förmiger Satan oder so ähnlich, auf der Suche nach dem Malteser Falken, Birgit war übrigens auch da. Kann ich dich mit meinem Körper kaufen, Sam? Ich denk darüber nach. Oh, ich bin
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Der letzte Detektiv: Inselklau (BR 1986)
Was haben Sie verloren? Eine Insel, nein moment das stimmt nicht. Hab ich mir doch gleich gedacht. Zwei Inseln, nein, also eigentlich drei. Sind Sie sicher, nicht vielleicht vier? Drei Inseln, verloren, weg, verschwunden, wie finden Sie das? Also ich... Laß doch, Jonas, der Mann ist betrunken. Nicht doch, betrunken ist man im Dipsomaten, oder im Casablanca, aber nicht hier. Das Maritim ist ein hochfeudales Hotel. In Westerport bei Babelshaven. Wer in der Bar vom Maritim trinkt, ist bestenfalls angeheitert. Der Mensch neben uns war angeheitert, ziemlich angeheitert, kein Wunder, wo er doch drei Inseln verloren hatte. Ja wohl, drei Inseln, weg, und ich steh da. Sie sitzen, um genau zu sein. Sind Sie fromm? Was? Nein nicht be
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Der letzte Detektiv: Megastar (BR 1989)
Mein Büroapartment, 22 Quadratmeter und ein paar Zerquetschte, war das reine Krankenhaus, die undefinierbare Topfpflanze, Jos nachträgliches Geschenk zum Geb., ließ alles hängen was sie hatte, mein Magen gab schrille Signale aus dem Untergrund, und Sam war erkältet, sagte er. Ha-Hatschi, was muß der arme Sammy leiden. Schluß damit, Sam, du bist ein Computer, du kannst gar nicht erkältet sein. Kann ich wohl. Kannst du nicht. Doch, und ich werde es beweisen, wenn eure logische Hypopotenz gestatten, a) Computer können schneller denken als Menschen. OK. b) Computer können also mehr als Menschen. Ja. c) Wenn Computer mehr können dann können sie notwendigerweise auch genauso viel wie Menschen. Aha ja. Mensch
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Der letzte Detektiv: Supernova (BR 1989)
Es war Montag der 12.September 2011, das Datum habe ich mir gemerkt, man kriegt ja nicht jeden Tag einen Brief von einer Leiche. Montagmorgen, Zeit, die Wochenpost aus der Box zu holen, den Weg hätte ich mir sparen können, dachte ich, als ich wieder zu Hause war, das Übliche: Werbung, 2-D, 3-D, holo-graphisch, eine Mahnung der Girozentrale, endlich mein Konto aufzufüllen, widrigenfalls und so weiter, das übliche. Papierkorb. O bitte, Exzellenz, nicht Papierkorb, eine veraltete Vokabel, altmodisch, abgestanden, altbacken, antiquiert, ach, der moderne Mensch benutzt einen Shredder, und drückt sich entsprechend aus. Ok Sammy schmeißen wir das Zeug halt in den Shredder. Könnte eure drognodetische Zurückgebliebenheit
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Der letzte Detektiv: Schneewittchen (BR 1989)
Es war ein toter Tag, ein Tag, an dem die große Stadt Babylon so grau und so kalt wirkte wie ein krepierter Elefant, ein Tag, an dem nichts passiert, dachte ich. Das war ein Irrtum. Ich war in den Trödelladen gegangen weil mir die alte Postkarte im Schaufenster aufgefallen war, eine Fotographie, 2D, schwarz weiß, altmodisch, so altmodisch wie Jonas. Ein kleiner Mann mit Hut, die Oberlippe schief hochgezogen, Revolver in der Hand und über dem Mann, von links unten nach rechts oben, ein schwarzer Schriftzug. Eine Rarität mein Herr, das authentische, handgeschriebene Autogramm des Schauspielers Humphrey Bogart, Mitte des vorigen Jahrhunderts mehr als 60 Jahre alt. 65 genau, das ist ein Bild aus Big Sleep 1946. Der Herr ist ein
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Der letzte Detektiv: Störfalle (BR 1989)
Plötzlich war er da, er stand mitten in meinem Büro, sehr jung, sehr verlegen und starrte mich an, mit riesengroßen Kalbsaugen, ich hätte die Tür verrammeln sollen, oder noch besser verreisen, weit weit weg von Babylon, aber meine Kristallkugel war außer Betrieb an diesem 10. Januar 2012. Herr Jonas? Sie sind doch Herr Jonas? Ich glaub schon, außerdem stehts draußen an der Tür. Ja, Herr Jonas, ich, äh, ich finde Sie toll. Sie sind ein Held, ja, Sie sind der größte, echt, total der größte. Hör mal zu, Kleiner, Jonas ist alles mögliche, eine 1-Mann-Show, Jongleur, Clown, Feuerspucker, Degenschlucker, der Mann auf dem fliegenden Trapez, der Mann, der durch den brennenden Reifen springt, für 100 Euros pro Tag und Spesen, aber
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Der letzte Detektiv: Eurodschungel (BR 1990)
Er fing schon mies an, dieser 3. Mai 2012, Jacob hatte vor, seinen Schuppen umzutaufen, nicht mehr Casablanca sollte er heißen, sondern... Wie soll dein Schuppen jetzt heißen? Babylon, Cafe Babylon. Cafe? Du weißt doch gar nicht, was Cafe ist, Jacob. Na und? Cafe hat was, Nostalgie, Klasse. Es gab immer noch den alten Synth-Whisky, mies und teuer, es war immer noch das alte Casablanca, ich fühlte mich wie zu Hause, müde und mies. Ja? Ja, Moment, für dich Jonas. Sie können eine Nachricht hinterlassen, sprechen Sie nach dem Pfeifton, tüt, oder pfeifen Sie nach dem Sprechton, wie Sie wollen. Jonas? Von mir aus können Sie auch summen oder singen. Sind Sie Jonas, der Detektiv? Ich mußte es zugeben, Jonas, nur Jonas
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Der letzte Detektiv: Eurobaby (BR 1990)
Bamballa. Kennen Sie Bamballa? Eine Hafenstadt in Sahel, Nordost-Afrika. Trocken, heiß, staubig, trübselig, und über dem Ganzen ein durchdringender Duft nach Kamelmist und abgelatschten Sandalen. Äh! Das letzte. Ja, Gottes linke Achselhöhle. Das Loch gleich neben der Hölle. Des Teufels fauler Stockzahn. Der Arsch der Welt. Sam. Mein Computer und ständiger Begleiter, redet viel, weiß alles. Ja. Nur nicht, wie man aus diesem verfluchten Nest rauskommt. Ich saß fest, seit einer Woche, ich hatte einen Job in Merdistan gehabt, das ist der sympathische Staat im Orient, der seine Bürger mit öffentlichen Massenfolterungen bei Laune hält, ich sollte ein Kind aus Merdistan holen für seine Mutter in Babylon, ihr merdistanischer Ex
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Der letzte Detektiv: Euromüll (BR 1990)
Jonas, hilf mir, Jonas, bitte, bitte hilf mir! Hilf! Jonas! Hilf! Jonas, bitte, bitte hilf mir! Jonas bitte. Jonas bitte hilf mir, Jonas! Judith ruft mich. Sie ist in Gefahr. Sie braucht Hilfe. Wo ist Sie? Wo bin ich? Ich wachte auf. Ich war in Afrika, ich hatte geträumt, aber da rief immer noch jemand. Jonas! Hilfe! Hilf mir Jonas. Hilfe! Machen Sie auf, Jonas, schnell! Nicht Judith. Die war zu Hause in Babylon. Ein Mann. Jonas, laß das, Jonas jetzt steh doch auf! Da ist einer an der Tür! An der Tür. Vor unserem Bungalow, in der Hotelanlage am Meer, unter Palmen, mitten in der Nacht. Ein Radaubruder. Wußte der nicht, daß Jonas Urlaub hatte? Jonas! Um Gottes Willen, Hilfe! Hilfe! Ah! Nein, ich will das nicht, ich hab frei. Was ist Jonas? Ach
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Der letzte Detektiv: Euroblues (BR 1990)
Judith ist tot, damit sollte ich anfangen, aber das kann ich nicht, ich fange an mit dem 20. Juni 2012, dem Tag, an dem ich Judith zum letzten Mal lebend gesehen habe, bei mir, in meinem Büroapartment. Wir schreiben das 21. Jahrhundert, eine Zeit der Pläne und Grenzen, der Rahmen und Programme, in dieser Zeit lebte ein Mann, der anders ist als die anderen, der in keinen Rahmen paßt und in kein Programm, der seinen Weg geht, einsam, integer, furchtlos, es ist, Tusch Majestro please, Jonas, Jonas, the last detective hahaha. Bravo, du solltest dir angewöhnen, deine Tür abzuschließen, Jonas. Judith! Bist du sicher, daß du zu mir willst? Stör ich? Ich hab das Gefühl ich bin hier in eine Sitzung des Vereins für gegenseitige Beweih
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Der letzte Detektiv: Attentat (BR 1991)
August 2012. Hochsommer, brütende Hitze, die Klimaregulierung war kaputt, wie immer, Babylon die große Stadt, stank zum Himmel, ein gigantischer Misthaufen, verrottet, verwest, verfallen und trotzdem begehrt, manche reißen sich sogar darum, alle fünf Jahre wenn die Wahl zum Bürgermeister ansteht. Harry Hauer. Nur Harry Hauer. Ihr Kandidat. Neu. Harry Hauer. Wer hat sich hochgearbeitet vom Volksrentner zum Multimilliardär? Harry Hauer. Wen braucht Babylon? Harry Hauer. Wer wird Bürgermeister? Harry Hauer. Wen wählen Sie? Harry Hauer. Nur Harry Hauer. Harry Hauer. Nur Harry Hauer. Ihr Kandidat. Neu. Unverbraucht. Harry Hauer... Wen wählen Sie? Überall Wahlrobots und Slogomaten.
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Der letzte Detektiv: Westfront (BR 1991)
Was ist los mit dir Jonas, du sitzt da, sagst nichts, machst ein Gesicht wie Chefinspektor Brock im Spätdienst, trinken tust du auch nicht, was hast du? Ich mach mir Gedanken, Jacob. Ach was, worüber? Über Philip Marlowe, warum er immer im Trenchcoat rumgelaufen ist, in Kalifornien, wo es nie geregnet hat, damals. Im 20. Jahrhundert. Ich sag dir was, Jonas, du bist von der Rolle. Sah ganz so aus. Vielleicht lags daran, daß Judith gerade ein viertel Jahr tot war, oder daß mein letzter Fall schon zwei Monate zurücklag. Wie auch immer, mit Jonas war nicht viel los, mit dem Casablanca auch nicht, außer Jonas nur zwei Gäste, alter Mann, junge Frau, hinten in der Nische. Weißt du was ich glaube, Jonas? Ich glaube, du wirst alt
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Der letzte Detektiv: Wunderland (BR 1991)
Ein Klient kommt ins Büro, ein ordentlicher Fall bei einem ordentlichen Privatdetektiv fängt so an, so muß es sein, so steht es in den Büchern, nicht beim letzten Detektiv, meine Fälle fangen meist woanders an, im Casablanca zum Beispiel, dieser Fall fing ordentlich an, in meinem Büro, nur eins war nicht in Ordnung, der Klient hätte eine Klientin sein müssen, wunderschön, geheimnisvoll, und möglichst blond. Nett haben Sie es hier, Herr Jonas, so, so übersichtlich. Schauen Sie, Damen und Herren, staunen Sie, vor Ihnen erstreckt sich in seiner ganzen unfaßbaren Weite von sage und schreibe 22 Quadratmeter das Büroapartment von Jonas dem letzten Detektiv, so lebt Jonas, Damen und Herren, so arbeitet Jonas, sind Sie hier um mein
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Der letzte Detektiv: Paranoia (BR 1991)
Zwei Knaben gingen durch das Korn... Nicht schon wieder. Der eine bluß das Klappenhorn. Nein. Doch, er konnts zwar nicht gut blasen, doch blus ers einigermaßen. Freut euch des Lebens. Ja wahrlich freuet euch und abermals freuet euch, denn siehe, Großmutter wird mit der Sense rasiert. Ole. Hahaha. Sam hatte sich einen Virus eingefangen, den berüchtigten Klapphornvirus, weiß der Teufel, wo er sich rumgetrieben hatte, Sam ist mein Computer, klein, aber laut, eine Nervensäge schon ohne Virus, und mit Virus gar nicht mehr auszuhalten. Und ferner steht geschrieben im Buche des Klapphorns: zwei Knaben suchten emsiglich am Baum nach einem Apfel, sie fanden keinen Apfel nicht. Der Baum das war ne Pappel, hallo. Was sagten Sie
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Der letzte Detektiv: Pharao (BR 1993)
Das Ministerium für Kultur war noch dasselbe schäbige Gebäude, nicht weit vom van-Dusen-Platz, aber hinter dem schäbigen Schreibtisch im schäbigen Büro saß nicht mehr Dr. Gödel Escherbach, Gott hab ihn selig, jetzt saß da eine Frau wie eine Stahlfeder: grau, hart, dünn, gespannt. Cornelia Schrödinger, M.A., Dezernentin für Museen und kulturellen Austausch, setzen Sie sich, Herr Jonas. MA? Magister Artium, ein akademischer Titel, Medienwissenschaft Universität Babylon, und wo haben Sie studiert, Herr Jonas? Uni Feuerland, Nahkampf und Guerillatechnik. Der antarktische Krieg, ich verstehe, zur Sache Herr Jonas, im November 2010 vor rund zweieinhalb Jahren haben Sie für uns einen Auftrag ausgeführt, sie haben damals
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Der letzte Detektiv: Nachtcafe (BR 1993)
Sie wimmelten um uns herum, kratzten an der Plexikuppel, drückten sich die verschorften Nasen platt, stierten auf unseren Tisch, unsere Teller, Steaks, echtes Rindfleisch, unbezahlbar, sie zeigten uns ihre dürren Rippen, ihre aufgetriebenen Bäuche, ihre offenen Wunden, ihre Eiterbeulen, und sie schrien, sie schrien vor Hunger, sie schrien nach unseren Abfällen, der bullige Typ neben mir warf ihnen was zu, einen abgenagten Knochen, durch die elektronisch gesicherte Klappe, sie stürzen sich drauf, fielen übereinander her, schlugen sich blutig. Hahahaha, das macht Laune und Appetit, Hunger ist der beste Koch, sagten schon Opa und Oma im guten alten 20. Jahrhundert, na, ihr Klappergestelle, noch ein Stück? Kusch später
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Der letzte Detektiv: Strafkolonie (BR 1993)
Mir gings gar nicht gut, Jacobs neuer Whisky, beste Schmuggelware aus Singapur, sagte er, gestern abend hatte ich das Zeug im Casablanca getestet, ich fühlte mich wie die uralte Mumie eines uralten Pharao und ich sah auch so aus, aber den kahlköpfigen Mann, der mir in meinem Büroapartment gegenüber saß, störte das nicht, im Gegenteil. Sehr schön, zerknittert, unrasiert, Augen blutunterlaufen, Ringe drum herum, bleiben Sie so, Herr Jonas, so sind Sie genau richtig für den Job. Welchen Job? Den Sie für mich erledigen werden, Herr Jonas. Werd ich das, worum gehts denn? Sie werden meine Außenstände eintreiben, so was machen Sie doch, oder? Klar, mach ich, wenn sich nichts Besseres bietet, ich bin Detektiv, Privatdetektiv.
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Der letzte Detektiv: Ufo (BR 1993)
Er stand auf seines Daches Zinnen und schaute mit trüben Sinnen auf Babypsilon die große Stadt. Die Sicht aus meinem Fenster im 16. Stock war gut, ausnahmsweise, klar und scharf lag das nächtliche Babylon unter mir, ein riesiger Flickenteppich, im Westen die Ghettos der Reichen, in gedämpftes Goldgelb, ruhig, gediegen, grell und aufdringlich das Zentrum, das Amüsierviertel, knallbunt flackernd, strahlend weiß die geballten Hochhäuser der Wirtschaft, steif und steril, dazwischen in unregelmäßigem Hell-dunkel die normalen Wohnbezirke, im Südosten ein großes schwarzes Loch: das Reservat, rundum, am Horizont, die Wildnis, eine dauernde dunkle Drohung, darüber, als heller Kontrapunkt: ein Ufo, ein rotierender Diskus
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Der letzte Detektiv: Weihnachtsmärchen (BR 1995)
Sti-hille Nacht, hei-lige Nacht, Coco hat in die Hose gemacht. Altes Ferkel. Coco lacht, daß es kracht, hah ahahaha, Spaß muß sein, Kinder, aber jetzt sind wir mal ein bißchen ernst ausnahmsweise. Ich nicht. Kinderweihnachten steht vor der Tür, das Fest der Liebe, was ist Liebe? Liebe ist nicht nur das, was die Großen nachts im Bett machen, wenn sie glauben, ihr schlaft schon. I pfui Teufel. Liebe ist Fühlen, mitfühlen, mit den vielen armen Kindern, die keine Geschenke kriegen, mit den Kindern in der Drittwelt, die krank sind, die Hunger haben, Liebe ist Geben. Ne ne! Nehmen. Gebt, Kinder, soviel Euros, wie ihr könnt, schickt sie an mich an euren Freund Coco, den Clown mit dem goldenen Herzen, Network HoloTV Babylon
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Der letzte Detektiv: Virtuella (BR 1995)
Sie kennen das, aus hundert Romanen und tausend Filmen, der Privatdetektiv sitzt in seinem Büro, dreht Däumchen, bohrt in der Nase, plötzlich geht die Tür auf - und wer kommt rein? Richtig, eine tolle Frau, atemberaubend, geheimnisvoll, blond, angezogen wie das Titelblatt von Lifestyle. Sie sah mich an, herausfordernd, abschätzend, sie setzte sich, schlug die Glitzerbeine übereinander, vielleicht ein bißchen klein geraten, und ein bißchen ungelenk, sie war erst dreizehn. Dreizehn einhalb, hallo, wie geht es Ihnen? Gestern ging es noch, und selbst? Danke der Nachfrage, Sie sind der Detektiv? Ich bin Jonas, nur Jonas, der letzte Detektiv, Enkel von Sam Spade und Philip Marlowe, Spezialist für aussichtslose Fälle, für Fälle
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Der letzte Detektiv: Kopfjäger (BR 1995)
Der Klimadom war kaputt, endgültig, die Schleusen des Himmels hatten sich geöffnet. Babylon soff ab, Sintflut. Weltuntergang. Großalarm. Tatü Tata... Das Wasser stieg und stieg. Als es mir in Mund und Nase lief, wachte ich auf. Kein Wasser, keine Sintflut. Ein Traum. Aber der Alarm war noch da. Unüberhörbar. Innervierend. Sam, natürlich, Sammy, wer oder was sonst. Halts Maul. Wie spät? Drei Uhr 17 Minuten und 9 Sekunden wenns beliebt, Tatü Tata! Mitten in der Nacht machst du einen widerlichen Radau. Was ist los. Alarmstufe Rot, Genosse. Knallrot. Feuerrot. Priorität 1a. Jetzt nimm endlich ab, das Fon. Tatü Ta. Jajaja jaja. Jonas nur Jonas der letzte Detektiv, wenn Sie mich wegen irgendwelchem Pipifax geweckt haben wird
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Der letzte Detektiv: Unterwelt (BR 1995)
Ih, eine Ratte! Es war keine Ratte, es war Sam, Samobil, genauer gesagt, nach dem Kopfjägerfall hatte ich ihm gekauft, was er sich schon lange gewünscht hatte: ein Mobilitätssystem für Minicomputer, Software, Räder, Getriebe, Motor, maßgeschneidert, Sam war begeistert, Jonas weniger, ein Computer, der spricht, ist schlimm genug, ein Computer, der spricht und durch die Gegend düst, ist schlimmer, ein Computer, der spricht und düst und mit seinem Herrn fangen spielt ist das letzte. Na los, krieg mich doch krieg mich doch bin ein bißchen flotter, krieg mich doch, krieg mich doch, bin ein kleiner Otter. Du Lahmgesäß. Sofort kommst du her, Sam, bei Fuß. So nicht, denn wahrlich, Sammy ist kein Pfiffi, keine Töle, kein Hundevieh
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Der letzte Detektiv: Blackout (BR 1998)
Ich wachte auf wie jeden Morgen, soweit nichts Besonderes, aber wenn ich aufwache liege ich im Bett, normalerweise, diesmal nicht, diesmal lag ich im Eingang eines Hauses an einer Straße, war ich schon mal auf der Straße aufgewacht? Ich konnte mich nicht erinnern, ich konnte mich an nichts erinnern, an gar nichts, ich richtete mich auf, kam auf die Beine, sah mich um. viele Fahrzeuge auf der Straße, und Menschen, Menschen über Menschen, alle in Bewegung, eifrig, zielstrebig, leicht verblödet, ich stand nur da, nicht eifrig, auch nicht zielstrebig, aber verblödet, nicht nur leicht, völlig, total, ich wußte nichts mehr, ich wußte nicht, wo ich war, nicht, wie ich hergekommen war, und vor allem nicht, wer ich war, in meinem
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Der letzte Detektiv: Drachentöter (BR 1998)
Was trägt die fashionbewußte, zeitgeistige, up-to-date Babylonierin demnächst im Ocean-Park? CamFash zeigt es Ihnen, meine Damen, schauen Sie her, Sie auch, meine Herren, sind unsere Andro-Models nicht eine wahre Augenweide? Es geht los mit Modell Franzi, ein Superbadeanzug im Stil der naughty nineties, provokant hohes Bein, unauffällig eingearbeiteter Wonderbra. 19. Oktober 2014, Kaufhaus Wunderland, Tigrisplatz, Babylon, Camelot Fashions der größte Textilkonzern in Europa, führte Bade- und Freizeitmode vor, natürlich Computer-Design, keine Haute Couture, natürlich Androidinnen, keine menschlichen Modells, großer Andrang, sehr viele Frauen, viele Männer, ein paar Transis, und mitten drin Jonas. Wie das
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Der letzte Detektiv: Knochenarbeit (BR 1998)
Es war kein Treibhaus. Es war eine Terrasse. Aber sie war heiß und hell und grün, wie ein Treibhaus. Und der Mann im Rollstuhl war wie General Sternwood, uralt, halbtot, mit einem Gesicht wie eine zerknitterte Maske. Er war natürlich nicht General Sternwood, er war Senior Hector de la Serna, wir waren auch nicht in Los Angeles, sondern in der Siedlung Buen Retiro, auf der schönen Insel Palmera im Mittelmeer, wo sogenannte Senioren aus ganz Europa auf den Tod warten wenn sie es sich leisten können, und ich war nicht Philip Marlowe. Sie sind Jonas, nur Jonas, der letzte Detektiv. In Babylon. Auch auf Palmera, das kann ich Ihnen versichern, hätte ich Sie sonst kommen lassen? Das hatte er, Airticket Babylon-Alicante
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Der letzte Detektiv: Invasion (BR 1998)
Ich hätte nicht aus der Mine fliehen sollen, Herr Jonas, das ist mir klar, ich hätte nicht nach Babylon kommen sollen, aber ich mußte einfach, ich mußte wissen, was mit meinem kleinen Bruno ist, ob er die Invasion überlebt hat. Die was? Die Invasion, die Aliens, die aus dem Weltraum gekommen sind, in ihren Raumkreuzern, die hier alles kaputtgeschossen haben. Haben sie das? Ja, dann sind sie gelandet und haben die Erde besetzt, aber das wissen Sie doch so gut wie ich, Herr Jonas. Da bin ich mir nicht so sicher. Sie war nicht mein Typ. Sehr groß, grob, unschön, trotzdem wimmelte ich sie nicht ab, als sie sich zu mir setzte, im Casablanca, ich hörte ihr zu, warum weiß ich nicht, vielleicht hatte ich eine Vorahnung, sie hieß Lili, sagte
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Der letzte Detektiv: Traumschiff (BR 2001)
Sechs Uhr zehn, die Sonne ging auf über Babylon, das stand im Kalender, zu sehen war es nicht, seit Monaten streikten die städtischen Putzbrigaden, der Klimadom war dicht, total verdreckt, darunter taten 20 Millionen Babylonier das, was sie immer taten: standen auf, gingen schlafen, liefen herum, gingen arbeiten, brachten sich um, machten Liebe, machten gar nichts, machten weiter, der 21. September 2015, ein Tag wie jeder andere, nicht für Sam, heute war sein Geburtstag, sagte er. Hey, heute ist mein Geburtstag, jawoll, der Tag des Herrn, der Tag des Herrn Samuel, happy birthday to me, happy birthday to me... Quatsch, Computer haben keinen Geburtstag. Ach? Und wo, so frage ich euer Ehren, gezielt, dezidiert und
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Der letzte Detektiv: Totentanz (BR 2001)
Noch ein Bier, Gringo? Immer mit der Ruhe, ich hab ja noch was. Hör zu, Gringo, du sitzt jetzt schon zwei Stunden vor einem Bier, bei solchen Gästen geh ich Pleite, hau ab, Gringo, verpiß dich. Der Wirt erinnerte mich sehr an seinen Kollegen Jakob vom Casablanca, genauso umgänglich, genauso liebenswürdig, erstaunlich, wo die beiden doch viele tausend Kilometer auseinander waren, die Cantina saluti pesetas stand nicht in Babylon, sondern in Puerto Porco im freundlichen Ländchen Costaguana in Südamerika, Sam sagte Costamerda, er war nämlich der Landessprache mächtig, und fand es hier genauso schön wie sein Herr. Sammy will nach Hause. Jonas auch, Sam, ich werd dich wohl verkaufen müssen. Verkaufen? Hör
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Der letzte Detektiv: Wildwest (BR 2001)
Als das in Babylon erfolgreichste und beliebteste Holoformat des vergangenen Jahres hat sich noch vor Schwarze Dahlie, der Serienmörder der Woche die von Supermedia produzierte Kain-und-Abel-Show erwiesen, eine schlichte Grundidee: fünf Freiwillige werden zusammengesperrt und eliminieren sich gegenseitig, bis nur noch eine Person übrig bleibt, und eine aufwendige Produktion in wechselnden Szenarien, erwähnt seien hier nur die römischen Gladiatorenspiele im Amphitheater, der Wüstenplanet oder die Schlacht von Stalingrad, diese Mischung kam offenbar an, damit hat wieder einmal Supermedia den begehrten Big Brother gewonnen. Glückwunsch, Beringer, das war doch Ihre Idee, die Kain-und-Abel
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Der letzte Detektiv: Mafia (BR 2001)
Abends war ich im Casablanca gewesen, allein, ich hatte an Jamaro gedacht, kein Wunder, daß ich in der Nacht von ihr träumte, ein erotischer Traum wars leider nicht, außer vielleicht für einen Bondage-Fan, Jonas ist keiner. Hilf mir, Jonas, sie haben mich gefangen, die Russen und ihr schwarzer Teufel, im Aeroport, zuviel Technik, ich war nicht stark genug, und jetzt halten sie mich fest, gefesselt, unter Drogen, du mußt mir helfen, Jonas. Jamaro, indianische Medizinfrau, Schamanin, vor einem halben Jahr waren wir uns begegnet, drüben, in Costaguana, die Totentanz-Geschichte, wir waren uns nahegekommen, sehr nahe, bis Jonas nach Babylon zurückflog. Jamaro blieb dem Mörder ihres Stammes auf den Fersen, dem schwarz
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Der letzte Detektiv: Comeback (Kanzlei Dr. Bahr 2008)
Die Mitternacht zog näher schon in stummer Ruh lag Babylon. In stummer Ruh, nimm dir ein Beispiel dran Sammy, und was heißt Mitternacht, es ist fünf nach 8, früher Morgen. Das war nicht die Zeitansage, du Banane äh Banause, das war Pöesie, Poesie, Dichtkunst, du verstehen. Sam, mein Computer, ein Sonder-Modell, besonders verbal, extrem verbal, er kann seine Klappe nicht halten, auch wenn er keine hat, er nervt, andererseits, was wäre mein Leben ohne Sam, entspannter, ruhiger, und viel, viel uninteressanter, wer will das schon? Belsatzar von Heinrich Heine, ein unsterbliches Meisterwerk, Jehova, dir künd ich auf ewig Hohn, ich bin der König von Babylon. Schluß mit dem Knattergemine, geh ans Fon. Oh da bemüht
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Der letzte Detektiv: Abgesang (Kanzlei Dr. Bahr 2008)
Sie war jünger als ich, um die 40, dunkles Haar, dunkle Augen, eine wohlgefällige Figur in einem dieser Outfits, die nach nichts aussehen und mehr kosten als ein Detektiv im Monat verdient, in meinem schäbigen Büroapartment wirkte sie wie ein Kirschblütenzweig in einer alten Bierflasche. Mein Name ist Judith. Judith? Sie sehen mich an, als ob Sie mich kennen, kenne ich Sie? Sie hieß Judith, und so sah sie auch aus. Was war das? Eine Halluzination? Dejavu Monsignore. Deschawas? Ach vergiß es. Dabei hatte er so mies angefangen, dieser 1. Mai 2017. Der Geburtstag eines gewissen Detektivs. Ich war früh geweckt worden. Im Prinzip keine schlechte Sache, weil ich böse geträumt hatte. Ich war draußen, in PH1, kroch durch Röhren
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14.05.2026, 19:58 Uhr |
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| Kriminalhörspiele von Michael |
Michael Koser:
Der letzte Detektiv: Testmarkt (BR 1984)
Sie war ein paar Jahre jünger als ich, um die 35, dunkles Haar, dunkle Augen, eine wohlgefällige Figur, in einem von diesen weißen Overalls, die nach gar nichts aussehen, und mehr kosten, als ein Detektiv im Monat verdient, in der 40-Quadratmeterklasse schätzte ich, auf dem Klientenstuhl in meinem Büro plus Apartment, 22 Quadratmeter und ein paar Zerquetschte, wirkte sie wie ein aufgeblühter Kirschzweig in einer alten Bierflasche, ich bin sentimental, ich mag Kirschblüten. Mein Name ist Delgado, Judith Delgado. Judith, das gefällt mir, ein Mensch, dessen Name mit J anfängt, kann nicht ganz schlecht sein. Ich heiße Jonas, nur Jonas, wie der Typ mit dem Walfisch in der Bibel, viele Leute wundern sich darüber daß ich nur
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Der letzte Detektiv: Safari (BR 1984)
Der Löwe war kein echter Löwe, natürlich nicht, seit Jahren gab es keine Löwen mehr auf der Erde und in einer Raumstation schon gar nicht, aber echt oder nicht, der Löwe war da, und er sah gefährlich aus, so gefährlich, daß Jonas vorsichtshalber erst mal rannte und sich einen hohen Baum suchte, Kokospalme oder Bandiang, was weiß ich, auf Bäumen haben Löwen nichts zu suchen, das wußte ich, und das wußte auch der Löwe, zu meinem Glück. Ich wartete, bis mein Puls wieder unter Schallgeschwindigkeit war, und dann versuchte ich Sam über Funk zu erreichen. Sam! Sammy! Wo steckt der verrückte Blechkanister? Sam! Hat mein Herr und Meister gerufen? Gerufen? Gebrüllt habe ich, hör zu, du Spottgeburt von Chips und Eisen
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Der letzte Detektiv: Reservat (BR 1984)
Es war einmal eine Zeit da gab es Privatdetektive, harte Männer, gerecht, nie um eine Antwort oder um einen Ausweg verlegen, und wenn es sie nicht in Wirklichkeit gab, dann doch wenigstens in Büchern und Filmen. Heute im frühen 21. Jahrhundert gibts nur noch einen von der Sorte. Mich. Ich bin Jonas. Jonas, der letzte Detektiv. Nicht so hart, auch nicht immer gerecht, dafür fällt mir manchmal keine Antwort ein, und nach einem Ausweg muß ich oft lange suchen. Aber ich tue, was möglich ist, mehr kann man nicht verlangen. Was Frau Marcus-Pallenberg von mir wollte, war nicht möglich. Oder doch? Sie müssen ins Reservat. Ein Vorschlag, Frau Marcus-Pallenberg, kaufen Sie sich ein paar starke Männer die mich fesseln
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Der letzte Detektiv: Schlachthaus (BR 1984)
So fangen die meisten meiner Fälle an: Ein Typ sitzt in meinem Büro, rutscht auf dem Stuhl rum, und weiß nicht so recht, ob er mir überhaupt erzählen soll, weshalb er gekommen ist. Wie gesagt, so fangen die meisten meiner Fälle an, dieser nicht. Darf ich Ihnen jetzt die Speisekarte vorlegen, mein Herr? Ich warte noch. Gestatten Sie mir die Bemerkung, mein Herr, Sie warten bereits eine halbe Stunde, wenn Sie schon nicht essen wollen dann vielleicht wenigstens noch einen Whiskey? Danke, wissen Sie falls meine Verabredung nicht kommt muß ich die Rechnung selber zahlen und bei Ihren Preisen. Verstehe, in diesem Fall muß ich Sie darauf aufmerksam machen daß Ihr Tisch benötigt wird. Ach wann? In wenigen Minuten mein Herr
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Der letzte Detektiv: Requiem (BR 1985)
Alles neu macht der Mai, macht die Seele froh und frei. Sam halt den Schnabel Sammy. Aber Chef, Sam hat keinen Schnabel, Sam ist kein Vogel, Sam ist ein Computer, laß das Haus, kommt hinaus, bindet einen Strauß. Und Computer, die nicht gehorchen, kommen auf den Schrottplatz, so, jetzt kann ich mal was sagen, zur Richtigstellung sozusagen. Es war nämlich gar nicht Mai, nicht mal ein bißchen, im Gegenteil, es war Herbst, trüber grauer Spätherbst, 7. November 2009, und alles neu, das stimmt auch nicht, jedenfalls nicht ganz, gut ich hatte mir was Neues zum Anziehen geleistet, einen antiken Trenchcoat Marke Bogie, nicht billig, aber edel, meinte Judith, und für den guten Sam war ein funkelnagelneuer Vocoder drin ge
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Der letzte Detektiv: Kidnapper (BR 1985)
Robodocs gehen mir auf die Nerven darin bin ich altmodisch, nicht nur darin mir stinkt so einiges in dieser unserer Zeit aber Robodocs ganz besonders, darum suche ich mir einen echten menschlichen Medizinmann wenn die vorgeschriebene Jahresinspektion fällig wird, das heißt, dieses Mal, im Mai 2010, war es eine Medizinfrau, vielleicht hätte ich doch lieber zum Robodoc gehen sollen, was Frau Dr. Simon mir sagte gefiel mir nämlich gar nicht. Sie gefallen mir nicht Jonas. Machen Sie sich nichts draus, ich gefall vielen nicht. Äußerlich ist ja alles in Ordnung so weit, aber innen. Magen? Ganz richtig. Ihr Magen, akute Ulkusgefahr, rauchen Sie, Nikotin? Nein. Nehmen Sie sonst irgendwelche Drogen? Äh Alkohol? Also, also wenn
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Der letzte Detektiv: Schmiergeld (BR 1985)
Ich machte die Tür auf und da saß er mitten in meinem Büro auf meinem besten und einzigen Klientenstuhl, er war klein, und trug grau, das offizielle grau der Politiker und Geschäftsleute, eine graue Maus, unauffällig, abgesehen von einer Kleinigkeit, er war tot, sein Gesicht war blau angelaufen, die Zunge hing ihm aus dem Mund, die Augen standen weit offen, das gefiel mir nicht, welcher Detektiv findet schon gern eine ermordete Leiche in seinem Büro? Erwürgt mit einer Drahtschlinge, fachmännische Arbeit, zwei Täter, einer hält den Mann fest, der andere zieht zu. Wie weiland die Thugs, eure mäßige Belesenheit dürfte sie kaum kennen, eine indische Mördersekte, welche vorzugsweise in Bengalen florierte, zu Ehren ihrer Göttin
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Der letzte Detektiv: Niemandsland (BR 1985)
Ich konnte mich nicht rühren, ich war gefesselt und geknebelt, ich hatte Angst, ich wartete, die Tür ging auf und herein kam, nein, kein Mann mit Pistole, eine Frau mit Laserstrahler, Frau Professor Caligari, sie zielte auf meine Stirn, ich starrte in ihre Augen und in die Mündung, drei Löcher, schwarz wie der Tod, ihr Finger am Abzug bewegte sich, wurde weiß, aber es zischte nicht, es klingelte, wieder und wieder, und da wachte ich endlich auf, ich schüttelte den schweren Kopf, um den schweren Traum zu verscheuchen und griff zum Fon. Ja? Jonas? Jonas. Jonas, nur Jonas. Privatdetektiv? Ja. Der letzte. Ein Fossil. Ein Dinosaurier. Nur nicht so groß und so schrecklich. Dafür bin ich zu müde. Und wer sind Sie? Mein Name ist Sesam.
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Der letzte Detektiv: Sündenbock (BR 1986)
Uhuhuhuh, uhuhuhuh! Acht Uhr früh, und es krähte der Hahn. Uhuhuhuh, uhuhuhuh! Ein Hahn war es natürlich nicht, wo gibts denn heutzutage noch Hähne? Im zoologischen Garten, Herr Oberstabsveterinär, hinten rechts, neben den Schweinen, oink. Weiß ich doch, Sammy. Ein armer alter Hahn ohne Schwanz, wenn der überhaupt noch kräht, dann bestimmt nicht am Morgen, sondern nachts, da träumt er vielleicht von Würmern und von seinen Hennen, mein Kräher war Sam. Uhuhuhuh, uhuhuhuh! Wachet auf, wachet auf! Es krähte der Hahn. Morgenstund hat Gold im Mund, erhebe dich du schwacher Geist, der du noch in die Kissen beißt, early to bed and early to rise is healty, wealty and wise, uhuhuhuh! Das reicht, Sam. Uhu
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Der letzte Detektiv: Todestour (BR 1986)
Jonas. Was ist? Zeit zum Aufstehen? Ruhe, kein Wort, keine Bewegung, Sie befinden sich im Bereich akuter polizeilicher Notstandsmaßnahmen. Verhalten Sie sich ruhig, dann passiert Ihnen nichts. Ich verhielt mich ruhig, das fällt mir nicht schwer, wenn sechs Typen mit Laserstrahlern auf mich zielen, sechs Typen in schwarzen Kampfanzügen und schwarzen Schutzhelmen, bei solchen Weckern kann ein sensibler Mensch schon das Flattern kriegen, zum Glück bin ich nicht sensibel, und außerdem Kummer gewohnt, normalerweise weckt mich Sam, aber ich war sauer, Judith war bei mir, ausnahmsweise und Judith war von meinem Weckdienst gar nicht begeistert, das sah ich ihr an, und ich sah noch was, durch meinen leeren Türrahmen
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Der letzte Detektiv: Spielwiese (BR 1986)
Hallo... Ja, am Apparat. Tot? Ja. Viertelstunde. Danke. Miles Archer, mein Partner, ermordet, wenn der Partner eines Mannes umgebracht wird, erwartet man, daß er was unternimmt, aber das war schwierig, ich hatte so viel zu tun, so viele Leute wollten was von mir, Mister Joel Cairo, zum Beispiel. Ich versuche, ein Schmuckstück wiederzubeschaffen, das - sagen wir - verlegt wurde, ich dachte und hoffte, Sie könnten mir helfen. Es ist eine Statuette, eine schwarze Figur eines Vogels, Mister Spade. Mister Spade war ich. Samuel Spade, ein blonder v-förmiger Satan oder so ähnlich, auf der Suche nach dem Malteser Falken, Birgit war übrigens auch da. Kann ich dich mit meinem Körper kaufen, Sam? Ich denk darüber nach. Oh, ich bin
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Der letzte Detektiv: Inselklau (BR 1986)
Was haben Sie verloren? Eine Insel, nein moment das stimmt nicht. Hab ich mir doch gleich gedacht. Zwei Inseln, nein, also eigentlich drei. Sind Sie sicher, nicht vielleicht vier? Drei Inseln, verloren, weg, verschwunden, wie finden Sie das? Also ich... Laß doch, Jonas, der Mann ist betrunken. Nicht doch, betrunken ist man im Dipsomaten, oder im Casablanca, aber nicht hier. Das Maritim ist ein hochfeudales Hotel. In Westerport bei Babelshaven. Wer in der Bar vom Maritim trinkt, ist bestenfalls angeheitert. Der Mensch neben uns war angeheitert, ziemlich angeheitert, kein Wunder, wo er doch drei Inseln verloren hatte. Ja wohl, drei Inseln, weg, und ich steh da. Sie sitzen, um genau zu sein. Sind Sie fromm? Was? Nein nicht be
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Der letzte Detektiv: Megastar (BR 1989)
Mein Büroapartment, 22 Quadratmeter und ein paar Zerquetschte, war das reine Krankenhaus, die undefinierbare Topfpflanze, Jos nachträgliches Geschenk zum Geb., ließ alles hängen was sie hatte, mein Magen gab schrille Signale aus dem Untergrund, und Sam war erkältet, sagte er. Ha-Hatschi, was muß der arme Sammy leiden. Schluß damit, Sam, du bist ein Computer, du kannst gar nicht erkältet sein. Kann ich wohl. Kannst du nicht. Doch, und ich werde es beweisen, wenn eure logische Hypopotenz gestatten, a) Computer können schneller denken als Menschen. OK. b) Computer können also mehr als Menschen. Ja. c) Wenn Computer mehr können dann können sie notwendigerweise auch genauso viel wie Menschen. Aha ja. Mensch
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Der letzte Detektiv: Supernova (BR 1989)
Es war Montag der 12.September 2011, das Datum habe ich mir gemerkt, man kriegt ja nicht jeden Tag einen Brief von einer Leiche. Montagmorgen, Zeit, die Wochenpost aus der Box zu holen, den Weg hätte ich mir sparen können, dachte ich, als ich wieder zu Hause war, das Übliche: Werbung, 2-D, 3-D, holo-graphisch, eine Mahnung der Girozentrale, endlich mein Konto aufzufüllen, widrigenfalls und so weiter, das übliche. Papierkorb. O bitte, Exzellenz, nicht Papierkorb, eine veraltete Vokabel, altmodisch, abgestanden, altbacken, antiquiert, ach, der moderne Mensch benutzt einen Shredder, und drückt sich entsprechend aus. Ok Sammy schmeißen wir das Zeug halt in den Shredder. Könnte eure drognodetische Zurückgebliebenheit
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Der letzte Detektiv: Schneewittchen (BR 1989)
Es war ein toter Tag, ein Tag, an dem die große Stadt Babylon so grau und so kalt wirkte wie ein krepierter Elefant, ein Tag, an dem nichts passiert, dachte ich. Das war ein Irrtum. Ich war in den Trödelladen gegangen weil mir die alte Postkarte im Schaufenster aufgefallen war, eine Fotographie, 2D, schwarz weiß, altmodisch, so altmodisch wie Jonas. Ein kleiner Mann mit Hut, die Oberlippe schief hochgezogen, Revolver in der Hand und über dem Mann, von links unten nach rechts oben, ein schwarzer Schriftzug. Eine Rarität mein Herr, das authentische, handgeschriebene Autogramm des Schauspielers Humphrey Bogart, Mitte des vorigen Jahrhunderts mehr als 60 Jahre alt. 65 genau, das ist ein Bild aus Big Sleep 1946. Der Herr ist ein
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Der letzte Detektiv: Störfalle (BR 1989)
Plötzlich war er da, er stand mitten in meinem Büro, sehr jung, sehr verlegen und starrte mich an, mit riesengroßen Kalbsaugen, ich hätte die Tür verrammeln sollen, oder noch besser verreisen, weit weit weg von Babylon, aber meine Kristallkugel war außer Betrieb an diesem 10. Januar 2012. Herr Jonas? Sie sind doch Herr Jonas? Ich glaub schon, außerdem stehts draußen an der Tür. Ja, Herr Jonas, ich, äh, ich finde Sie toll. Sie sind ein Held, ja, Sie sind der größte, echt, total der größte. Hör mal zu, Kleiner, Jonas ist alles mögliche, eine 1-Mann-Show, Jongleur, Clown, Feuerspucker, Degenschlucker, der Mann auf dem fliegenden Trapez, der Mann, der durch den brennenden Reifen springt, für 100 Euros pro Tag und Spesen, aber
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Der letzte Detektiv: Eurodschungel (BR 1990)
Er fing schon mies an, dieser 3. Mai 2012, Jacob hatte vor, seinen Schuppen umzutaufen, nicht mehr Casablanca sollte er heißen, sondern... Wie soll dein Schuppen jetzt heißen? Babylon, Cafe Babylon. Cafe? Du weißt doch gar nicht, was Cafe ist, Jacob. Na und? Cafe hat was, Nostalgie, Klasse. Es gab immer noch den alten Synth-Whisky, mies und teuer, es war immer noch das alte Casablanca, ich fühlte mich wie zu Hause, müde und mies. Ja? Ja, Moment, für dich Jonas. Sie können eine Nachricht hinterlassen, sprechen Sie nach dem Pfeifton, tüt, oder pfeifen Sie nach dem Sprechton, wie Sie wollen. Jonas? Von mir aus können Sie auch summen oder singen. Sind Sie Jonas, der Detektiv? Ich mußte es zugeben, Jonas, nur Jonas
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Der letzte Detektiv: Eurobaby (BR 1990)
Bamballa. Kennen Sie Bamballa? Eine Hafenstadt in Sahel, Nordost-Afrika. Trocken, heiß, staubig, trübselig, und über dem Ganzen ein durchdringender Duft nach Kamelmist und abgelatschten Sandalen. Äh! Das letzte. Ja, Gottes linke Achselhöhle. Das Loch gleich neben der Hölle. Des Teufels fauler Stockzahn. Der Arsch der Welt. Sam. Mein Computer und ständiger Begleiter, redet viel, weiß alles. Ja. Nur nicht, wie man aus diesem verfluchten Nest rauskommt. Ich saß fest, seit einer Woche, ich hatte einen Job in Merdistan gehabt, das ist der sympathische Staat im Orient, der seine Bürger mit öffentlichen Massenfolterungen bei Laune hält, ich sollte ein Kind aus Merdistan holen für seine Mutter in Babylon, ihr merdistanischer Ex
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Der letzte Detektiv: Euromüll (BR 1990)
Jonas, hilf mir, Jonas, bitte, bitte hilf mir! Hilf! Jonas! Hilf! Jonas, bitte, bitte hilf mir! Jonas bitte. Jonas bitte hilf mir, Jonas! Judith ruft mich. Sie ist in Gefahr. Sie braucht Hilfe. Wo ist Sie? Wo bin ich? Ich wachte auf. Ich war in Afrika, ich hatte geträumt, aber da rief immer noch jemand. Jonas! Hilfe! Hilf mir Jonas. Hilfe! Machen Sie auf, Jonas, schnell! Nicht Judith. Die war zu Hause in Babylon. Ein Mann. Jonas, laß das, Jonas jetzt steh doch auf! Da ist einer an der Tür! An der Tür. Vor unserem Bungalow, in der Hotelanlage am Meer, unter Palmen, mitten in der Nacht. Ein Radaubruder. Wußte der nicht, daß Jonas Urlaub hatte? Jonas! Um Gottes Willen, Hilfe! Hilfe! Ah! Nein, ich will das nicht, ich hab frei. Was ist Jonas? Ach
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Der letzte Detektiv: Euroblues (BR 1990)
Judith ist tot, damit sollte ich anfangen, aber das kann ich nicht, ich fange an mit dem 20. Juni 2012, dem Tag, an dem ich Judith zum letzten Mal lebend gesehen habe, bei mir, in meinem Büroapartment. Wir schreiben das 21. Jahrhundert, eine Zeit der Pläne und Grenzen, der Rahmen und Programme, in dieser Zeit lebte ein Mann, der anders ist als die anderen, der in keinen Rahmen paßt und in kein Programm, der seinen Weg geht, einsam, integer, furchtlos, es ist, Tusch Majestro please, Jonas, Jonas, the last detective hahaha. Bravo, du solltest dir angewöhnen, deine Tür abzuschließen, Jonas. Judith! Bist du sicher, daß du zu mir willst? Stör ich? Ich hab das Gefühl ich bin hier in eine Sitzung des Vereins für gegenseitige Beweih
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Der letzte Detektiv: Attentat (BR 1991)
August 2012. Hochsommer, brütende Hitze, die Klimaregulierung war kaputt, wie immer, Babylon die große Stadt, stank zum Himmel, ein gigantischer Misthaufen, verrottet, verwest, verfallen und trotzdem begehrt, manche reißen sich sogar darum, alle fünf Jahre wenn die Wahl zum Bürgermeister ansteht. Harry Hauer. Nur Harry Hauer. Ihr Kandidat. Neu. Harry Hauer. Wer hat sich hochgearbeitet vom Volksrentner zum Multimilliardär? Harry Hauer. Wen braucht Babylon? Harry Hauer. Wer wird Bürgermeister? Harry Hauer. Wen wählen Sie? Harry Hauer. Nur Harry Hauer. Harry Hauer. Nur Harry Hauer. Ihr Kandidat. Neu. Unverbraucht. Harry Hauer... Wen wählen Sie? Überall Wahlrobots und Slogomaten.
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Der letzte Detektiv: Westfront (BR 1991)
Was ist los mit dir Jonas, du sitzt da, sagst nichts, machst ein Gesicht wie Chefinspektor Brock im Spätdienst, trinken tust du auch nicht, was hast du? Ich mach mir Gedanken, Jacob. Ach was, worüber? Über Philip Marlowe, warum er immer im Trenchcoat rumgelaufen ist, in Kalifornien, wo es nie geregnet hat, damals. Im 20. Jahrhundert. Ich sag dir was, Jonas, du bist von der Rolle. Sah ganz so aus. Vielleicht lags daran, daß Judith gerade ein viertel Jahr tot war, oder daß mein letzter Fall schon zwei Monate zurücklag. Wie auch immer, mit Jonas war nicht viel los, mit dem Casablanca auch nicht, außer Jonas nur zwei Gäste, alter Mann, junge Frau, hinten in der Nische. Weißt du was ich glaube, Jonas? Ich glaube, du wirst alt
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Der letzte Detektiv: Wunderland (BR 1991)
Ein Klient kommt ins Büro, ein ordentlicher Fall bei einem ordentlichen Privatdetektiv fängt so an, so muß es sein, so steht es in den Büchern, nicht beim letzten Detektiv, meine Fälle fangen meist woanders an, im Casablanca zum Beispiel, dieser Fall fing ordentlich an, in meinem Büro, nur eins war nicht in Ordnung, der Klient hätte eine Klientin sein müssen, wunderschön, geheimnisvoll, und möglichst blond. Nett haben Sie es hier, Herr Jonas, so, so übersichtlich. Schauen Sie, Damen und Herren, staunen Sie, vor Ihnen erstreckt sich in seiner ganzen unfaßbaren Weite von sage und schreibe 22 Quadratmeter das Büroapartment von Jonas dem letzten Detektiv, so lebt Jonas, Damen und Herren, so arbeitet Jonas, sind Sie hier um mein
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Der letzte Detektiv: Paranoia (BR 1991)
Zwei Knaben gingen durch das Korn... Nicht schon wieder. Der eine bluß das Klappenhorn. Nein. Doch, er konnts zwar nicht gut blasen, doch blus ers einigermaßen. Freut euch des Lebens. Ja wahrlich freuet euch und abermals freuet euch, denn siehe, Großmutter wird mit der Sense rasiert. Ole. Hahaha. Sam hatte sich einen Virus eingefangen, den berüchtigten Klapphornvirus, weiß der Teufel, wo er sich rumgetrieben hatte, Sam ist mein Computer, klein, aber laut, eine Nervensäge schon ohne Virus, und mit Virus gar nicht mehr auszuhalten. Und ferner steht geschrieben im Buche des Klapphorns: zwei Knaben suchten emsiglich am Baum nach einem Apfel, sie fanden keinen Apfel nicht. Der Baum das war ne Pappel, hallo. Was sagten Sie
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Der letzte Detektiv: Pharao (BR 1993)
Das Ministerium für Kultur war noch dasselbe schäbige Gebäude, nicht weit vom van-Dusen-Platz, aber hinter dem schäbigen Schreibtisch im schäbigen Büro saß nicht mehr Dr. Gödel Escherbach, Gott hab ihn selig, jetzt saß da eine Frau wie eine Stahlfeder: grau, hart, dünn, gespannt. Cornelia Schrödinger, M.A., Dezernentin für Museen und kulturellen Austausch, setzen Sie sich, Herr Jonas. MA? Magister Artium, ein akademischer Titel, Medienwissenschaft Universität Babylon, und wo haben Sie studiert, Herr Jonas? Uni Feuerland, Nahkampf und Guerillatechnik. Der antarktische Krieg, ich verstehe, zur Sache Herr Jonas, im November 2010 vor rund zweieinhalb Jahren haben Sie für uns einen Auftrag ausgeführt, sie haben damals
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Der letzte Detektiv: Nachtcafe (BR 1993)
Sie wimmelten um uns herum, kratzten an der Plexikuppel, drückten sich die verschorften Nasen platt, stierten auf unseren Tisch, unsere Teller, Steaks, echtes Rindfleisch, unbezahlbar, sie zeigten uns ihre dürren Rippen, ihre aufgetriebenen Bäuche, ihre offenen Wunden, ihre Eiterbeulen, und sie schrien, sie schrien vor Hunger, sie schrien nach unseren Abfällen, der bullige Typ neben mir warf ihnen was zu, einen abgenagten Knochen, durch die elektronisch gesicherte Klappe, sie stürzen sich drauf, fielen übereinander her, schlugen sich blutig. Hahahaha, das macht Laune und Appetit, Hunger ist der beste Koch, sagten schon Opa und Oma im guten alten 20. Jahrhundert, na, ihr Klappergestelle, noch ein Stück? Kusch später
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Der letzte Detektiv: Strafkolonie (BR 1993)
Mir gings gar nicht gut, Jacobs neuer Whisky, beste Schmuggelware aus Singapur, sagte er, gestern abend hatte ich das Zeug im Casablanca getestet, ich fühlte mich wie die uralte Mumie eines uralten Pharao und ich sah auch so aus, aber den kahlköpfigen Mann, der mir in meinem Büroapartment gegenüber saß, störte das nicht, im Gegenteil. Sehr schön, zerknittert, unrasiert, Augen blutunterlaufen, Ringe drum herum, bleiben Sie so, Herr Jonas, so sind Sie genau richtig für den Job. Welchen Job? Den Sie für mich erledigen werden, Herr Jonas. Werd ich das, worum gehts denn? Sie werden meine Außenstände eintreiben, so was machen Sie doch, oder? Klar, mach ich, wenn sich nichts Besseres bietet, ich bin Detektiv, Privatdetektiv.
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Der letzte Detektiv: Ufo (BR 1993)
Er stand auf seines Daches Zinnen und schaute mit trüben Sinnen auf Babypsilon die große Stadt. Die Sicht aus meinem Fenster im 16. Stock war gut, ausnahmsweise, klar und scharf lag das nächtliche Babylon unter mir, ein riesiger Flickenteppich, im Westen die Ghettos der Reichen, in gedämpftes Goldgelb, ruhig, gediegen, grell und aufdringlich das Zentrum, das Amüsierviertel, knallbunt flackernd, strahlend weiß die geballten Hochhäuser der Wirtschaft, steif und steril, dazwischen in unregelmäßigem Hell-dunkel die normalen Wohnbezirke, im Südosten ein großes schwarzes Loch: das Reservat, rundum, am Horizont, die Wildnis, eine dauernde dunkle Drohung, darüber, als heller Kontrapunkt: ein Ufo, ein rotierender Diskus
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Der letzte Detektiv: Weihnachtsmärchen (BR 1995)
Sti-hille Nacht, hei-lige Nacht, Coco hat in die Hose gemacht. Altes Ferkel. Coco lacht, daß es kracht, hah ahahaha, Spaß muß sein, Kinder, aber jetzt sind wir mal ein bißchen ernst ausnahmsweise. Ich nicht. Kinderweihnachten steht vor der Tür, das Fest der Liebe, was ist Liebe? Liebe ist nicht nur das, was die Großen nachts im Bett machen, wenn sie glauben, ihr schlaft schon. I pfui Teufel. Liebe ist Fühlen, mitfühlen, mit den vielen armen Kindern, die keine Geschenke kriegen, mit den Kindern in der Drittwelt, die krank sind, die Hunger haben, Liebe ist Geben. Ne ne! Nehmen. Gebt, Kinder, soviel Euros, wie ihr könnt, schickt sie an mich an euren Freund Coco, den Clown mit dem goldenen Herzen, Network HoloTV Babylon
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Der letzte Detektiv: Virtuella (BR 1995)
Sie kennen das, aus hundert Romanen und tausend Filmen, der Privatdetektiv sitzt in seinem Büro, dreht Däumchen, bohrt in der Nase, plötzlich geht die Tür auf - und wer kommt rein? Richtig, eine tolle Frau, atemberaubend, geheimnisvoll, blond, angezogen wie das Titelblatt von Lifestyle. Sie sah mich an, herausfordernd, abschätzend, sie setzte sich, schlug die Glitzerbeine übereinander, vielleicht ein bißchen klein geraten, und ein bißchen ungelenk, sie war erst dreizehn. Dreizehn einhalb, hallo, wie geht es Ihnen? Gestern ging es noch, und selbst? Danke der Nachfrage, Sie sind der Detektiv? Ich bin Jonas, nur Jonas, der letzte Detektiv, Enkel von Sam Spade und Philip Marlowe, Spezialist für aussichtslose Fälle, für Fälle
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Der letzte Detektiv: Kopfjäger (BR 1995)
Der Klimadom war kaputt, endgültig, die Schleusen des Himmels hatten sich geöffnet. Babylon soff ab, Sintflut. Weltuntergang. Großalarm. Tatü Tata... Das Wasser stieg und stieg. Als es mir in Mund und Nase lief, wachte ich auf. Kein Wasser, keine Sintflut. Ein Traum. Aber der Alarm war noch da. Unüberhörbar. Innervierend. Sam, natürlich, Sammy, wer oder was sonst. Halts Maul. Wie spät? Drei Uhr 17 Minuten und 9 Sekunden wenns beliebt, Tatü Tata! Mitten in der Nacht machst du einen widerlichen Radau. Was ist los. Alarmstufe Rot, Genosse. Knallrot. Feuerrot. Priorität 1a. Jetzt nimm endlich ab, das Fon. Tatü Ta. Jajaja jaja. Jonas nur Jonas der letzte Detektiv, wenn Sie mich wegen irgendwelchem Pipifax geweckt haben wird
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Der letzte Detektiv: Unterwelt (BR 1995)
Ih, eine Ratte! Es war keine Ratte, es war Sam, Samobil, genauer gesagt, nach dem Kopfjägerfall hatte ich ihm gekauft, was er sich schon lange gewünscht hatte: ein Mobilitätssystem für Minicomputer, Software, Räder, Getriebe, Motor, maßgeschneidert, Sam war begeistert, Jonas weniger, ein Computer, der spricht, ist schlimm genug, ein Computer, der spricht und durch die Gegend düst, ist schlimmer, ein Computer, der spricht und düst und mit seinem Herrn fangen spielt ist das letzte. Na los, krieg mich doch krieg mich doch bin ein bißchen flotter, krieg mich doch, krieg mich doch, bin ein kleiner Otter. Du Lahmgesäß. Sofort kommst du her, Sam, bei Fuß. So nicht, denn wahrlich, Sammy ist kein Pfiffi, keine Töle, kein Hundevieh
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Der letzte Detektiv: Blackout (BR 1998)
Ich wachte auf wie jeden Morgen, soweit nichts Besonderes, aber wenn ich aufwache liege ich im Bett, normalerweise, diesmal nicht, diesmal lag ich im Eingang eines Hauses an einer Straße, war ich schon mal auf der Straße aufgewacht? Ich konnte mich nicht erinnern, ich konnte mich an nichts erinnern, an gar nichts, ich richtete mich auf, kam auf die Beine, sah mich um. viele Fahrzeuge auf der Straße, und Menschen, Menschen über Menschen, alle in Bewegung, eifrig, zielstrebig, leicht verblödet, ich stand nur da, nicht eifrig, auch nicht zielstrebig, aber verblödet, nicht nur leicht, völlig, total, ich wußte nichts mehr, ich wußte nicht, wo ich war, nicht, wie ich hergekommen war, und vor allem nicht, wer ich war, in meinem
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Der letzte Detektiv: Drachentöter (BR 1998)
Was trägt die fashionbewußte, zeitgeistige, up-to-date Babylonierin demnächst im Ocean-Park? CamFash zeigt es Ihnen, meine Damen, schauen Sie her, Sie auch, meine Herren, sind unsere Andro-Models nicht eine wahre Augenweide? Es geht los mit Modell Franzi, ein Superbadeanzug im Stil der naughty nineties, provokant hohes Bein, unauffällig eingearbeiteter Wonderbra. 19. Oktober 2014, Kaufhaus Wunderland, Tigrisplatz, Babylon, Camelot Fashions der größte Textilkonzern in Europa, führte Bade- und Freizeitmode vor, natürlich Computer-Design, keine Haute Couture, natürlich Androidinnen, keine menschlichen Modells, großer Andrang, sehr viele Frauen, viele Männer, ein paar Transis, und mitten drin Jonas. Wie das
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Der letzte Detektiv: Knochenarbeit (BR 1998)
Es war kein Treibhaus. Es war eine Terrasse. Aber sie war heiß und hell und grün, wie ein Treibhaus. Und der Mann im Rollstuhl war wie General Sternwood, uralt, halbtot, mit einem Gesicht wie eine zerknitterte Maske. Er war natürlich nicht General Sternwood, er war Senior Hector de la Serna, wir waren auch nicht in Los Angeles, sondern in der Siedlung Buen Retiro, auf der schönen Insel Palmera im Mittelmeer, wo sogenannte Senioren aus ganz Europa auf den Tod warten wenn sie es sich leisten können, und ich war nicht Philip Marlowe. Sie sind Jonas, nur Jonas, der letzte Detektiv. In Babylon. Auch auf Palmera, das kann ich Ihnen versichern, hätte ich Sie sonst kommen lassen? Das hatte er, Airticket Babylon-Alicante
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Der letzte Detektiv: Invasion (BR 1998)
Ich hätte nicht aus der Mine fliehen sollen, Herr Jonas, das ist mir klar, ich hätte nicht nach Babylon kommen sollen, aber ich mußte einfach, ich mußte wissen, was mit meinem kleinen Bruno ist, ob er die Invasion überlebt hat. Die was? Die Invasion, die Aliens, die aus dem Weltraum gekommen sind, in ihren Raumkreuzern, die hier alles kaputtgeschossen haben. Haben sie das? Ja, dann sind sie gelandet und haben die Erde besetzt, aber das wissen Sie doch so gut wie ich, Herr Jonas. Da bin ich mir nicht so sicher. Sie war nicht mein Typ. Sehr groß, grob, unschön, trotzdem wimmelte ich sie nicht ab, als sie sich zu mir setzte, im Casablanca, ich hörte ihr zu, warum weiß ich nicht, vielleicht hatte ich eine Vorahnung, sie hieß Lili, sagte
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Der letzte Detektiv: Traumschiff (BR 2001)
Sechs Uhr zehn, die Sonne ging auf über Babylon, das stand im Kalender, zu sehen war es nicht, seit Monaten streikten die städtischen Putzbrigaden, der Klimadom war dicht, total verdreckt, darunter taten 20 Millionen Babylonier das, was sie immer taten: standen auf, gingen schlafen, liefen herum, gingen arbeiten, brachten sich um, machten Liebe, machten gar nichts, machten weiter, der 21. September 2015, ein Tag wie jeder andere, nicht für Sam, heute war sein Geburtstag, sagte er. Hey, heute ist mein Geburtstag, jawoll, der Tag des Herrn, der Tag des Herrn Samuel, happy birthday to me, happy birthday to me... Quatsch, Computer haben keinen Geburtstag. Ach? Und wo, so frage ich euer Ehren, gezielt, dezidiert und
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Der letzte Detektiv: Totentanz (BR 2001)
Noch ein Bier, Gringo? Immer mit der Ruhe, ich hab ja noch was. Hör zu, Gringo, du sitzt jetzt schon zwei Stunden vor einem Bier, bei solchen Gästen geh ich Pleite, hau ab, Gringo, verpiß dich. Der Wirt erinnerte mich sehr an seinen Kollegen Jakob vom Casablanca, genauso umgänglich, genauso liebenswürdig, erstaunlich, wo die beiden doch viele tausend Kilometer auseinander waren, die Cantina saluti pesetas stand nicht in Babylon, sondern in Puerto Porco im freundlichen Ländchen Costaguana in Südamerika, Sam sagte Costamerda, er war nämlich der Landessprache mächtig, und fand es hier genauso schön wie sein Herr. Sammy will nach Hause. Jonas auch, Sam, ich werd dich wohl verkaufen müssen. Verkaufen? Hör
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Der letzte Detektiv: Wildwest (BR 2001)
Als das in Babylon erfolgreichste und beliebteste Holoformat des vergangenen Jahres hat sich noch vor Schwarze Dahlie, der Serienmörder der Woche die von Supermedia produzierte Kain-und-Abel-Show erwiesen, eine schlichte Grundidee: fünf Freiwillige werden zusammengesperrt und eliminieren sich gegenseitig, bis nur noch eine Person übrig bleibt, und eine aufwendige Produktion in wechselnden Szenarien, erwähnt seien hier nur die römischen Gladiatorenspiele im Amphitheater, der Wüstenplanet oder die Schlacht von Stalingrad, diese Mischung kam offenbar an, damit hat wieder einmal Supermedia den begehrten Big Brother gewonnen. Glückwunsch, Beringer, das war doch Ihre Idee, die Kain-und-Abel
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Der letzte Detektiv: Mafia (BR 2001)
Abends war ich im Casablanca gewesen, allein, ich hatte an Jamaro gedacht, kein Wunder, daß ich in der Nacht von ihr träumte, ein erotischer Traum wars leider nicht, außer vielleicht für einen Bondage-Fan, Jonas ist keiner. Hilf mir, Jonas, sie haben mich gefangen, die Russen und ihr schwarzer Teufel, im Aeroport, zuviel Technik, ich war nicht stark genug, und jetzt halten sie mich fest, gefesselt, unter Drogen, du mußt mir helfen, Jonas. Jamaro, indianische Medizinfrau, Schamanin, vor einem halben Jahr waren wir uns begegnet, drüben, in Costaguana, die Totentanz-Geschichte, wir waren uns nahegekommen, sehr nahe, bis Jonas nach Babylon zurückflog. Jamaro blieb dem Mörder ihres Stammes auf den Fersen, dem schwarz
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Der letzte Detektiv: Comeback (Kanzlei Dr. Bahr 2008)
Die Mitternacht zog näher schon in stummer Ruh lag Babylon. In stummer Ruh, nimm dir ein Beispiel dran Sammy, und was heißt Mitternacht, es ist fünf nach 8, früher Morgen. Das war nicht die Zeitansage, du Banane äh Banause, das war Pöesie, Poesie, Dichtkunst, du verstehen. Sam, mein Computer, ein Sonder-Modell, besonders verbal, extrem verbal, er kann seine Klappe nicht halten, auch wenn er keine hat, er nervt, andererseits, was wäre mein Leben ohne Sam, entspannter, ruhiger, und viel, viel uninteressanter, wer will das schon? Belsatzar von Heinrich Heine, ein unsterbliches Meisterwerk, Jehova, dir künd ich auf ewig Hohn, ich bin der König von Babylon. Schluß mit dem Knattergemine, geh ans Fon. Oh da bemüht
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Der letzte Detektiv: Abgesang (Kanzlei Dr. Bahr 2008)
Sie war jünger als ich, um die 40, dunkles Haar, dunkle Augen, eine wohlgefällige Figur in einem dieser Outfits, die nach nichts aussehen und mehr kosten als ein Detektiv im Monat verdient, in meinem schäbigen Büroapartment wirkte sie wie ein Kirschblütenzweig in einer alten Bierflasche. Mein Name ist Judith. Judith? Sie sehen mich an, als ob Sie mich kennen, kenne ich Sie? Sie hieß Judith, und so sah sie auch aus. Was war das? Eine Halluzination? Dejavu Monsignore. Deschawas? Ach vergiß es. Dabei hatte er so mies angefangen, dieser 1. Mai 2017. Der Geburtstag eines gewissen Detektivs. Ich war früh geweckt worden. Im Prinzip keine schlechte Sache, weil ich böse geträumt hatte. Ich war draußen, in PH1, kroch durch Röhren
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14.05.2026, 19:58 Uhr |
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